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Gorilla im Krefelder Zoo erschossen Massa war erst nach zehn Stunden erlöst

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Gorilla Massa (48) musste am Neujahrsmorgen von der Polizei erschossen werden.

Krefeld – Nach dem Brand im Krefelder Zoo in der Nacht zu Neujahr ist es zu bisher unbekannten, dramatischen Szenen gekommen: Ein schwer verletzter Gorilla musste am Morgen von einem Polizeibeamten durch mehrere Schüsse aus einer Maschinenpistole getötet werden, da die Tierärztin es nicht schaffte, das Tier einzuschläfern. Dies geht aus einem Bericht des Innenministeriums an den nordrhein-westfälischen Landtag hervor.

Dabei handelte es sich um den 48-jährigen Massa, der zuvor trotz schlimmster Verletzungen nicht gestorben war.

Krefeld: Polizisten mit Maschinenpistolen vor Affenhaus postiert

Laut Innenministerium hatten sich bereits während des Brandes Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht. Die Retter gingen laut dem Bericht davon aus, dass alle Tiere tot sind. Gegen 8 Uhr morgens wurden dann drei schwer verletzte Tiere gefunden, von denen zwei, darunter ein Orang-Utan-Weibchen, durch die Tierärztin einschläfert wurden. Den Gorilla Massa tötete der Beamte nach Freigabe durch den Polizeiführer.

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Die Hintergründe zu dem Gnadenschuss erklärte eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen im Gespräch mit dem EXPRESS. So hatte die Tierärztin auch hier zunächst versucht, das Tier einzuschläfern. Allerdings schlugen die Betäubungsmittel nicht an. Um den sterbenden Gorilla von seinen Leiden zu erlösen, war der Polizist nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes dazu verpflichtet, den Affen zu erschießen. Ansonsten hätte er sich damit selbst strafbar gemacht.

affenhaus brennt

Das Affenhaus im Krefelder Zoo brannte komplett nieder.

Mit dem 34-jährigen Schützen seien in den folgenden Tagen aus Fürsorge mehrere „intensive Gespräche“ geführt worden, heißt es in dem Bericht an den Landtag. „Der Bericht des Innenministeriums lässt nur erahnen, wie belastend der Einsatz für die Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Mitarbeiter des Zoos gewesen sein muss“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Verena Schäffer.

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Krefelder Zoo: „Emotionale Belastung für Einsatzkräfte immens“

Tatsächlich sei die „emotionale Belastung bei allen Einsatzkräften sowie beim Personal des Zoos immens“ gewesen, heißt es in dem Bericht. „Während und nach dem Einsatz wurde den Einsatzkräften und den Mitarbeitern eine psychologische Unterstützung angeboten.“

trauerkerzen

Hunderte Trauerkerzen haben mitfühlende Menschen im Krefelder Zoo in Gedenken an die verstorbenen Affen abgelegt.

Das Innenministerium führt in dem Bericht auch den aktuellen Ermittlungsstand aus. Demnach hatten bereits um 2.20 Uhr - keine zwei Stunden nach der Alarmierung der Feuerwehr - erste Zeugen Hinweise auf Himmelslaternen gegeben. Am nächsten Tag meldeten sich drei Frauen, die nach Mitternacht fünf der Leuchten hatten steigen lassen. Zwei seien in einem Baum hängen geblieben, drei weiter geflogen.

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Laut Innenministerium landete eine auf dem Dach des Affenhauses - wo sie laut Bericht „mit unbekanntem, entflammbarem Material in Kontakt gekommen ist. Im weiteren Verlauf kam es zur Flammenbildung und danach zum Vollbrand des Gebäudes.“

Grünen-Politikerin stellt Forderungen an Krefelder Zoo

Die Grünen-Politikerin Schäffer sagte der dpa: „Die Landesregierung muss dieses schreckliche Ereignis zum Anlass nehmen, für stärkere Brandschutzbestimmungen in den Zoos zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel die Verpflichtung zur Installation von Brandmelde- und Sprinkleranlagen im gesamten Gebäudebestand.“

affenhaus nach brand

Das Affenhaus nach dem Brand-Drama im Krefelder Zoo.

Bei dem Brand im Affenhaus waren mehr als 30 Tiere ums Leben gekommen. Zwei Schimpansen überlebten verletzt. Sie sind laut einer Mitteilung des Zoos von Anfang Januar auf dem Weg der Besserung. (dpa)

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