Düsseldorfer Altstadt Diskussion um „Vergräm-Gerät“ – OB Keller schaltet sich ein

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei halten in der Altstadt einen bei einer Kontrolle Geflüchteten auf dem Boden fest.

Gegen die Randale in der Düsseldorfer Altstadt (das undatierte Archivbild zeigt eine Festnahme in der Altstadt) könnte ein kleines Gerät helfen. Das hat nach dem EXPRESS-Bericht eine große Diskussion in der Stadt ausgelöst.

Mit einem winzigen Gerät könnten einige Krawall-Probleme in der Düsseldorfer Altstadt gelöst werden. Der EXPRESS-Bericht schlug hohe Wogen in der Stadt.

Es geht um „The Mosquito“. Ein Gerät, das hohe Töne erzeugt, die nur junge Leute hören können und die Verursacher der Altstadt-Krawalle vertreiben würde. Dieses Modell, das EXPRESS nun in einem Bericht vorgestellt hat, sorgt für heftige Diskussionen in der Stadt. Die Meinungen gehen weit auseinander. Und dann gab es am Mittwoch (5. Januar) die große Überraschung: OB Stephan Keller meldete sich zu Wort.

Düsseldorfer Altstadt: Das sagen Wirtsleute zu „The Mosquito“

Doch zunächst kommen einmal die Betroffenen der Altstadt-Tumulte zu Wort – hier sagen sie ihre Meinung:

  • Altstadtwirt und TV-Kommissar Michael Naseband meint: „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn überhaupt etwas Funktionierendes diesbezüglich getan wird. Die jetzige Situation ist so schon länger nicht mehr hinzunehmen und den Düsseldorfern ein Dorn im Auge. Allerdings wird man solch ein gesellschaftliches Problem nicht mit einem unangenehmen Ton lösen, sondern es nur an einen anderen Ort verdrängen. Aber vielleicht kann man so eine Anlage auch mieten und das Ganze für zwei bis drei Monate im Sommer ausprobieren. Eine Dauerlösung ist das meines Erachtens nicht.“
  • Die Sprecherin der Altstadtwirte, Isa Fiedler, hält überhaupt nichts von dem „Mosquito“-Konzept: „Von einem Ultraschall-Störsender, der gegen Zivilisten eingesetzt wird, habe ich vor diesem Artikel noch nie gehört. Sollte dieser Störsender funktionieren, richtet er sich gegen alle jungen Menschen und nicht nur gegen Störer. Deswegen halte ich das Gerät grundsätzlich für ungeeignet, die Problematik am Rheinufer zu lösen.“
  • Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist selbst betroffene Anwohnerin - allerdings ebenfalls dagegen: „Der Vorschlag klingt kreativ, erinnert mich aber mehr an eine Kuhweide, die mit einem Elektrozaun gesichert ist, und wenn die Kühe ausbrechen wollen und den Zaun berühren, bekommen sie einen Schlag. Das ist nicht mein Düsseldorf.“
  • Der DJ und Rheinufer-Anwohner Theo Fitsos ist da ganz anderer Meinung: „Wenn die Stadt das nicht finanzieren will, könnte ich mir sogar eine Initiative vorstellen, dass die Anwohner sammeln, um solche ‚The Mosquito‘-Geräte anzuschaffen. Aber es wird sicher wieder Leute geben, die dagegen sind, weil sie meinen, dass man dieses Klientel mit Samthandschuhen anfassen muss, statt die Polizei ihre Arbeit machen zu lassen."

Was aber soll das alles bringen, wenn die Stadt das Konzept nicht will? Immerhin hatte Stadtsprecher Michael Buch noch am Dienstagabend eine entsprechende EXPRESS-Anfrage so beantwortet: „Der Einsatz eines Ultraschall-Störsenders ist in Düsseldorf kein Thema.“

Düsseldorfer OB Keller meldet sich in Sachen Altstadt beim EXPRESS

Doch am Donnerstag dann die große Wende: Oberbürgermeister Stephan Keller rief höchstpersönlich in der Redaktion an, um da mal was richtigzustellen. „Ich weiß nicht, wie diese Antwort unseres Amtes für Kommunikation zustande gekommen ist, die Sie zu Recht ‚schmallippig‘ genannt haben - jedenfalls trifft sie nicht zu“, sagte der Rathaus-Chef. „Das Gegenteil ist der Fall: Ich habe bereits vor Wochen den Auftrag erteilt, zu überprüfen, ob wir mit ‚Mosquito‘ gegen die Zustände in der Altstadt vorgehen können.“

Es gebe noch kein Ergebnis dieser Prüfung, aber der OB zeigte sich hoffnungsvoll: „Wir müssen sehen, ob das im öffentlichen Raum rechtlich zulässig ist - aber in anderen Städten funktioniert das ja. Und vielleicht können auch private Betroffene damit ihre Hauseingänge und Häuser absichern.“

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