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Düsseldorfer Serienmörder Wäre Peter Kürtens Mordserie heute noch möglich?

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Der Düsseldorfer Serienmörder Peter Kürten - aufgenommen im Jahr 1931. Am 22. April 1931 wurde der wegen Mordes in neun Fällen und weiterer Delikte vom Düsseldorfer Schwurgericht zum Tode verurteilt. Am 2. Juli 1931 wurde Kürten hingerichtet.

Düsseldorf – Der Serienmörder Peter Kürten – vor genau 90 Jahren wurde er festgenommen. Er gilt als „Jahrhundert-Mörder“. Der EXPRESS zeichnet in einer Serie einen der spektakulärsten Kriminalfälle der Geschichte nach – und er spielt in Düsseldorf.

Der Experte, den der EXPRESS zum Fall Kürten befragt hat, ist – auch wenn er selbst es gar nicht gern so hören mag – einer der bekanntesten Mordermittler Deutschlands. Sein bekanntester Fall: Der Mord an dem zehnjährigen Mirco vor fast genau zehn Jahren.

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Der Erste Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel ist einer der bekanntesten Mordermittler Deutschlands. Für den EXPRESS analysierte er den historischen Fall des Düsseldorfer Serienmörders Peter Kürten.

Die Düsseldorfer Serienmörder Peter Kürten: Ein Mordermittler analysiert den historischen Fall

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Wer könnte besser den Fall des Serienmörders Peter Kürten und die Ermittlungen vor 90 Jahren einordnen als Ingo Thiel?

Der EXPRESS bat den Ersten Kriminalhauptkommissar zum Interview.

Herr Thiel, wenn man die Kindheit und Jugend des Peter Kürten betrachtet, stammt er ja aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen. Würde ein solcher junger Mensch heute noch eigentlich fast unbeachtet in eine solche kriminelle Karriere geraten? Oder würden Ämter und Behörden früher eingreifen?

Ich denke schon, dass heute staatlicherseits viel früher eingegriffen würde. Kürten erfüllt natürlich viele Parameter … Vater gewalttätig, der Junge hat viel Blut gesehen … So was kommt natürlich auch heute leider noch vor. Aber es gibt auch genügend Beispiele, dass daraus keine kriminelle Karriere entsteht.

Viele Serienmörder aus der Vergangenheit haben tatsächlich so angefangen wie Kürten: Die haben zuerst Tiere gequält. Dann reichte das nicht mehr und sie vergingen sich an Leichen. Und dann reichte auch dieser Kick nicht mehr. Da wird aber heutzutage sehr genau drauf geschaut.

Wenn Sie die Ermittlungen Ihrer damaligen „Kollegen“ betrachten, welche Gedanken kommen Ihnen dazu, wenn Sie das mit heutigen Ermittlungsmethoden vergleichen?

Was mich am meisten gewundert hat ist die Tatsache, dass Kürten zwischen August 1929 und dem Tag seiner Festnahme im Jahre 1930 teilweise zwei oder drei Mordversuche an einem Tag begangen hat - und alles in einem Umkreis von knapp zehn Kilometern.

In einer solchen Serie gab es heute andere Methoden, wenn man allein schon die geografische Lage der Tatorte betrachtet. Wie wir auch im Fall Mirco gesehen haben, verlassen die Täter in der Regel ihren Lebensmittelpunkt nicht weiter als 15 bis 20 Kilometer. Es gab selten einen „reisenden Täter“, der losfährt, irgendwo weit weg ein Opfer sucht und dann große Strecken zurück fährt. Das heiß nicht, dass dies nicht passieren kann.

Peter Kürten hat ja in kürzester Zeit eine unfassbare Zahl von Taten begangen – halten Sie es für möglich, dass heute so etwas noch mal passieren könnte, ohne dass der Täter gestoppt würde?

Was bei Kürten passiert ist, dass etwa die verschiedenen Taten nicht ein und demselben Täter zugeordnet wurden, ist heute so nicht mehr vorstellbar. Wenn in einem Umkreis von zehn Kilometern eine Unzahl an gleichgelagerten Taten geschieht, dann schaut man sich dieses Umfeld genau an.

Peter Kürten wäre im heutigen digitalen Zeitalter bei sämtlichen Institutionen bekannt. Aber das gab es damals wohl noch nicht.

Die kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit und auch Fortbildung hat sich in der vergangenen Jahren durch den technischen Fortschritt und dem Zuwachs an Know-how als auch Fachpersonal in bestimmten Bereichen erheblich entwickelt.

Die Zeit, in der unser Fall Kürten spielt, war ja die, in der erstmals systematische Mordermittlungen eingeführt wurden – durch den legendären Mordermittler Ernst Gennat, der eigens zu den Ermittlungen im Fall Kürten hinzugezogen wurde. Wie hat das diese Ermittlungen beeinflusst?

Er hat tatsächlich die Mordkommission erfunden. Dafür verdient er posthum einen Orden.

Ich vermute, dass zur damaligen Zeit gar nicht gezielt Spuren betrachtet oder gesammelt wurden. Man hat sich die Taten einzeln angeschaut und nicht verglichen. Das entnehme ich so der Geschichte.

Erst Gennat ist dann auf die geniale Idee gekommen, die gefundenen Spuren auch wirklich auszuwerten, um zu sehen, ob es beispielsweise Parallelen zu anderen Fällen gibt. Das ist heute Standard in Mordkommissionen.

Dazu werden Fallanalytiker hinzugezogen, die die Handlungsweisen des Täters analysieren. Kürten hat seine Handlungsweise nie groß geändert. Der hat seine Opfer freundlich angesprochen, hat die in irgendeine Ecke gelockt und denen dann auf den Kopf gehauen. Diese, für ihn erfolgreiche Handlungsweise, hat er nie geändert. Selbst wenn er mal gesehen wurde oder einen Fehler bei seinen Taten begangen hat, interessierte ihn das nicht.

Auch technisch sind wir heute wesentlich besser ausgestattet, was die Auswertung von Spuren angeht.

Spannend ist ja auch die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei: Kürten schrieb an Redaktionen, weidete sich daran, Angst und Schrecken in Düsseldorf zu verbreiten. Könnte man sich so etwas heute noch vorstellen?

Das Kürten sich bei den Redaktionen meldet und niemand darauf reagiert hat, das wäre heute nicht mehr möglich. Allein die Medien würden diese Tatsache heute dankend annehmen und verbreiten.

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Aber tatsächlich kommt es auch heute noch vor, dass sich der Täter meldet. Meistens sind es aber sogenannte „Selbstgesteller“, die nichts mit der Tat zu tun haben. Dazu kommen noch selbsternannte Profiler, die sich bei Kommissionen in der ganzen Republik melden. Diese Typen bringen in schwierigen Mordkommissionen erstmal alles durcheinander und sind alles andere als hilfreich.

Die entscheidende Frage: Halten Sie es für möglich, dass eine Mordserie wie die von Kürten heute noch einmal passieren könnte?

Klare Antwort: nein!

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