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Düsseldorf Statt Sex gibt's in diesem Bordell ausnahmsweise eine andere Attraktion

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Holger Stoldt mit seiner „Mutter Ey“ in einem Zimmer des „Wellness Instituts“.

Düsseldorf – Abstandsregeln und Maskenpflicht – als die Corona-Regeln in Kraft traten,  legten sie zu allererst das horizontale Gewerbe lahm. Seit Monaten sind die Bordelle der Landeshauptstadt geschlossen und die Prostituierten drehen zu Hause Däumchen.

Weil am Dienstag (2. Juni)  der internationale Hurentag stieg, sprang  der Düsseldorfer Künstler Holger Stoldt nun für die mittlerweile finanziell arg gebeutelten Damen in die Bresche, feierte für sie eine Vernissage – in einem  Wohnungsbordell auf de Ackerstraße.

Düsseldorf: Mutter Ey im Rotlicht

Eine Mehrzimmerwohnung unweit des  Worringer Platzes:  Die Betten sind ganz im Leoparden-Look gehalten, darüber und an den Wänden sind große Spiegel angebracht. Mobiliar und Tapeten glänzen in klebrigem Rot. Puff-Deko nennt man das wohl.

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Mutter Ey will da irgendwie gar nicht so recht hin passen. Trotzdem hängt sie dort an einer Wand, schaut argwöhnisch im Rotlicht den Betrachter an. In einem anderen Zimmer:  Anna Maria Luisa de' Medici. Die Gattin des Düsseldorfer Kurfürsten Jan Wellem will man auch eher nicht in einem solchen Etablissement vermuten.

Im Flur grüßt der Bergische Löwe mit dem Anker auf einem stilisierten Düsseldorfer Stadtwappen, auf einem Bild daneben steht der Rheinturm stramm.

Düsseldorf: Bordell-Betreiberin meldete sich beim Künstler Holge Stoldt

„Ich konzentriere mich bei meinen Arbeiten eben zum größten Teil auf die Motive unserer schönen Stadt“, sagt Holger Stoldt.

Zehn Bilder hat der Düsseldorfer Künstler bei seiner eintägigen Pop(p) Art-Ausstellung im „Institut für Wellness“, einem konzessioniertem Wohnungsbordell, exponiert. Auf Anfrage der Betreiberin, wie der Maler erklärt: „Aufgrund der Corona-Krise suche ich derzeit dringend Ausstellungsgelegenheiten, da ja momentan sämtliche Veranstaltungen ausfallen. Dafür bin ich auch gerne bereit, die Besitzer der Räumlichkeiten finanziell an den Erlösen meiner Bilder zu beteiligen. Schließlich muss ich ja so auch keine Standmiete bezahlen. Das habe ich in den sozialen Medien kundgetan. Daraufhin hat sich die Betreiberin des Bordells gemeldet und mir angeboten,  meine Bilder bei ihr auszustellen. Da habe ich sofort zugesagt.“

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Düsseldorf: 40 Prozent für die Mitarbeiterinnen

Nicht nur das: Um den Prostituierten in der Pandemie-Krise zu helfen,  machte der Düsseldorfer Künstler der Inhaberin ein ganz besonderes Gegenangebot, dass diese gerne annahm:  „40 Prozent jedes verkauften Bildes geht an die Mitarbeiterinnen des Etablissements“, versprach Holger Stoldt bei der „Pop(p) Up-Kunstausstellung.

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