Erschossener Armbrust-Mann in Düsseldorf Es war schon der zweite SEK-Einsatz gegen ihn

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Nach den tödlichen Schüssen aus einer SEK-Waffe: Ein Ermittler sichert Spuren am Tatort in Lierenfeld.

Düsseldorf – Die tödlichen Schüsse gegen einen 32-Jährigen aus Lierenfeld - sie haben eine unglaubliche Vorgeschichte: Schon einmal musste das SEK anrücken. Auch damals randalierte der Mann, verschanzte sich und war mit einer Armbrust bewaffnet ...

Am 17. Dezember 2018 hatte der polizeibekannte Mann seinen letzten großen Ausraster vor den jüngsten, die zu seinem Tod führten.

Gegen 2 Uhr nachts hatten Nachbarn die Polizei gerufen, da sie „schussartige Geräusche“ aus dem Nebenhaus gehört hatten. Beim Eintreffen der Beamten gab ein Bewohner  verzweifelt bekannt, dass sein Bruder gerade „ausrasten“ würde.

Der erschossene Armbrust-Mann: SEK holte ihn vom Dach

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Auch damals verschanzte sich der Lierenfelder in den oberen Etagen, auch damals war er mit einer Armbrust bewaffnet. Damals ging es allerdings noch glimpflich aus: Das SEK konnte den Irren mit einer Drehleiter evakuieren, nachdem er sich aufs Dach geflüchtet hatte.

Der Mann kam ins LVR-Klinikum, wo man eine vermutlich drogenbedingte Psychose mit Verfolgungswahn diagnostizierte.

Erschossener Armbrust-Mann: Das ist das Protokoll des tödlichen SEK-Einsatzes

Die sonnige Frühlingsidylle in Düsseldorf wurde am Donnerstagabend von Schüssen zerfetzt. Mitten in Lierenfeld kam es bei einem Einsatz des SEK zum Äußersten: Die Polizisten mussten einen Mann erschießen (hier lesen Sie mehr).

Warum die Situation nach einem Familienstreit so eskalierte, erklärten die Ermittler am Freitag. Auf einer Pressekonferenz vor dem Präsidium wurden weitere Details zu dem spektakulären Fall präsentiert.

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Polizei stellte zunächst ein Protokoll des Einsatzes vor. So meldeten Nachbarn um 14.38 Uhr am Donnerstag per Notruf, dass auf dem Wilhelm-Heinrich-Weg mehrfach Schussgeräusche zu hören waren. Zwei Minuten später bestätigten die Eltern des Schützen (32) das aus dem Haus heraus.

So sprach der Vater (66) von Todesangst, nachdem seine Frau (65) mit einer Armbrust bedroht wurde. Sein Sohn, Zitat: „Rastet völlig aus“. Als die ersten Beamten um 15.02 Uhr in Lierenfeld eintrafen, wurden sie mit Farbeimern und Mobiliar beworfen.

Um 15.25 Uhr wurden zivile Einsatzkräfte dann aus einem Dachfenster heraus „beschossen“, bevor Polizisten um 15.41 Uhr die Eltern, die den Beamten zwei Molotowcocktails übergaben, aus dem Garten retteten.

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Polizeihund von Armbrustpfeil im Kopf getroffen

Nur eine Minute später traf das Spezialeinsatzkommando (SEK) ein. Die Zielperson hätte sich laut Polizei zu diesem Zeitpunkt im Dachgeschoss verbarrikadiert. Als es anschließend nach Verdünner roch, der wohl zur Explosion hätte gebracht werden können, ordnete der Einsatzleiter, Düsseldorfs Kripo-Chef Frank Kubicky, den Zugriff an.

Im Dachgeschoss schickte das SEK dann den Polizeihund vor, dem der 32-Jährige sofort in den Kopf schoss. Aktuell kämpft der Vierbeiner deshalb noch in einer Tierklinik ums sein Leben.

Nachdem der Schütze auch noch die Polizisten ins Visier nahm, eröffneten die das Feuer und trafen den Mann, der bereits polizeibekannt war und im Dezember 2018 schon einmal einen SEK-Einsatz ausgelöst hatte, mit mehreren Kugeln. Einde davon war am Ende tödlich.

Kerzen Tatort

Am Einsatzort in Lierenfeld wurden Kerzen abgestellt, wahrscheinlich von Freunden und Nachbarn.

Am Einsatzort selbst war es einen Tag nach den Schüssen ruhig. Vor dem Haus des Armbrust-Schützen wurden von Unbekannten Kerzen im Gedenken abgestellt. Die Haustür wurde von der Duisburger Polizei versiegelt.

Auf dem Dachboden stellte die Spurensicherung zusammen mit Experten des LKA am Dpnnerstag noch mehrere verdächtige Gegenstände sicher. Dazu beschlagnahmten die Einsatzkräfte eine Gas-Schreckschusswaffe, eine Armbrust, zwei Molotowcocktails, eine Axt, ein Beil und ein Messer.

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