Arbeitsagentur ermittelt Betrug mit Kurzarbeit am Flughafen Düsseldorf?

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Seit dem 1. Juni hat die Firma „DSW“ die Passagier- und Handgepäckkontrollen am Düsseldorfer Flughafen übernommen.

Düsseldorf – Die Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen stehen unter keinem guten Stern. Eine Securityfirma gab den Auftrag vorzeitig ab und es gibt einen hohen Krankenstand beim Personal, das sich wegen Corona eh schon in Kurzarbeit befindet. Und genau die könnte jetzt zum nächsten Problem werden.

Als einige Mitarbeiter im Juli von ihrem neuen Arbeitgeber, dem „Deutschen Schutz- und Wachdienst“ (DSW), die ersten Gehaltsabrechnungen bekamen, staunten sie nicht schlecht: In den Dokumenten fehlten nämlich alle  Krankentage, die im Monat zuvor neben den Kurzarbeitertagen von „Kötter Aviation Security“ noch korrekt angeben worden waren.

Trickste Sicherheitsfirma am Düsseldorfer Flughafen bei Kurzarbeitsregelung?

Klingt nach einem simplen Druckfehler, ist es aber offenbar nicht. Denn bis heute fehlen diese Angaben. Und das wirft die Frage auf, ob der „DSW“ hier ein faules Spiel spielt.

Schließlich muss das Unternehmen die Gehälter an Krankentagen weiter zahlen. Die Kurzarbeit wird hingegen von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Bedeutet: Das Unternehmen „spart“ sich hier die Lohnkosten.

Arbeitsagentur ermittelt gegen Sicherheitsfirma am Düsseldorfer Flughafen

Aus diesem Grund hat die Gewerkschaft „Ver.di“ schon vor einigen Wochen Alarm geschlagen: „Unser Verdacht gegen den ‚DSW‘ ist deutlich begründet und gibt uns dringend Anlass, zum Handeln. Deshalb haben wir auch die Arbeitsagentur eingeschaltet und diesen Sachverhalt dort angezeigt“, erklärte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim.

Mittlerweile ist auch klar, dass es nicht bei einer Anzeige gegen den Dienstleister am Flughafen geblieben ist. So laufen jetzt Ermittlungen gegen den Sicherheitsdienstleister – in Düsseldorf und Osnabrück, wo die Muttergruppe des „DSW“ – „Piepenbrock“ – ihren Hauptsitz hat.

Und nach EXPRESS-Informationen ist die Lage in dem Fall für die Firma nicht rosig. Obwohl das Verfahren noch läuft, sehen selbst unternehmernahe Arbeitsrechtsexperten beim Arbeitgeber Hinweise auf ein geplantes Handeln.

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