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Schock nach Tod eines 19-Jährigen Warum in der Düsseldorfer Altstadt die Gewalt eskaliert

Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei halten am 2. Dezember 2020 in der Düsseldorfer Altstadt einen bei einer Kontrolle Geflüchteten auf dem Boden fest.

Die Düsseldorfer Altstadt (hier ein Polizeieinsatz vom Dezember 2020) wird immer mehr zum Schauplatz von Gewalt und Brutalität.

Nach dem gewaltsamen Tod eines 19-Jährigen in der Nacht zum Samstag (16. Oktober) herrscht Entsetzen in der Düsseldorfer Altstadt. Warum eskaliert die Gewalt dort seit Monaten?

Düsseldorf. Im Schatten des Schlossturms am Burgplatz brennen Kerzen, liegen Blumen – Zeichen der Trauer. Hier wurde am Wochenende ein 19-Jähriger mit einer abgebrochenen Flasche tödlich verletzt. Der junge Mann, der mit Freunden aus dem Ruhrgebiet zum Feiern in die Altstadt gekommen war, verblutete. Aber warum eskaliert die Gewalt in der Altstadt seit Monaten? EXPRESS sprach mit dem Leiter der Altstadtwache, Thorsten Fleiß.

Immer am Wochenende herrscht inzwischen Ausnahmezustand an der längsten Theke der Welt. „Das hat mit der Corona-Pandemie angefangen“, berichtet Fleiß. „Wir haben seitdem an den Wochenenden doppelt so viele Einsatzkräfte in der Altstadt wie vor der Pandemie, manchmal sogar dreimal so viele.“

Gewalt in Düsseldorfer Altstadt eskaliert

In diesen letzten Monaten kommen immer mehr auswärtige Besucher in die Altstadt. „Zwei Drittel davon sind Nicht-Düsseldorfer“, weiß der Chef der Altstadtwache.

Polizeioberrat Thorsten Fleiß, Leiter der Düsseldorfer Altstadtwache (rechts). Neben ihm steht Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler.

Polizeioberrat Thorsten Fleiß, Leiter der Düsseldorfer Altstadtwache (rechts; neben ihm Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler), berichtet von zunehmenden Einsätzen in der Düsseldorfer Altstadt.

„Es sind vorwiegend junge Männer, denen es auch gar nicht darum geht, die Altstadt-Gastronomie zu besuchen. Dort würden sie von den Türstehern auch gar nicht hereingelassen“, berichtet Fleiß weiter.

Diese Besucher bringen sich Alkohol gleich mit oder kaufen ihn an den Kiosken, um dann damit an den Rhein zu ziehen. „Dort bewegen sie sich im öffentlichen Raum – und das hat sich im Lockdown sogar noch verschärft, weil da sowieso alles geschlossen war“, sagt Fleiß.

Ein Samstagabend läuft dann etwa so ab, dass die Polizei (oft gemeinsam mit dem städtischen OSD) die Gruppen bereits bei der Anreise abfängt und signalisiert, dass man diese im Auge habe. „Wir nennen das eine frühe Gefährder-Ansprache“, erläutert der Chef der Altstadtwache. „Wer sich nicht benehmen kann, bekommt dann einen Platzverweis, der als ‚Bereichs-Betretungsverbot‘ auch schon mal für drei Monate gelten kann. Die nächste Stufe ist dann, dass Störer in Gewahrsam genommen werden.“

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Nach Mitternacht werde es dann regelmäßig „einsatzintensiver“. Und dabei kämen immer häufiger auch Messer oder - wie im Fall des getöteten 19-Jährigen - abgebrochene Flaschen zum unheilvollen Einsatz. „Auch unser subjektives Gefühl ist, dass die Brutalität zugenommen hat“, sagt Fleiß.

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