Kommentar zur Corona-Lage „Superdüster“: Fataler Fehler muss sofort behoben werden

Arzthelferin Beate Bug hält eine Spritze bereit zur Impfung in einem Impfzelt.

Eine Arzthelferin in NRW hält am 15.11.2021 eine Spritze zur Booster-Impfung bereit. Noch gibt es zu wenig Impfangebote.

Die Corona-Lage spitzt sich in vielen Teilen Deutschlands dramatisch zu, auch Köln steuert auf neue Höchstwerte zu. Die Impfung bleibt langfristig der einzige Ausweg, doch es geht nicht schnell genug. Die Schließung der Impfzentren im Spätsommer stellt sich nun als fatal heraus, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Köln. Wem immer noch nicht klar ist, wie ernst die Corona-Lage wirklich ist, der sollte sich die Zeit nehmen und die Worte von RKI-Chef Lothar Wieler (60) einmal in Ruhe anhören. „Superdüster“ sei die Lage, wenn wir jetzt nicht umschwenken, würden wir ein äußerst trauriges Weihnachten erleben.

Auch wenn es sich noch nicht jeder eingestehen will, so wird kein Weg daran vorbei führen, dass wir härtere Maßnahmen brauchen werden und es wird nicht reichen, nur die Ungeimpften zu separieren, auch das machte Wieler deutlich. Er bekommt gleich Recht aus Sachsen, wo Ministerpräsident Michael Kretschmer (46, CDU) einen Lockdown bis zum 15. Dezember plant, um die katastrophale Lage in den Griff zu bekommen.

Impfung die schärfste Waffe in der Corona-Pandemie

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Die schärfste Waffe im Kampf gegen die Pandemie aber bleibt die Impfung. „Wir sind in einer Notlage. Jeder Mann und Maus, der impfen kann, soll jetzt impfen“, wählt Wieler klare Worte. Und da macht es einen ziemlich wütend, wenn Menschen stundenlang vor Impfbussen stehen müssen oder sich vergeblich um einen Termin für die Booster-Impfung bemühen.

Noch verheerender sieht es bei den Kindern und Jugendlichen aus. Längst sind noch nicht genügend 12- bis 15-Jährige geimpft, aber die Kinderärzte haben aufgrund der saisonal üblichen Infektionskrankheiten kaum Kapazitäten. Und es würde angesichts der Planlosigkeit der Politik in diesen Tagen schon sehr verwundern, wenn sich irgendjemand Gedanken darüber gemacht hätte, wer die Kinder unter 12 Jahren impfen soll, wenn die EMA womöglich schon in dieser oder der nächsten Woche den Impfstoff für diese Altersgruppe freigibt.

Impfzentren trotz Delta-Variante geschlossen

Dabei wurde für viel Geld eine Infrastruktur geschaffen, die im Frühjahr wunderbar funktionierte: Die Impfzentren waren einer der Schlüssel dafür, dass wir einen halbwegs unbeschwerten Sommer erleben durften. Doch schon damals war klar, dass die Delta-Variante die Karten neu gemischt hatte, dass die Impfwirkung nachlassen würde, dass es eine Auffrischungsimpfung würde geben müssen. Trotzdem schloss man die Impfzentren.

Corona: Stadt Köln plant Rolle rückwärts

Ein fataler Fehler, wie sich herausgestellt hat. Die Stadt Köln plant nun offenbar die Rolle rückwärts, die ersten Zentren sollen wieder öffnen. Es wird höchste Zeit! Aber auch in den anderen Städten und auf dem Land sollte das eher heute als morgen geschehen, denn die Zahlen gehen steil nach oben.

Die  Impfung ist und bleibt der einzige Ausweg aus dieser furchtbaren Pandemie. Der Druck auf die Ungeimpften muss maximal hoch werden, für die Impfwilligen aber darf es keine organisatorischen Hürden geben. Ein Schlüssel sind die Impfzentren – also macht sie wieder auf!

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