Ein bunter Protestzug, ein hochumstrittener Redner und ein Anti-AfD-Wagen von Jacques Tilly: Antifaschisten zeigen der AfD auch in Garath die Rote Karte.
Auch Jacques Tilly beteiligtProteste gegen Höcke-Auftritt in Düsseldorf

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Der Anti-AfD-Wagen von Jacques Tilly war Teil der Proteste gegen AfD-Chef Björn Höcke am Montag in Düsseldorf.
Knapp drei Stunden vor einem geplanten Auftritt des Thüringer AfD-Landesparteichefs Björn Höcke in Düsseldorf haben sich zahlreiche Demonstranten zum Gegenprotest versammelt.
Am Montagnachmittag (23. Februar 2026) waren bereits mehrere Hundert Menschen im Stadtteil Garath vor Ort, wie eine dpa-Reporterin berichtete.
Björn Höcke aktuell auf Tour in NRW
Höcke soll am Abend bei einer Veranstaltung des Düsseldorfer AfD-Kreisverbands eine Rede halten. Bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im vergangenen Herbst hatte die Partei in Garath einen Spitzenwert von rund 32 Prozent erzielt.
Vor dem Veranstaltungsort wurde auch ein Anti-AfD-Wagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly aufgefahren. Darauf zu sehen war ein großer bunter Fisch mit der Aufschrift „Wir sind mehr!“, der einen kleineren mit der Aufschrift „Wir sind das Volk!“ frisst.
Auf Schildern der Demonstranten war etwa „Widerstand gegen Nazis“ und „Gemeinsam gegen rechts“ zu lesen. Am Sonntag hatten bereits Tausende gegen einen Auftritt Höckes beim AfD-Neujahrsempfang im Dortmund demonstriert. Der Rechtsaußen-Politiker ist derzeit auf Tour durch das größte Bundesland.
Im März steht beim Landesparteitag der AfD eine Richtungsentscheidung bei den Vorstandswahlen an. Der 53-jährige Höcke ist zweimal wegen der Verwendung einer verbotenen Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt worden. Die von ihm geführte Thüringer AfD wird vom dortigen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.
In Düsseldorf haben drei Bündnisse unter dem Motto „Kein Platz für Faschisten in Düsseldorf“ und „Garath ist bunt, nicht braun“ dazu aufgerufen, an Aufzügen durch die Stadt und anderen Protestaktionen teilzunehmen – darunter das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“.
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und zahlreiche weitere Unterstützer haben sich in den Protest eingereiht. Zuvor war ein gemeinsamer Antrag von SPD, Volt und Linke an den Düsseldorfer Rat gescheitert, Höcke Hausverbot in den städtischen Veranstaltungsräumen zu erteilen.
Die Ratsmehrheit hatte Bedenken, ob das rechtskonform wäre, will sich aber dafür einsetzen, eine rechtssichere Grundlage für künftige Fälle zu schaffen.
Auch in Dortmund war am Freitag ein kurzfristiger Anlauf der Stadt, den AfD-Neujahrsempfang mit Höcke im Rathaus zu untersagen, im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht gescheitert – ähnliche Entscheidungen gab es kürzlich am Verwaltungsgerichtshof in München. (dpa)

