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Prozess gegen Trio in Bonn Ein Angeklagter kam nicht – aus kritischem Grund

Prozess Suttner-Platz

Der 23-jährige Amal wurde in Handschellen in den Gerichtssaal gebracht. Er sitzt in U-Haft. 

Bonn – Wegen des Vorwurfs der Brandstiftung im Bonner Hotel „Motel One“ wurde er Mitte August zwar überraschend freigesprochen, doch auf freien Fuß kam er trotzdem nicht: Amal B. (23, Name geändert) musste in U-Haft bleiben – weil er jetzt schon wieder auf der Anklagebank sitzt.  

Vorwurf: gemeinschaftlicher schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung. Dem 23-Jährige droht bei einer Verurteilung eine Mindeststrafe von fünf Jahren Gefängnis, daher besteht bei ihm Fluchtgefahr. Amal B. hat keinen Job und keinen festen Wohnsitz in Deutschland.

Prozess in Bonn: Dritter Angeklagter meldete sich krank – wegen Corona-Symptomen

Ebenfalls angeklagt sind zwei mutmaßliche Mittäter (16, 19). Der Platz des 19-Jährigen blieb allerdings leer. Er hatte sich kurz vor Prozessstart bei seinem Verteidiger krank gemeldet – wegen Corona-Symptomen. 

Prozess Suttner-Platz1

Die beiden Angeklagten sollen in der Bonner Innenstadt einen Mann (36) in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn auszurauben. Ein weiterer Mitangeklagter hat sich kurz vor Prozessbeginn krank gemeldet – angeblich mit Corona-Symptomen. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio vor, am 1. April einen Mann (36) in einen Hinterhof am Bertha-von-Suttner-Platz gelockt zu haben, um ihn auszurauben. Der 36-Jährige hatte die Jungs zuvor am Hauptbahnhof angesprochen, ob sie ihm Gras und Kokain besorgen könnten. Als sie das bejahten, ging er mit. 

Zunächst soll Amal B. dem Drogeninteressenten nur Schläge angedroht haben, während seine mutmaßlichen Komplizen ihn eingekreist haben sollen. Der 36-Jährige versuchte zu fliehen, doch Amal B. stellte ihm laut Anklage ein Bein, so dass er zu Boden stützte. Dort sollen alle drei Angeklagten auf den wehrlosen Mann eingeschlagen und eingetreten haben.

Prozess in Bonn: Es lief ähnlich wie beim „Motel One“-Prozess

Der Jüngste soll außerdem zweimal versucht haben, dem 36-Jährigen mit einem Stein auf den Kopf zu hauen. Amal B. hingegen soll ihm Mund und Nase zugehalten haben, so dass dieser Todesangst hatte. Das Trio erbeutete schließlich zwischen 300 bis 550 Euro. Wieviel er genau dabei hatte, wusste das Opfer nicht. 

Beim Prozessauftakt am Dienstag (13. Oktober) lief es ähnlich wie beim „Motel One“-Prozess: Die Angeklagten beschuldigten sich gegenseitig. Genau genommen wurde der Großteil der Schuld auf den erkrankten Kumpel geschoben.

Es sei dessen Plan gewesen, der hätte Geld gebraucht, um Schulden zu begleichen, erklärte der 16-Jährige dem Richter Wolfgang Schmitz-Justen. Der junge Angeklagte bestritt auch, selbst einen Stein in der Hand gehabt zu haben. Auch Amal B. wollte von Steinen nichts wissen. Beide räumten jedoch später ein, bei der Tat aus eigenem Antrieb mitgemacht zu haben. Der 16-Jährige gab auch zu, dem Opfer das Bargeld abgenommen zu haben. 

Die drei Angeklagten kennen sich vom McDonald’s am Hauptbahnhof, wo sich regelmäßig Jugendliche treffen. Der Jüngste muss sich noch wegen vier weiterer Delikte verantworten. Unter anderem soll er November 2019 mit einem Komplizen in der City zwei Kinder (11, 12) bedrängt haben, ihnen Geld auszuhändigen. Als sie dem nicht nachkamen, sollen die Tatverdächtigen ihnen in den Bauch geboxt und sie getreten haben. (iri)