Eine Zeitreise durch den Hit-Katalog der britischen Popband OMD erlebten die Fans auf dem Bonner KunstRasen. Die Musiker sorgten für eine energiegeladene Show mit einem besonderen Moment.
Emotionale Pop-Zeitreise80er-Ikonen mit Hommage an Düsseldorfer Legenden

Copyright: Stefan Mager
Mit seinem Fender-Bass trieb OMD-Frontmann Andy McCluskey die bekannten Pophits seiner Band auch am Freitagabend (14. August 2026) in Bonn originalgetreu.

Die diesjährige Konzertsaison auf dem Bonner KunstRasen biegt auf die Zielgerade ein. Noch zwei Wochen lang gibt es auf dem wunderschönen Open-Air-Gelände am Rhein Top-Stars zu sehen.
Bisher können sich die Verantwortlichen bereits über 120.000 Zuschauerinnen und Zuschauer freuen. Am Freitagabend (14. August 2026) waren 3300 Fans bei einer mitreißenden Zeitreise in die 80er-Jahre dabei.
KunstRasen Bonn: Bisher 120.000 Gäste in dieser Saison
OMD, kurz für Orchestral Manoeuvres in the Dark, schauten nach 33 Jahren mal wieder in Bonn vorbei. Die Synthiepop- und New-Wave-Band feiert bald schon ihr 50-jähriges Bestehen und blickt auf unzählige bekannte Hits.
Ihre erste Single „Electricity“ erschien 1979 und beendete das Bonner Konzert nach anderthalb Stunden. Die beiden Gründungsmitglieder Andy McCluskey (67) und Paul Humphreys (66) zaubern immer noch mühelos ihre eingängigen Synthesizer-Melodien mit dieser besonderen Mischung aus Melancholie, Energie und Popgefühl auf die Bühne. Auch wenn der Auftritt mitunter etwas zu routiniert wirkte.
McCluskey hatte vor allem mit den Witterungsbedingungen zu kämpfen. Denn auch bei weit über 30 Grad tritt der Brite immer in schwarzer Jeans und schwarzem Langarmhemd auf. „Fucking hot“, sei es, entfuhr es ihm mehrmals. „Es ist derzeit selbst in Liverpool heiß. Und das passiert sonst nie.“ Als das Publikum kurz durchschnaufte, fragte er: „Seid ihr müde? Ist es zu heiß?“

Copyright: Stefan Mager
OMD-Gründungsmitglied Paul Humphreys hielt sich wieder hinter den Keyboards auf, hatte jedoch seinen Gesangs-Moment bei „(Forever) Live and Die“.
Der Frontmann erinnert mit seinem eigenwilligen Tanzstil mit herumwedelnden Armen an die Wackelmännchen vor Autowaschanlagen. Diese Energie kostet natürlich Kraft. Trotzdem klang seine Stimme so vertraut wie auf den ursprünglichen Aufnahmen. OMD machten es sich einfach. Sie präsentierten den Fans 18 Songs, von denen fast alle hinlänglich bekannt sind.
„Tesla Girls“, „(Forever) Live and Die“, „If You Leave“, „Souvenir“, „Joan of Arc (Maid of Orleans)“, „Talking Loud and Clear“, „So in Love“, „Sailing on the Seven Seas“, „Walking on the Milky Way“ – die Hitdichte war enorm.

Copyright: Stefan Mager
3300 Fans erlebten auf dem KunstRasen eine Zeitreise mit den bekannten Hits von OMD.
Nur einmal gönnte sich die Band einen besonderen Moment, um ihren Idolen Kraftwerk zu huldigen. McCluskey und Humphreys stellten sich mit ihren Begleitmusikern Martin Cooper und Steward Kershaw wie das Düsseldorfer Quartett nebeneinander an die Bühnenkante und präsentierten „Veruschka“ vom bisher jüngsten Album „Bauhaus Staircase“. Das hatte schon sehr viel „Das Model“-Vibes.

Copyright: Stefan Mager
Andy McCluskey wirbelte wieder voller Enthusiasmus über die Bühne. Im Langarmhemd setzten ihm die Temperaturen jedoch sichtlich zu.
Das erneut am frenetischsten gefeierte OMD-Stück war einmal mehr „Enola Gay“. Dabei ist dies ein Antikriegslied aus dem Jahr 1980 mit ernstem Hintergrund. Es handelt vom amerikanischen B-29-Bomber, der 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima warf. Pilot Paul Tibbets hatte das Flugzeug nach seiner Mutter, Enola Gay Tibbets, benannt.
Die ikonische Synthesizer-Melodie im Titel sorgt aber immer noch dafür, dass niemand im Publikum stillstehen kann. Ein weiteres Phänomen der OMD-Songs: Einige der Hits haben gar keinen klaren Refrain, sondern einfach eine Melodie. Trotzdem hat sie jeder sofort im Ohr. Das Publikum zog jedenfalls restlos begeistert und durchgeschwitzt in die Nacht.
