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Großeinsatz in BonnNach „Gen-Z“-Demo verlagert sich Einsatz in Problemviertel

Teilnehmer einer Demonstration zünden Pyrotechnik.

Copyright: Sebastian Willnow/ dpa/dpa

In Bonn-Tannenbusch wurden Einsatzkräfte mit Pyrotechnik (Symbolfoto aus Leipzig) angegriffen.

Am Samstagabend hielten eine unkoordinierte Versammlung die Bonner Einsatzkräfte auf Trab. Dann verlagerte sich das Geschehen und es wurde gefährlich.

Ein Großeinsatz hat die Bonner Polizei und Feuerwehr am Samstag (31. Oktober 2026) bis tief in die Nacht hinein beschäftigt. Auslöser waren zunächst bundesweite Aufrufe der Initiative „Gen Z regelt“, infolgedessen sich bis 15.00 Uhr rund 500 Personen im Bonner Hofgarten einfanden.

Die Polizisten und Polizistinnen deklarierten die Zusammenkunft per Lautsprecherdurchsage als Versammlung. Trotz mehrfacher Aufforderungen stellte sich jedoch kein Versammlungsleiter und keine Versammlungsleiterin zur Verfügung.

Polizei löst Versammlung am Bonner Omnibusbahnhof auf

Im weiteren Verlauf versuchten größere Gruppen der Teilnehmenden mehrfach, sich unkoordiniert durch die Innenstadt zu bewegen. Laut Polizeiangaben zeigten sie sich gegenüber den Einsatzkräften unkooperativ, ignorierten Ansprachen und traten wiederholt in verkehrsgefährdender Weise auf die Fahrbahnen.

Gegen 16.45 Uhr stoppten die Beamten schließlich rund 250 Personen am Zentralen Omnibusbahnhof. Da eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vorlag, löste die Polizei die Versammlung dort auf. Die Teilnehmenden kamen den Aufforderungen zügig nach, sodass es in der Innenstadt zu keinen weiteren Versammlungen kam.

Mit Einbruch der Dunkelheit verlagerte sich das Einsatzgeschehen in den Stadtteil Bonn-Tannenbusch. Dort wurden gegen 19.15 Uhr Rettungskräfte mit Pyrotechnik beworfen. In den darauffolgenden Stunden gingen immer wieder Meldungen über gezündete Pyrotechnik und brennende Mülltonnen ein. Auch die Kräfte von Feuerwehr und Polizei wurden im Verlauf des Abends wiederholt mit Feuerwerkskörpern angegriffen.

Gegen 21.50 Uhr stellten Polizisten und Polizistinnen auf der Ostpreußenstraße einen 18-jährigen Tatverdächtigen. Der junge Mann soll zuvor einen Müllcontainer gegen einen fahrenden Linienbus geschoben haben. Nach ersten polizeilichen Maßnahmen im Präsidium wurde der Heranwachsende wieder entlassen. Gegen ihn wird nun wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Darüber hinaus leitete die Polizei mehrere Ermittlungsverfahren wegen tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Vollstreckungsbeamtinnen ein. Nach Mitternacht beruhigte sich die Lage weitestgehend, sodass der Großeinsatz gegen 1 Uhr beendet werden konnte. Die Polizei weist darauf hin, dass sich diese vorläufige Bilanz durch weitere Anzeigen oder Ermittlungen noch verändern kann. (red)