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Kraftwerk in Bonn 25.000 Fans erleben Konzert-Ereignis der ganz besonderen Sorte

Der Mitbegründer der Band "Kraftwerk", Ralf Hütter, steht bei einem Konzert der Band im Hofgarten in Bonn auf der Bühne.

Kraftwerk-Mitbegründer Ralf Hütter steht beim Auftritt in Bonn am 28. August 2022 auf seinem Podest.

Die Düsseldorfer Elektronik-Pioniere von Kraftwerk traten vor 25.000 Fans in Bonn auf. Mit ihrer Performance untermauerten sie einmal mehr den Mythos, den die Band umgibt.

Wie vielseitig Musik doch sein kann, das demonstrieren die vier Konzerte auf der Hofgarten-Wiese in Bonn zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven exzellent. Nachdem am Freitag und Samstag die Freunde des Sprechgesangs bei den Fantastischen Vier und Deichkind wild hüpfen konnten, herrschte am Sonntagabend (28. August 2022) eine ganz andere Stimmung.

Der einzige Deutschland-Auftritt des Jahres der Elektro-Avantgardisten Kraftwerk war eher ein Gesamtkunstwerk als ein ausgelassenes Konzert. 25.000 Fans standen staunend vor der Bühne, eine weiße 3D-Papp-Brille auf der Nase und schwelgten in Erinnerungen.

Kraftwerk: Fans mit 3D-Brillen auf der Nase und fulminantem Sound

Vor einem Jahr wurde das 1970 gegründete Elektro-Pop-Projekt aufgrund seiner Bedeutung für die Rockmusik in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Die 120 Minuten von Bonn zeigten, warum das so ist. Metallische Roboterstimmen, teilweise minimalistische Elektrotöne und dann wieder dröhnende Bässe – eine Kraftwerk-Aufführung unterscheidet sich von herkömmlichen Konzerten kolossal.

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Es geht schon damit los, dass das Quartett um Gründungsmitglied Ralf Hütter (76) kein Wort sagt. Keine Begrüßung, keine Überleitung – nichts. Vier Männer in Overalls starren fast ununterbrochen auf ihre Pulte. „Ich glaube, die spielen Schiffe versenken. Oder sie checken ihre E-Mails“, sagte ein Fan in Bonn beim Betrachten der „Mensch-Maschinen“ belustigt. Ob überhaupt irgendetwas live erzeugt wurde oder ob alles vom Band kommt, kann keiner beweisen.

Zu dem Abend vor der Bonner Universität waren viele Generationen gepilgert. Die, die noch einmal die Helden ihrer Jugend live erleben wollten. Die, die verstehen wollten, warum diese Band so viel Einfluss auf vor allem die elektronische Musik gehabt hat. Und die, die offensichtlich lange gar nicht wussten, was sie da sollten.

Kraftwerk: Nur vereinzelte Verweise an das Rheinland im Programm

In den ersten 40 Minuten des Auftritts stieg der Geräuschpegel rund um die Getränkestände deutlich. Erst beim Hit „Autobahn“ wechselte die Aufmerksamkeit. Dabei gab es auch vorher schon nette Highlights zu entdecken. Beispielsweise, wie bei der Videoprojektion zu „Spacelab“ ein UFO auf der Hofgarten-Wiese landete. Oder, wie bei „Neonlicht“ der 4711-Schriftzug und das Klosterfrau-Melissengeist-Logo zu sehen ist.

„Computer Liebe“ stand stellvertretend für die vielen Melodien, die andere Künstler übernommen haben, wie Coldplay für ihren Hit „Talk“. Passend zu einem Open-Air dieser Größe folgten dann noch die zahlreichen Klassiker „Das Modell“, Radioaktivität“, „Tour de France“, „Trans Europa Express“ oder zum Schluss „Boing Boom Tschak“.

Die Kraftwerk-Fans schauen mit 3D-Brillen beim Konzert zu.

Alle 25.000 Fans erhielten am Eingang eine 3D-Brille, um die Projektionen zu verfolgen. Die Effekte wirkten vor allem im Zentrum vor der Bühne.

Alle Titel kamen in einer meisterhaften Sound-Qualität rüber. Durch zahlreiche Boxen-Türme entstand ein faszinierender Surround-Effekt, der auch in der hintersten Ecke des Geländes noch perfekt klang. Außerdem lieferten Kraftwerk eine solche Lautstärke ab, dass noch Kilometer entfernt gelauscht werden konnte. Dass die 3D-Effekte nur unmittelbar vor der Leinwand wirkten, war da zu verschmerzen.

Robbie Williams bildet den Abschluss der Hofgarten-Konzertreihe

Beim Evergreen „Die Roboter“ gingen Hütter, Fritz Hilpert (66), Henning Schmitz (68) und Falk Grieffenhagen (53) traditionell von der Bühne. Später im Song wurden sie von roboterähnlichen Figuren vertreten. Dem Musik-Erlebnis tat dies keinen Abbruch.

Denn um die Künstler geht es bei den Kraftwerk-Konzerten nicht, ausschließlich um deren Kunst. Zum Abschluss der vier Hofgarten-Events am Dienstag wird dies bei Entertainer Robbie Williams (48) wieder ganz anders sein.

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