Gewalt in der Corona-Krise Frauenhäuser komplett belegt – so schlimm ist es in Bonn

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Ein Mann geht mit erhobener Faust auf seine Ehefrau los.

Bonn – Zuhause bleiben, oft auf engem Raum. Und das seit Wochen. Dazu nicht mehr zur Arbeit fahren, sondern im Homeoffice arbeiten. Vor allem Paare gehen sich da schnell auf die Nerven.

Daher ließen die Corona-Einschränkungen Schlimmstes befürchten – nämlich, dass die Zahl der häuslichen Gewalt regelrecht explodiert. Doch: Im März verzeichnete die Bonner Polizei „nur“ 60 Fälle. Das waren 57 weniger als im Vergleichsmonat 2019 (117). Im April geht der Trend allerdings wieder nach oben. Bis kurz vor Monatsende wurden den Ermittlern rund 120 Fälle gemeldet. 

Häusliche Gewalt in Bonn: Anstieg zwischen 30. März und 12. April

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„Das liegt insbesondere daran, dass die 14. und 15. Kalenderwoche, also 30. März bis 12. April, über den Vorjahreszahlen lagen“, erklärt Polizeisprecher Simon Rott. Inzwischen seien die Zahlen wieder rückläufig. 

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ verzeichnet in seiner Beratungsstelle allerdings mehr Anrufe als noch vor drei, vier Wochen. So meldete sich unter anderem eine Frau, die von ihrem Mann bedroht wurde und ihn deshalb angezeigt hat. Sie vertraute der Mitarbeiterin an, dass sie nicht mehr nach Hause ginge, weil ihr Mann im Homeoffice säße...

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Häusliche Gewalt in Bonn: Zimmer in Frauenhäusern wegen Corona nicht doppelt belegt

Eva Risse von „Frauen helfen Frauen“ sagt: „Die Situation in unseren Frauenhäusern ist unverändert. Wir haben immer sehr viele Anfragen, alle Plätze sind belegt.“ Weil wegen Corona die Zimmer zur Zeit nicht mehr doppelt belegt würden, stünde der Verein mit der Stadt in Verhandlungen, um hilfesuchende Frauen in Hotels unterbringen zu können. 

Auch das Frauenhaus von „Hilfe für Frauen in Not“ ist zurzeit voll belegt. „Wir haben keine freien Plätze für Frauen und ihre Kinder zu vergeben“, erzählt Sozialarbeiterin Navina Reichardt. Es gäbe viele telefonische Anfragen. Reichardt: „Nach wie vor bieten wir eine Beratung nach telefonischer Beratung in unserer Beratungsstelle an.“

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