Coronavirus in Bonn Klopapier-Notstand: „Rewe“ spricht jetzt mal Klartext

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Ein Zettel macht klar: Hier werden keine Hamsterkäufe mehr zugelassen.

Bonn – Jetzt ist Schluss mit lustig: Im Bonner „Rewe“ am Friedensplatz macht ein Zettel eine klare Ansage in Sachen Hamsterkäufen. Kunden dürfen nur noch ein Paket Toilettenpapier, einmal Küchenrolle, zwei Stücke Seife kaufen. Auch der Kauf von Zucker, Mehl, Nudeln, Reis und Konserven wird reglementiert. Je zwei Produkte dürfen davon gekauft werden. 

Coronavirus: Plexiglas schützt Kassierer und Kunden

Um die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden zu schützen, hat „Rewe“ reagiert. So gibt es zum Beispiel im Geschäft am Friedensplatz seit Donnerstag Plexiglas-Scheiben an den Kassen.

Aber nicht nur das: Vor den Kassen sind rot-weiße Markierungen angebracht, damit die Kunden beim Warten genügend Abstand halten. 

Coronavirus: Kassiererin entsetzt über Reaktion

Sehr sinnvolle Maßnahmen, die aber nicht bei allen Bonnern gut ankommen. Eine Kassiererin erzählt: „Es gibt doch tatsächlich noch Kunden, die sich darüber lächerlich machen. Es ist echt nicht zu glauben!"

Inzwischen hat sich in Bonn auch teilweise der „Klopapier-Notstand“ gebessert. Viele Geschäfte wie „Rossmann“, „dm“ oder „Rewe“ wurden beliefert. Doch die Hamsterkäufe (Wuppertal schlägt Alarm Hamsterkäufe könnten dramatischen Nebeneffekt haben – hier lesen Sie mehr) der vergangenen Tage sorgten dafür, dass jetzt all diejenigen kräftig zugriffen, die bislang nicht zum Zug gekommen waren. Folge: In vielen Geschäften waren mittags die Regale wieder leer. Auch wenn es um Nudeln, Tomaten in der Dose und ähnliches geht.

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Mit einer Plexiglasscheibe an der Kasse und Abstandsmarkierungen reagiert Rewe auf die Corona-Krise.

Coronavirus: Geschäfte reagieren auf Engpässe

Trotz der hohen Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln und Drogerieartikeln beobachtet „Rewe“-Pressesprecher Andreas Krämer keine Engpässe. Trotzdem werde reagiert: „Die Frequenz der Belieferung der Rewe und Penny Märkte haben wir entsprechend erhöht bzw. angepasst.“ Regallücken seien nicht der Ausdruck genereller Lieferengpässe, sondern ein „rein vorübergehendes Phänomen“, sagte Krämer und lobte die Mitarbeiter, die bundesweit einen „extrem guten Job“ machten.

Bei der Drogeriemarkt-Kette „dm“ stieg nach eigenen Angaben die Nachfrage nach Seife und Toilettenpapier im Vergleich zum Vorjahr stark an. „Wir haben bereits reagiert und Maßnahmen entlang der gesamten Lieferkette ergriffen, um unsere dm-Märkte schnellstmöglich wieder mit Waren zu versorgen“, sagte dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer, der für das Marketing und Beschaffung zuständig ist.

Coronavirus: Appell an Solidarität

Auch bei Aldi arbeiten die Mitarbeiter nach eigenen Angaben auf Hochtouren, um die Regale so schnell wie möglich wieder aufzufüllen, berichtete Sprecherin Nastaran Amirhaji dem EXPRESS: „Obwohl wir in einzelnen Filialen aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie beispielsweise Konserven sehen, ist die Versorgungslage in unserem Verkaufsgebiet hinsichtlich unserer Produkte und der Logistik nach wie vor gesichert.“ Deshalb appelliert Amirhaji an die Solidarität der Kunden und betont: Für Hamsterkäufe gebe es keinen Anlass.

Hamsterkäufe: Noch keine Mengenbegrenzungen

Wird in den Märkten nun nur noch eine Packung Klopapier pro Person herausgegeben? Bei Aldi gibt es noch keine Mengenbegrenzungen beim Verkauf. „Wie sonst auch verkaufen wir Waren in den normalen haushaltsüblichen Mengen“, sagte Pressesprecherin Amirhaji. Die Rewe Group überlässt es jeder Filiale, zu entscheiden, ob Regulierungen beim Verkauf bestimmter Artikel notwendig sind. Die Drogeriemarkt-Kette dm hat nach eigenen Angaben ihre Mitarbeiter angewiesen, stark nachgefragte Produkte nur noch in haushaltsüblichen Mengen herauszugeben. 

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In der aktuellen Situation unterstützen sich bei dm die Teams untereinander, berichtete Christian Harms, als Geschäftsführer der dm-Drogeriemarktkette für das Ressort Mitarbeiter zuständig. „Neueinstellungen sind eine weitere Option, um unsere Kunden zu versorgen. Zudem stehen wir im Austausch mit Unternehmen, die ihre Verkaufsstellen aufgrund behördlicher Auflagen schließen müssen und mit denen wir gemeinsam, die vor uns allen liegenden Herausforderungen stemmen möchten“, sagte Harms. 

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