Unterkunft für Geflüchtete Stadt kauft Ex-Schule von Saudi-Arabien und dankt einer Bonner Familie

Die König-Fahd-Akademie

Die König-Fahd-Akademie in Bonn-Bad Godesberg wurde 2017 geschlossen und setzt seitdem leer. Jetzt hat die Stadt das Gebäude gekauft, am Montag (21. März 2022) ist Schlüsselübergabe. Das Foto wurde am 29. August 2016 aufgenommen.

Die Stadt Bonn richtet Unterkünfte für Geflüchtete her. Dabei gilt ihr Dank unter anderem einer Bonner Familie.

Auch in Bonn kommen immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine an. Die fieberhafte Suche der Stadt nach Gebäuden, wo diese kurzfristig untergebracht werden können, war jetzt erfolgreich.

Unter anderem ist es der Stadt gelungen, den bereits seit Monaten laufenden Erwerb der König-Fahd-Akademie in Bonn-Bad Godesberg kurzfristig abzuschließen. Am Montag (21. März 2022) soll sie den Schlüssel der früheren Schule von Saudi-Arabien erhalten. Dort soll dann Platz für rund 150 Personen geschaffen werden. Die Akademie mit angeschlossener Moschee wurde 2017 geschlossen, steht seitdem leer.

Unterkünfte in Bonn: Geflüchtete in alte Landwirtschaftskammer

Auch in der alten Landwirtschaftskammer in Bonn-Beuel sollen nach Plänen der Stadtverwaltung eine große Anzahl von geflüchteten Familien oder Frauen mit ihren Kindern einziehen. „Derzeit befindet sich die Stadt gemeinsam mit dem Eigentümer, dem Unternehmen Sahle, in Vorbereitungen einer Nutzung ab dem 1. April 2022“, erklärt Marc Hoffmann vom städtischen Presseamt.

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In einem Bürogebäude in der Ernst-Robert-Curtius-Straße 12 richtet die Stadt schnellstmöglich eine dauerhafte Erstanlaufstelle ein. Hoffmann: „Eine Bonner Familie, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat das Haus der Stadt für ein halbes Jahr miet- und heizkostenfrei angeboten.“ Sobald das Gebäude herrichtet ist, könne die provisorische Erstanlaufstelle am Windeckbunker geschlossen werden.

Oberbürgermeisterin Dörner dankbar für Unterstützung von Bonner Familie

„Ich begrüße sehr, dass wir zwei Gebäude zur Unterbringung gefunden haben, und ich bin dankbar, dass uns das Bürogebäude von einer Bonner Familie zunächst mietfrei zur Verfügung gestellt wird“, sagt Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner. „Mit diesen Unterbringungsmöglichkeiten erhoffen wir uns, dass wir zunächst keine weiteren Turnhallen als Notunterkünfte bereitstellen und auch die derzeit belegten Turnhallen perspektivisch wieder freigeben und den Schulen sowie Vereinen wieder zur Verfügung stellen können.“

Unterdessen setzt das städtische Gebäudemanagement die Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten fort. Aktuell prüft es rund 80 Objekte – von Einzelzimmern über Freiflächen für Wohncontainer bis hin zu ganzen Bürogebäuden – im gesamten Stadtgebiet, unter der Prämisse, dass dort gegebenenfalls kurz-, mittel- und langfristig Geflüchtete aus der Ukraine unterkommen und diese Objekte zu ortsüblichen Konditionen gekauft oder angemietet werden können.

Stadt Bonn: Insgesamt bereits 660 Geflüchtete untergebracht

Auch die Prüfung von privaten Unterkünften wird fortgesetzt. Zwischenzeitlich sind der Stadtverwaltung Bonn mehr als 1000 Angebote gemeldet worden. Deren Prüfung auf ihre Eignung hin sowie die Vermittlung benötigen jedoch Zeit, da die Stadt bei der Unterbringung von Geflüchteten in privaten Unterkünften ein besonderes Augenmerk auf den Schutz von Frauen, Kindern und vulnerablen Gruppe legt.

Mit Stand von Freitag (18. März 2022), 8 Uhr, hat die Stadt Bonn insgesamt 660 Geflüchtete untergebracht. Davon 217 in städtischen Unterkünften, 366 in Hotels sowie 77 konnten privat vermittelt werden. (iri)

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