Die Frau, die Kanzlerin Merkel rührte Mutter aus NRW meldet sich mit emotionaler Bitte

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Jihan Khodr weiß wovon sie spricht: Die 39-Jährige ist im Jahr 1989 selbst nach Deutschland geflüchtet – mit ihrer Mutter und sechs weiteren Kindern.

Wattenscheid – Corona belastet Eltern und Kinder – vor allem dort, wo Mütter und Väter im Fernunterricht nicht helfen können. Mit einer emotionalen Rede hat eine Wattenscheiderin der „Frau Bundeskanzlerin“ erklärt, wie die Realität im Volk aussieht. Und nicht nur die hat sie gehört.

  • Migrationshelferin aus Wattenscheid mit dringendem Appell an Kanzlerin Merkel: Eltern aus Migrationsfamilien benötigen Unterstützung für Kinder im Fernunterricht
  • Emotionale Rede bewegt – erste Spendenaktionen für technische Ausstattung wurden angeboten
  • 39-jährige Mutter aus Wattenscheid fordert zudem Notgruppen und Unterstützung für die Kinder

Mutter aus Wattenscheid mit emotionaler Bitte an „Frau Bundeskanzlerin“

Ihre Tränen und ihr eindringlicher Appell an die Kanzlerin haben viele Menschen berührt. Am Donnerstag (4. Februrar) hatte die 39-jährige Wattenscheider Familienhelferin Jihan Khodr mit ihrer Schilderung der verzweifelten Lage vieler Familien in der Corona-Krise einen Stein ins Wasser geworfen, der auch am Tag danach noch Kreise zieht.

„Ich habe eine große Botschaft für Sie, weil die Familien wollen deren Kindern mit Bildung helfen“, hatte Khodr der aufmerksam lauschenden Angela Merkel (CDU) im digitalen Bürger-Dialog der Kanzlerin erklärt.

Leider klappe das in vielen Fällen nicht: „Die Eltern sind machtlos. Viele Familien in Wattenscheid, Bochum, viele Migrationsfamilien sind einfach Analphabeten. Die Kinder bekommen die Unterstützung nicht.“

Nach Ansprache an Merkel: Spendenaktionen für Wattenscheid gestartet

Am Freitag ist Khodr immer noch aufgewühlt über ihr aufsehenerregendes Gespräch mit der „Frau Bundeskanzlerin“. Viele Reaktionen habe sie bekommen, erzählt die Mutter von vier Kindern der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Am Morgen habe sogar schon jemand Laptop-Spenden und Unterstützung für Flüchtlingsfamilien angeboten. „Ich habe mit der Frau Bundeskanzlerin gesprochen, weil ich wollte einfach nur, dass jemand von oben uns hört und die Realität erkennt.“

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Migrationshelferin Jihan Khodr (39) aus Wattenscheid wendete sich mit einer emotionalen Bitte an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Technische Ausstattung für Kinder, denen in Corona-Zeiten keiner bei den Schulaufgaben helfen könne, reiche alleine nicht, hatte sie Merkel erklärt. Die Kinder und deren Eltern bräuchten Ansprechpartner, Notgruppen, wo sie hinkommen könnten, und Kooperationen mit Schulen, Studenten und ehrenamtlichen Helfern.

Unterstützung für Migrationsfamilien: Merkel will Hilfe für Kinder ermöglichen

Merkel fing den Ball gleich auf und appellierte an alle in Wattenscheid, die dort helfen könnten, sich beim Familienpatinnen-Projekt des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer zu melden. Dort versucht Khodr mit zwei weiteren Teilzeitkräften ihr Bestes zu geben, um Leid zu lindern.

„Wenn sich jemand meldet, schreiben Sie mir dann mal“, verabschiedete Merkel ihre Gesprächspartnerin aus dem Kreis der 14 Mütter und Väter, die per Video-Konferenz mitdiskutiert hatten.

Ausdrücklich bedankte sich die Kanzlerin für die eindrückliche Schilderung der Lage von Familien, wo zuhause eben kein Deutsch gesprochen wird und Eltern auch rein technisch schon nicht den coronabedingten Fernunterricht ihrer Kinder begleiten können.

Jihan Khordr aus Wattenscheid: „Frau Merkel ist wie eine Mutter“

Das Gespräch habe sie sehr bewegt, erzählt Khodr. Für viele sei Angela Merkel einfach die Bundeskanzlerin. „Für andere ist sie eine Mutter, weil sie jedem zuhört.“

Die 39-Jährige Mutter von drei Schulkindern und einem Kita-Kind weiß genau, wovon sie spricht. „Ich bin 1989 mit meiner Mutter und sechs Kindern nach Deutschland geflohen vor dem Krieg im Libanon“, berichtet sie. Viel Unterstützung habe es damals nicht gegeben.

Inzwischen gebe es viele weitere Flüchtlingsfamilien hier, die Hilfe benötigten, damit sie eine Ausbildung und eines Tages einen Arbeitsplatz bekommen. Jetzt engagiere sie sich seit vielen Jahren, um anderen Flüchtlingsfamilien zur Seite zu stehen.

„Wir wollen dem deutschen Volk auch etwas zurückgeben und uns untereinander helfen.“ (dpa)

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