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Bei Schießerei in NRW Polizistinnen ließen blutenden Kollegen im Stich

Schüssel Gevelsberg

Bei dem Schusswechsel in Gevelsberg 2020 wurde ein Polizist schwer verletzt. Das Foto zeigt den Wagen des mutmaßlichen Täters und ein Polizeifahrzeug. 

Hagen/Gevelsberg – Ein Polizei-Einsatz aus Gevelsberg schlägt auch ein knappes Jahr später noch hohe Wellen. Weil zwei Polizistinnen einen verletzten Kollegen am Tatort im Stich gelassen haben sollen, stehen sie jetzt vor Gericht. 

Beim Prozess um den dreifachen Mordversuch in Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis) rund um den Tatverdächtigen Vitalij K. (37) sind jetzt neue, erschütternde Details ans Licht gekommen. Der Angeklagte soll 2020 bei einer Routine-Verkehrskontrolle auf drei Polizisten geschossen haben und geflüchtet sein. 

  • Mordprozess am Landgericht Hagen
  • Polizistinnen entfernten sich vom Tatort
  • Kollege lag blutend auf Straße

Wie die „Bild“ berichtet, ist bei der Schießerei nicht nur der Tatverdächtige geflüchtet. Auch zwei Polizeibeamtinnen sollen sich aus Angst um ihr Leben aus dem Staub gemacht haben – obwohl einer ihrer angeschossenen Kollegen (29) schwerverletzt am Boden lag.

Nadine A. (32) und Patricia B. (37), beide Polizeikommissarinnen der Wache Ennepetal, versteckten sich demnach zunächst während des Einsatzes hinter ihrem Streifenwagen.

Schießerei in NRW: Polizistinnen hauten einfach ab

Während einer ihrer Kollegen das Feuer auf den Schützen erwiderte, machten sich die beiden Beamtinnen aus dem Staub. Sie sollen zuvor in einem Streifenwagen am Tatort vorbeigefahren sein und im Rückspiegel dann die Schüsse auf ihren Kollegen bemerkt haben.

Patricia B. erklärte: „Wir hatten Angst. Meine Kollegin schrie nur noch: Nix wie weg hier! Renn! Renn!“

Neuer Inhalt

Beim Mordprozess gegen den Angeklagten Vitalij K. (37) am Landgericht Hagen sind neue Details rund um das Geschehene ans Licht gekommen. Das Bild zeigt den Angeklagten am Mittwoch (13. Januar) neben seinem Verteidiger Andreas Trode im Landgericht.  

Damit verstießen die beiden Polizistinnen gegen ihren Polizei-Diensteid. Das hatte bereits interne Konsequenzen. Die beiden Beamtinnen wurden in den Innendienst der Polizei versetzt und dürfen keine Streife mehr fahren.

Schießerei in NRW: Polizistinnen müssen auf die Anklagebank

Zusätzlich kommt jetzt auf die beiden Polizistinnen eine Anklage zu. Die Staatsanwaltschaft Hagen hat gegen die beiden eine Anklage wegen „gemeinschaftlich versuchter gefährlicher Körperverletzung durch Unterlassen“ erhoben.

Den Polizistinnen droht der Entzug des Beamtenstatus. (mir)

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