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Zoff um den NationalparkKnappe Mehrheit für neue Prüfung im Rothaargebirge

Kreis nimmt neuen Anlauf für Nationalpark im Rothaargebirge

Copyright: Federico Gambarini/dpa

Nordrhein-Westfalens bislang einziger Nationalpark befindet sich in der Eifel. (Symbolbild)

Das Projekt stand auf der Kippe, jetzt die Wende!

Was für ein Krimi! Das Vorhaben für ein Nationalpark-Projekt im Rothaargebirge bekommt eine zweite Chance. Am Freitagabend (21. Juni 2024) stimmte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein mit einem denkbar knappen Ergebnis dafür, die Idee erneut zu untersuchen. In einer geheimen Wahl fiel die Entscheidung mit 28 zu 26 Stimmen. Das ist ein echtes Comeback, denn zuvor war der Vorstoß im Umweltausschuss noch durchgefallen.

Der Kreistag könnte laut Informationen der dpa ab September eine endgültige Entscheidung treffen, ob das Vorhaben umgesetzt oder gestoppt wird. Zuvor werden Fachleute aus diversen Behörden, Verbänden und Institutionen gemeinsam mit politischen Vertretern die genauen Voraussetzungen für einen potenziellen Nationalpark erarbeiten.

NRW-Regierung will zweiten Nationalpark

Schon seit einiger Zeit sucht die von CDU und Grünen geführte NRW-Landesregierung einen passenden Ort für das zweite Nationalpark-Projekt des Bundeslandes. Als eine von sechs potenziellen Regionen wurde dabei der Rothaarkamm ins Spiel gebracht. Jedoch hatte der Kreistag Siegen-Wittgenstein einem solchen Antrag Anfang 2024 eine klare Abfuhr erteilt.

Dennoch signalisierte Landesumweltminister Oliver Krischer, dass die Landesregierung einer Region, die sich für einen Nationalpark entscheidet, weiterhin gesprächsbereit gegenübersteht. Aktuell ist der Nationalpark in der Eifel der einzige seiner Art in ganz Nordrhein-Westfalen.

Befürworter und Gegner: Die Region ist zerstritten

Landrat Andreas Müller (SPD) zählt zu den stärksten Unterstützern des Vorhabens. Er argumentiert, ein Nationalpark könne die überregionale und weltweite Wahrnehmung der Gegend verbessern. Zudem erhofft er sich dadurch frische Arbeitsplätze im Tourismussektor sowie einen bedeutenden Beitrag für den Schutz des Klimas.

Auf der anderen Seite stehen jedoch vehemente Kritiker. Die Wirtschaft und Industrie äußern Sorgen vor negativen Auswirkungen. So hatten die Industrie- und Handelskammer und die Arbeitgeberverbände bereits vorab Bedenken geäußert: Die Region könne sich weder weitere Einschränkungen bei Flächen noch einen Stillstand bei der Erweiterung von Verkehrsinfrastruktur leisten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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