3

Sensation nach WaldbrandFlammen legen jahrhundertealtes Geheimnis im Hohen Venn frei

Rauch über der verbrannten Landschaft am Ort des Brandes im Naturschutzgebiet Hohes Venn.

Copyright: Bruno Fahy/Belga/dpa

Rauch über der verbrannten Landschaft am Ort des Brandes im Naturschutzgebiet Hohes Venn.

Ein Waldbrand im Hohen Venn legt ein jahrhundertealtes Geheimnis frei. Unter der Asche kommt ein historischer Weg zum Vorschein.

Mitten in der Zerstörung durch das verheerende Feuer im Hohen Venn machen Helfer eine unglaubliche Entdeckung. Unter der Asche kommt ein Schatz zum Vorschein, der jahrhundertelang verborgen lag.

Ein gewaltiges Feuer hat im Hohen Venn, einem Naturschutzgebiet, eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Innerhalb von kurzer Zeit wurden rund 3000 Hektar Natur von den Flammen verschlungen. Während Fachleute noch die Schäden bewerten, wurde inmitten der Brandfläche eine sensationelle Entdeckung gemacht. Unter der verkohlten Erde kamen die Relikte eines uralten Weges zum Vorschein.

Auf die Spuren stießen Mitarbeiter vom wallonischen Öffentlichen Dienst, wie der belgische Sender RTBF meldet. Ihre Teams halfen der Feuerwehr von Anfang an bei der Bekämpfung des Feuers und sind weiterhin damit beschäftigt, letzte Glutnester zu löschen.

Hohes Venn: Uralte Pflastersteine nach Feuer-Walze entdeckt

An einer Stelle, die seit Ewigkeiten von Pfeifengras bedeckt war, fraß sich das Feuer rund 30 Zentimeter in den Untergrund. Plötzlich wurde dadurch der historische Weg freigelegt, der für Jahrhunderte komplett verborgen war. Die Helfer teilten mit, dass ihnen die Pflastersteine aufgefallen waren, die durch die enorme Hitze nach oben gedrückt wurden.

Erste Analysen deuten auf eine echte Sensation hin: Es soll sich um die Spuren einer Trasse aus dem 8. Jahrhundert handeln. Das würde sie erheblich älter machen als die meisten bekannten Routen in der Gegend. Man nimmt an, dass sie merowingischen Ursprungs ist und damals Lüttich mit Aachen verknüpfte.

Bauten die Merowinger die historische Straße im Hohen Venn?

Die Merowinger waren ein Herrschergeschlecht, das zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert über große Teile des heutigen Frankreichs, Belgiens und Deutschlands regierte. Forscher von der Lütticher Universität haben eine Vermutung: Es könnte sich um die sogenannte Via Mansuerisca handeln, eine alte Route quer durchs Hohe Venn.

Ganz eindeutig ist die historische Klassifizierung allerdings noch nicht gelungen. Der Verlauf der Via Mansuerisca konnte zwischen Drossart im Norden und Botrange im Süden auf einer Distanz von etwa fünf Kilometern klar belegt werden. Ob die freigelegten Spuren womöglich zu dieser historischen Verbindung gehören, muss noch genauer erforscht werden. Aufgrund der weiterhin bestehenden Sicherheitsvorkehrungen dürfen sich die Forscher aber vorerst nicht länger in dem Bereich aufhalten.

Die Konservierung eines solch alten Weges ist wegen der besonderen Vegetation im Hohen Venn absolut denkbar. Der Torfboden schafft nach Auskunft der Lütticher Universität günstige Voraussetzungen. „Dieses ständig feuchte Moorgebiet begünstigt die Erhaltung organischer Materialien“, schreiben die Forschenden der Universität Lüttich. (red)

Ein Haribo-Goldbär auf der Waldfläche im Ahrtal, die das Unternehmen aufforsten möchte.
Riesen-Enttäuschung für Familien
Haribo sagt Kastanien-Aktion ab – dafür startet neues Projekt