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Riesen-Enttäuschung für FamilienHaribo sagt Kastanien-Aktion ab – dafür startet neues Projekt

Ein Haribo-Goldbär auf der Waldfläche im Ahrtal, die das Unternehmen aufforsten möchte.

Copyright: Haribo

Ein Haribo-Goldbär auf der Waldfläche im Ahrtal, die das Unternehmen aufforsten möchte.

Wegen Seuchengefahr: Haribo sagt die beliebte Kastanien-Aktion erneut ab. Dafür pflanzt der Konzern einen neuen Wald.

Jahrelang war es das Herbst-Highlight für viele Familien: Kastanien sammeln, zu Haribo bringen und Gummibärchen kassieren. Damit ist auch 2026 Schluss. Eine ernste Gefahr steckt dahinter.

Für viele Kids und ihre Eltern in der Region ist es ein festes Ritual im Herbst. Sie sammeln fleißig Kastanien, um sie beim Bonner Süßwaren-Giganten Haribo gegen Leckereien einzutauschen. Aber diese Tradition findet im laufenden Jahr 2026 leider keine Fortsetzung.

Schon im vergangenen Jahr 2025 fiel das Event ins Wasser. Der Konzern, der 2018 von Bonn nach Ahrweiler umzog, musste die Sammelaktion canceln. Eine Mitteilung von Haribo am Mittwoch (9. September) bestätigte nun: Auch diesmal wird es keinen Tausch von Kastanien und Eicheln gegen Naschereien geben.

Gefährliche Tier-Krankheit stoppt den Tausch-Spaß

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist wieder der Spielverderber. Eine Sprecherin des Unternehmens erläuterte, dass die Gefahr einer Ausbreitung der ASP nach wie vor besteht. Diese Einschätzung teilen Veterinärbehörden und Fachleute aus den Bereichen Forst, Jagd und Landwirtschaft. Die bei der Aktion gesammelten Kastanien, die später an Tiere gehen, könnten das Virus weitertragen.

Für Haus- und Wildschweine ist diese Seuche extrem ansteckend und oft tödlich, so die Meinung von Tiermedizinern und Experten. Die Übertragung kann über infizierte Objekte, Nahrung oder Futter geschehen, wie offizielle Stellen mitteilen.

Der Haribo-Goldbär hilft bei der Kastanien-Aktion 2022. Für 2026 musste das Unternehmen die beliebte Aktion leider absagen.

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Der Haribo-Goldbär hilft bei der Kastanien-Aktion 2022. Für 2026 musste das Unternehmen die beliebte Aktion leider absagen.

Das Risiko, dass die bedrohliche Virusinfektion durch die gesammelten Kastanien und Eicheln auf Wildtiere überspringt, ist laut Behördenangaben zu hoch. Haribo selbst bekräftigte am Mittwoch: „Das Risiko ist einfach zu groß“.

Haribo mit emotionaler Botschaft an die Fans

Seit etwa 80 Jahren existiert diese Tausch-Tradition. Ein Rekordergebnis wurde erst 2023 erreicht, als 270 Tonnen Kastanien zum Hauptsitz des Unternehmens transportiert und gegen Goldbären sowie andere Haribo-Produkte getauscht wurden. Üblicherweise spendet der Konzern die gesammelten Früchte an Wildparks.

Das Unternehmen äußerte sich dazu: „Wir bedauern es sehr, dass die Kastanien-Aktion auch in 2026 nicht stattfinden kann. Die Kastanien-Aktion hat Generationen von Familien begleitet und war für viele ein fester Bestandteil des Herbstes. Gleichzeitig möchten wir den Kindern zeigen, dass ihr Engagement für die Natur weiterhin wichtig ist“. Ob und wann Haribo die Aktion wieder aufleben lässt, ist momentan nicht absehbar.

Statt Kastanien: Haribo pflanzt jetzt einen eigenen Wald

Der Konzern gab am Mittwoch aber auch bekannt, dass er sich mit einer neuen Initiative in der Gegend einbringen möchte. Als Ersatz für die abgesagte Sammel-Aktion hat sich die Firma eine Alternative ausgedacht. Geplant ist die Entstehung eines Haribo-Waldes im Ahrtal.

10.000 Bäume sollen Haribo zufolge in der Region im Ahrtal angepflanzt werden.

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10.000 Bäume sollen Haribo zufolge in der Region im Ahrtal angepflanzt werden.

Laut Haribo sollen in der Gegend 10.000 Bäume in die Erde kommen. Der Startschuss fällt mit einer gemeinsamen Pflanzwoche im November 2026, an der sich Schulen aus der Ahrtal-Region sowie die Mitarbeitenden beteiligen. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler stellt dafür ein Areal von über zwei Hektar bereit. Als Teil des Gemeinschaftsprojekts erhalten die teilnehmenden Schulen vom Familienunternehmen zusätzlich eine finanzielle Spritze, um ihr jeweiliges Schulgelände zu verschönern.

Holger Lackhoff, der Geschäftsführer von Haribo Dach, sagte dazu: „Kinder messen sich an Türrahmen und sind stolz auf jeden Zentimeter, den sie gewachsen sind. Genauso werden sich alle freuen, wenn der Haribo-Wald Jahr für Jahr weiterwächst. Der Startpunkt in diesem Herbst ist die Pflanzung eines Waldes, der neben dem Aspekt der nachhaltigen Aufforstung ein Ort werden soll, der kommenden Generationen etwas Bleibendes schenkt und für kindliche Freude steht“.

Zustimmung für das Vorhaben kommt auch von Pascal Rowald, dem Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler: „Haribo ist in unserer Region zu Hause. Daher freuen wir uns, dass der Haribo-Wald oberhalb der Paradieswiese am Rande des Neuenahrer Berges, einem beliebten Freizeitziel, entsteht“.

Der neue Forst ist Teil der Aktion „Das Ahrtal blüht auf“. Es handelt sich um ein Projekt für Nachhaltigkeit und Klimaschutz der Robin Gut-Stiftung. Ziel ist es, die Gegend nach der schlimmen Flut von 2021 dauerhaft zu stärken und widerstandsfähige Mischwälder zu schaffen. Nach den Jahren der Instandsetzung ist das Vorhaben ein klares Signal für Nachhaltigkeit vor Ort. (red)

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