Bienen in NRW: Experte warnt vor häufigen Fehlern
Köln ist Bienen-HochburgWas die Insekten jetzt brauchen und wie Sie wirklich helfen

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Auf einer Honigwabe tummeln sich zig Bienen.
Sie sind für unser Ökosystem essenziell, doch ihr Lebensraum schwindet zusehends: Wild- und Honigbienen. Während Menschen Honigbienen als Nutztiere halten, sind Wildbienen auf sich gestellt. Beide bestäuben aber unsere Pflanzen und sichern so deren Fortbestand. Experten aus NRW enthüllen, was den Insekten wirklich hilft – und was man unbedingt unterlassen sollte.
Eine gesetzliche Meldepflicht für Bienenvölker zeigt, wo in NRW die meisten Honigbienen leben. Die Landwirtschaftskammer gibt bekannt, dass Köln mit 3.253 registrierten Völkern an 516 Standorten die Nase vorn hat. Dahinter folgen Dortmund (2.923 Völker), Bochum (2.431 Völker) und Bonn (1.427 Völker).
Mehr als die Hälfte der Bienenarten in NRW bedroht
Die Lage bei den Wildbienen ist alarmierend. Laut Holger Sticht vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW gab es in Nordrhein-Westfalen einst 360 Bienenarten. Die letzte offizielle Erhebung (Rote Liste) ist jedoch von 2009. Schon damals galten über 50 Prozent der Arten als gefährdet oder waren bereits ausgestorben.
Nehmen die vielen Honigbienen in den Städten ihren wilden Verwandten das Futter weg? „Honigbienen und ihre Verwandten ergänzen sich, solange genügend Nahrung vorhanden ist“, teilt die Landwirtschaftskammer mit. Experte Sticht sieht das ähnlich. Ein Wettbewerb entsteht nur bei Nahrungsknappheit. Dann ziehen Wildbienen oft den Kürzeren, weil sie auf bestimmte Blüten spezialisiert sind und durch Gifte sowie Landschaftszerstörung immer mehr Lebensräume verlieren.

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Imker Friedel Mirbach aus Bornheim stellt seinen Garten und seine Bienen vor.
Was im Garten und auf dem Balkon wirklich hilft
Wer den Bienen helfen möchte, kann mit der richtigen Bepflanzung viel bewirken. Laut Landwirtschaftskammer sind Kräuter wie Lavendel, Thymian, Salbei oder Minze aus dem Supermarkt eine gute Möglichkeit. BUND-Experte Sticht rät aber vor allem zu heimischen Pflanzen: Korbblütler wie Margeriten oder Löwenzahn sind bei den Bienen besonders begehrt.
Imker Friedel Mirbach, Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Wild- und Honigbienen Voreifel, ist kein Befürworter von Saatgutmischungen, da diese oft nicht für Bienen geeignet seien. Sein Tipp: „Fünf Prozent dürfen auch für das Auge sein.“ Wer eine Beratung benötigt, kann sich an sogenannte Bio-Stationen vor Ort wenden.
Insektenhotels: Experte warnt vor Verletzungsgefahr
Insektenhotels sind eine sinnvolle Unterstützung, aber nur, wenn sie korrekt gebaut sind. In einen Holzklotz können Löcher mit bis zu acht Zentimetern Tiefe und einem Abstand von zwei bis drei Zentimetern gebohrt werden. Wichtig: „Wände glätten, Bohrmehl ausklopfen“, rät die Landwirtschaftskammer. Sticht empfiehlt zudem einen wetter- und sonnengeschützten Platz.

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Für Insekten und Wildbienen hat Friedel Mirbach ein großes Insektenhotel.
Das größte Risiko birgt das verwendete Material. „Ich nehme Hartholz, damit sich die Bienen nicht verletzen können“, erklärt Imker Mirbach. Der Hintergrund ist ernst: Weichholz wie Fichte oder Tanne neigt beim Bohren zum Ausfransen. An diesen scharfen Splittern können die Insekten ihre filigranen Flügel beschädigen. Obendrein eignen sich die Hotels laut Landwirtschaftskammer nur für einen Bruchteil der Wildbienenarten.
Sticht rät außerdem, im Garten und auf dem Balkon die Finger von Pestiziden und Kunstdünger zu lassen, da der Einsatz von Giften die Vielfalt der Insekten dezimiert. Bei großer Hitze kann man den Tieren zusätzlich mit einer flachen Schale voll Wasser eine Freude machen. Kleine Steinchen oder Zweige darin fungieren als sichere Landehilfe.

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Die Bienenwaben sind mit reichlich Honig gefüllt.
Hobby-Imkern: „Ich brauche das, um runterzukommen“
Der Traum vom eigenen Honig fasziniert viele. Die Fachleute sind sich einig: Die Imkerei ist ein tolles Hobby, das aber eine gute Vorbereitung erfordert. Wer sich für die Bienenhaltung entscheidet, muss sich mit artgerechten und ökologischen Methoden befassen. Für Mirbach ist es auch eine Methode zum Stressabbau. Er hat schon von Imkern gehört, die sagen: „Ich brauche das, um runterzukommen.“
Man sollte jedoch den Zeitaufwand nicht unterschätzen. „Eine gute Ausbildung macht Sinn“, unterstreicht Sticht. Er legt zudem nahe, dass jeder Imker auch ein Basiswissen über Wildbienen entwickeln sollte. Mirbach empfiehlt für den Einstieg Imker-Kurse, die über Imkerverbände oder online leicht zu finden sind. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
