Drama in der Lübecker Bucht: Ein Wal ist gestrandet.
Wal-Drama in der OstseeJungtier bei Niendorf gestrandet – Retter im Wettlauf mit der Zeit

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Ein Wal ist an der Ostseeküste vor Niendorf gestrandet, im Hintergrund ein Boot der Küstenwache. Die Polizei hat das Gelände abgesperrt, um das Tier nicht zu beunruhigen.
Wieder ein Wal-Alarm in der Ostsee! Vor Niendorf ist in der Lübecker Bucht ein Meeressäuger auf Grund gelaufen. Eine dramatische Rettungsaktion ist sofort angelaufen. Es ist ein Kampf um das Leben des Tieres, ein Wettlauf gegen die Uhr.
Bei dem gestrandeten Tier handelt es sich wahrscheinlich um einen jungen Buckelwal. Das erklärte Sven Biertümpfel von der Organisation Sea Shepherd, die sich für den Schutz der Meere einsetzt. Diese Einschätzung teilt auch das Deutsche Meeresmuseum, welches in Stralsund beheimatet ist. Fachleute gehen davon aus, dass es ein junger Bulle ist, denn männliche Tiere gehen im Unterschied zu den Weibchen häufiger auf Erkundungstour.
Ist es derselbe Wal, der schon in Wismar gesehen wurde?
Die Meeresschützer hegen einen furchtbaren Verdacht. Biertümpfel ist überzeugt, dass es sich bei dem Tier um jenes handelt, das schon seit März im Wismarer Hafen für Aufsehen gesorgt hat.
„Wir sind uns ganz sicher, dass es sich um denselben Wal handelt, weil Drohnenaufnahmen Teile des Netzes zeigen, in dem er sich vor Wismar verfangen hatte“, äußerte er sich laut einer Meldung der dpa. Der Wal war Anfang März in Wismar aufgetaucht und schwamm später wieder auf das offene Meer hinaus – doch nun steckt er fest.
Rettungsaktion unter Hochdruck – Polizei warnt Schaulustige
Die Bergung ist extrem kompliziert. Wegen des gewaltigen Gewichts der Meeressäuger ist es kaum möglich, sie von einer Sandbank zurück in tieferes Wasser zu befördern. Alleine schaffen sie es nicht. Die Helfer von Sea Shepherd wollen jetzt versuchen, den Wal mithilfe von Schlauchbooten vom Strand wegzubewegen.
Eine solche Aktion versetzt die Tiere in gewaltigen Stress. Aus diesem Grund hat die Polizei das Gebiet um den Hafen von Niendorf abgeriegelt und richtet eine eindringliche Bitte an alle Neugierigen: Haltet Abstand! Man soll sich dem Tier weder vom Wasser noch vom Land aus nähern. Drohnen sind ebenfalls verboten, um den Wal nicht noch mehr in Panik zu versetzen.
Warum verirren sich große Wale überhaupt in die Ostsee?
In der Ostsee sind normalerweise nur die kleinen Schweinswale heimisch. Almut Neumeister, eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums, erläutert, weshalb sich trotzdem immer wieder große Wale hierher verirren: Oft folgen sie auf der Jagd nach Futter einfach den Fischschwärmen. Es ist aber auch möglich, dass Lärm unter Wasser ihre Orientierung beeinträchtigt.
Die Deutsche Stiftung Meeresschutz berichtet zudem, dass in den letzten Jahrzehnten auch schon Belugas, Narwale und Zwergwale in der Ostsee entdeckt wurden. Dass die Sichtungen häufiger werden, könnte auch damit zusammenhängen, dass die Bestände mancher Walarten wieder anwachsen.
Immer wieder Sichtungen in der Region
Erst zu Beginn des Jahres im Januar schwamm ein großer Wal durch die Flensburger Förde. Dabei handelte es sich um einen Finnwal von etwa acht Metern Länge, wie Judith Denkinger vom Deutschen Meeresmuseum bestätigte. Mit einer Länge von bis zu 25 Metern sind Finnwale die zweitgrößten Lebewesen auf dem Planeten – nur der Blauwal wird noch größer.
Auch dieser Finnwal war wahrscheinlich auf der Suche nach Futter in die Ostsee gelangt. Üblicherweise wandern diese Tiere aus den arktischen Meeren, wo sie den Sommer verbringen, in wärmere Zonen, um sich dort fortzupflanzen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

