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„Petition war schlecht“Chef kritisiert eigene Aktion für den alten Plastik-Strohhalm

Capri-Sun

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa

Capri-Sun kämpft seit zwei Jahren um eine Rückkehr zu Plastikstrohhalmen – Kunden hätten sich etwa über den Papiergeschmack beim Trinken beschwert, sagt das Unternehmen. (Symbolbild)

Der Capri-Sun-Chef kritisiert die eigene Petition für Plastikhalme scharf, hält die Papier-Alternative aber für unsinnig.

Was für eine Ansage! Der langjährige Chef des Getränkeherstellers, Hans-Peter Wild (85), findet nach der misslungenen Unterschriftenaktion für die alten Plastikhalme deutliche Worte und kritisiert die eigene Kampagne scharf. „Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei“, erklärte der Mann, der als Präsident dem Verwaltungsrat der Capri Sun Group Holding AG vorsteht, gegenüber der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Sein Standpunkt zu den ungeliebten Alternativen ist aber klar: „Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.“

Der Konzern mit Hauptsitz in Baden-Württemberg arbeitet seit 2024 aktiv an einer speziellen Erlaubnis der Europäischen Union (EU). Das Ziel: die Wiederzulassung des Plastikstrohhalms. Seit 2021 muss Capri-Sun wegen eines EU-Verbots für Einwegplastik auf Papierhalme für seine bekannten Trinkpacks setzen. Diese Pläne stoßen bei Umwelt- und Verbraucherorganisationen auf heftige Gegenwehr.

Papierhalm-Frust bei den Fans

Die Firma berichtet, dass seit der Umstellung viele Beschwerden von Konsumentinnen und Konsumenten eingehen. Die Hauptkritikpunkte: Der Papierhalm sei schwierig in den Beutel zu bekommen, weiche schnell durch und beeinträchtige den Geschmack mit einer pappigen Note. Obwohl Capri-Sun den Halm aus Papier deshalb schon mehrfach verbessert hat, scheint der Ärger bei den Kunden zu bleiben.

In dem Gespräch, das anlässlich seines 85. Geburtstags geführt wurde, hat Wild eine überraschende Idee. „Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar“, betont er. Sein Argument lautet: „90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.“ Viel besser wäre es seiner Ansicht nach, wenn der wiederverwertbare Halm im Beutel verbleibt. So könnte der gesamte Trinkpack dem Recycling zugeführt werden.

Petition gefloppt: Kaum Unterstützung für Plastik-Comeback

Der Plan des Unternehmens sieht vor, den Halm aus Polypropylen zu fertigen, demselben Kunststoff wie der Trinkbeutel. Um dieses Vorhaben zu unterstützen, wurde eine Online-Petition ins Leben gerufen. Das ambitionierte Ziel war, eine Million Unterstützer zu finden. Das Ergebnis war jedoch eine herbe Enttäuschung, denn es kamen nicht einmal 170.000 Signaturen zusammen.

Umweltschützer sprechen von „Armutszeugnis“

Die Anstrengungen des Getränkeherstellers werden von Umwelt- und Verbraucherschützern scharf verurteilt. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe fand dazu kürzlich klare Worte: „Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.“ Ihre Begründung: Die kleinen Beutel sind hauptsächlich für den Verzehr unterwegs gedacht und landen daher häufig achtlos in der Natur. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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