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Sogar Handschellen gefundenVögel in Australien bauen Liebesnester aus unserem Abfall

Balzverhalten von australischen Laubenvögeln

Copyright: Caitlin Evans/University of Exeter/dpa

Stadtvögel gehen in Australien jetzt mit menschlichen Abfällen auf Brautschau.

Vögel bauen Nester aus Müll – sogar Handschellen dabei

Fürs Liebesglück wird jetzt Abfall gesammelt, nicht mehr Äste und Laub. Die Entdeckungen von Forschern sind unfassbar – bis hin zu Handschellen.

Kabel, Scherben, Büchsen – ja, sogar Handschellen: Um die Weibchen zu beeindrucken, nutzen männliche Laubenvögel in den Städten Australiens immer extremere Methoden. Anstatt ihre Balzplätze mit Naturdeko wie Laub oder Obst zu verschönern, verwenden sie eine wilde Mischung aus dem Abfall der Menschen. Dies geht aus einer neuen Untersuchung der University of Exeter hervor.

Die Singvögel mit dem Namen Laubenvögel (Ptilonorhynchidae) sind eine spannende Art, die es nur in Australien und Neuguinea gibt. Bekannt wurden sie durch ihr spezielles Paarungsritual: Am Boden errichten die Männchen komplexe Bauten aus Ästen. Um eine Partnerin zu finden, werden diese dann aufwändig verziert.

In der Stadt ist Müll Trumpf

Balzverhalten von australischen Laubenvögeln

Copyright: Caitlin Evans/University of Exeter/dpa

Männliche Laubenvögel bauen aufwendige Balzplätze und dekorieren diese anschließend für die Weibchen.

Wissenschaftler verglichen für eine Untersuchung, die im Magazin „Royal Society Open Science“ erschien, die gesammelten Schätze von zahlreichen Laubenvögeln aus der Stadt Townsville (Queensland) mit denen von Vögeln vom Land. Das Resultat ist eindeutig: Die urbanen Vögel setzten auf eine erheblich größere Anzahl an farbenfrohen Objekten, die zumeist von Menschen weggeworfen wurden.

Grüne Scherben aus Glas und rote Kabel waren besonders begehrt. Die Forscher stießen aber auch auf absolut skurrile Objekte: Handschellen, Medizinfläschchen bei einer Klinik oder leuchtende Gesichtsmasken in der Nähe eines Sportstadions. Ein extrem eifriger Vogel hatte über 300 Teile gesammelt. Zum Vergleich: Seine Konkurrenten auf dem Land hatten im Durchschnitt 20 Deko-Stücke, die Vögel in der Stadt hingegen ungefähr 90.

Die große Show mit bunten Schätzen

Balzverhalten von australischen Laubenvögeln

Copyright: Caitlin Evans/University of Exeter/dpa

Das ungewöhnliche Balzverhalten von Laubenvögeln ist weltbekannt.

Das Paarungsritual selbst ist eine schlaue Zeremonie. Kaum betritt eine Vogeldame die Laube, wirft ihr der männliche Vogel einzelne Objekte vor die Augen und zeigt dabei sein tolles Federkleid. Den Vögeln kommt zugute, dass ihre Farbwahrnehmung viel feiner ist als die von Menschen.

Ein zusätzliches Experiment bestätigte die Faszination der Vögel für farbenfrohe, von Menschen gemachte Dinge. Sowohl die urbanen als auch die ländlichen Vögel griffen lieber zu künstlichen Objekten statt zu natürlichen Dingen wie Laub, Kernen oder Obst.

Bringt Abfall mehr Erfolg bei den Vogel-Damen?

Es ist aber noch nicht sicher, ob die bunteren Dekorationen wirklich den Erfolg bei der Partnersuche verbessern. „Unsere Studie untersuchte nicht, ob Weibchen die auffälligeren Gegenstände bevorzugen, die in städtischen Gebieten gesammelt werden“, erklärte die mitwirkende Forscherin Caitlin Evans. „Aber die Begeisterung der Männchen für das Sammeln dieser Gegenstände lässt dies vermuten.“

Ungeklärt bleibt außerdem, wie sich die Schwäche für von Menschen hergestellte Objekte auf lange Sicht auf die Vogelwelt auswirkt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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