Achtung beim Pilze sammeln Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor radioaktiv belasteten Arten

Ein Junge aus Wernigerode bestaunt zwei Steinpilze in einem Wald in Sachsen-Anhalt. Beim Pilze sammeln sollte man jedoch Vorsicht walten lassen.

Ein Junge aus Wernigerode bestaunt zwei Steinpilze in einem Wald in Sachsen-Anhalt. Beim Pilze sammeln sollte man jedoch Vorsicht walten lassen.

Die Pilzsaison lockt derzeit viele Sammler in die Wälder. Doch das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor bestimmten Arten. Es bestehe Gefahr vor radioaktiver Verstrahlung.

Salzgitter. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt Sammler vor radioaktiv belasteten Pilzen in Wäldern. Vor allem in Süddeutschland wiesen einige Pilzarten stark erhöhte Mengen des radioaktiven Isotops Cäsium-137 auf, heißt es im aktuellen Pilzbericht, über den das BfS am Donnerstag informierte. „Das radioaktive Cäsium stammt noch immer aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl vor 35 Jahren“, erklärte Präsidentin Inge Paulini.

Pilze im Wald: Diese Arten sind möglicherweise radioaktiv verseucht

„Gelegentlich auch höher belastete Pilze zu verzehren, ist zwar nicht verboten. Dennoch sollte man sich über die üblicherweise stärker belasteten Pilzarten informieren und sie im Wald stehen lassen, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden.“

Hohe Cäsium-Werte seien unter anderem bei Maronenröhrlingen, gelbstieligen Trompetenpfifferlingen und verschiedenen Schnecklingsarten gemessen worden, hieß es. Unbedenklich seien etwa der Blutende Wald- sowie Zuchtchampignons.

Von Maronenröhrlingen (hier ein Exemplar 2014 in Friedrichshafen) sollte man unter Umständen besser die Finger lassen.

Von Maronenröhrlingen (hier ein Exemplar 2014 in Friedrichshafen) sollte man unter Umständen besser die Finger lassen.

Radioaktiv belastete Pilze: Vorsicht vor allem in diesen Regionen

Stärker belastet seien Pilze vor allem in Regionen, in denen nach der Atomkatastrophe überdurchschnittlich viel Cäsium abgelagert worden sei, heißt es in einer Mitteilung des Bundesamtes. Das waren laut dem Pilzbericht vor allem Gebiete im Süden Bayerns wie der Bayerische Wald. Aber auch das Osnabrücker Land sowie Teile entlang der Leine zwischen Hannover und Göttingen, entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg und bei Lübeck waren betroffen.

Die Belastung sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Vereinzelt würden aber weiterhin Werte von 4000 Becquerel gemessen. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Pilze im Handel liegt bei 600 Becquerel. (dpa)

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