Berlin will fahrerlose Taxis. Doch es gibt ein Problem.
Jetzt kommt der „Gamechanger“Senatorin will fahrerlose Autos so schnell wie möglich in Berlin

Copyright: Michael Ukas/dpa
Unterwegs auf Prüfungsfahrt: Ein autonomes Fahrzeug - hier ein Forschungswagen der Technischen Universität München - bewegt sich im Berliner Straßenverkehr.
Berlins Auto-Zukunft startet jetzt: Rollen bald fahrerlose Taxis durch die Hauptstadt? Stell dir vor: Autos ohne Menschen am Steuer, gelenkt nur von Kameras und Computern. Diese Vision soll in Berlin bald Wirklichkeit werden und den täglichen Stau-Wahnsinn beenden. Doch der Weg dahin ist steinig, auch wenn die Politik mächtig Gas gibt.
Was in Amerika und Asien längst normal ist, soll nun auch die deutsche Hauptstadt erobern. Ute Bonde (CDU), Berlins Verkehrssenatorin, fordert den schnellen Einsatz von autonomen Fahrzeugen. Sie bezeichnet die Entwicklung als einen wahren „Gamechanger“.
„Und ich glaube, wir sprechen jetzt nicht von einer langfristigen Perspektive, sondern von einer kurzfristigen Perspektive“, so Bonde. Ein fester Fahrplan existiert jedoch bisher nicht. Aktuell wird die fahrerlose Technologie in Deutschland hauptsächlich im Rahmen von Pilotversuchen erprobt.
TÜV gibt grünes Licht: Roboter-Bus besteht Härtetest in Berlin
Der TÜV-Verband hat jetzt zum ersten Mal ein autonomes Fahrzeug unter echten Alltagsbedingungen auf die Probe gestellt. Ein Minivan mit dem Kosenamen Edgar, der eigentlich ein Forschungsauto der Technischen Universität München ist, absolvierte dreimal eine Strecke von etwa 5 Kilometern. Die Route führte vom Bundesverkehrsministerium bis zum Kulturzentrum Radialsystem in Friedrichshain.
Das Fazit ist ein echter Meilenstein. Dirk Stenkamp, der Präsident des TÜV, ist sich sicher: „Die Berliner Realfahrt zeigt, dass autonomes Fahren auch im komplexen Stadtverkehr technisch möglich ist.“ Dank eines neuen Prüfverfahrens, das in Berlin erstmals erprobt wurde, könnten Zulassungen zukünftig „quasi in Serie“ erfolgen.
Was heißt hier eigentlich „Level 4“?
Bei den getesteten Autos handelt es sich um die Kategorie „Level 4“. Das bedeutet, sie können in einem bestimmten Areal völlig eigenständig unterwegs sein, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Zum Abgleich: Die meisten kennen aus ihren Pkw nur Level 2 – das sind Assistenzsysteme wie der Spurhalte-Helfer.
Obwohl die Gesetzeslage es erlaubt, hat in Deutschland bisher kein einziges Level-4-Auto eine Zulassung für die Straße erhalten. Fachleute beschreiben die Genehmigungsprozesse und technischen Hürden als enorm aufwendig.
Die Technik ist sicher – doch der Mensch ist das Problem
Die Experten sind sich sicher: Die Technologie ist dem Menschen oft überlegen. „So ein Auto ist in der Regel sicherer als der Mensch, weil er auch schon viel mehr sieht“, erläutert der Forscher Nijinshan Karunainayagam, Doktorand an der TU München. Selbst dichter Verkehr oder Stau sind meist kein Hindernis. „Dadurch, dass wir Objekte ziemlich robust und ziemlich zuverlässig erkennen, werden wir einfach im Stop-and-Go-Verkehr mitfahren.“
Knifflig wird es erst durch rücksichtslose Autofahrer. Ein Roboter-Auto ist nämlich auf eine defensive Fahrweise programmiert. Der TU-Experte erklärt die Krux: „Wenn jetzt andere Verkehrsteilnehmer offensiver fahren, sich nicht an die Regeln halten, dann fährt so ein Fahrzeug vorsichtiger und bremst mehr. Und das ist eher die Herausforderung.“ Im Klartext: Drängler und Raser könnten die KI-Autos lahmlegen.
Wann rollen die Roboter-Taxis denn nun wirklich?
Trotz des politischen Drucks ist wohl noch etwas Geduld gefragt. Ricco Kämpfer, ein Fachmann für autonomes Fahren vom Beratungsunternehmen P3, hält einen Start erster kommerzieller Dienste hierzulande zwischen 2028 und 2032 für machbar. Anfangs werden sich die Einsätze wohl auf begrenzte Gebiete und den öffentlichen Nahverkehr beschränken.
Konkrete Projekte sind aber schon in der Mache: In Berlin wollen die VW-Tochter Moia und die BVG fahrerlose Shuttles auf die Piste schicken. In München schmieden der Fahrdienst Uber und die KI-Firma Autobrains Pläne für Robotaxis.
Verkehrssenatorin Bonde erhofft sich, dass die Technologie den öffentlichen Nahverkehr „revolutionieren“ und dem Personalmangel entgegenwirken kann. Doch Experte Kämpfer tritt auf die Bremse: „Kommunen und Verkehrsunternehmen wollen das autonome Fahren. Es fehlen bisher aber noch die finanziellen Mittel, um auch signifikante Flotten beschaffen und betreiben zu können.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
