Neue Zahlen zeigen: Vor allem Mütter stecken im Job zurück.
Die bittere WahrheitNeue Zahlen zeigen krasse Kluft zwischen Müttern und Vätern

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Mütter mit kleinen Kindern sind deutlich seltener berufstätig als Männer. (Symbolbild)
Pünktlich zum Ehrentag der Mütter werden Daten publik, die für zahlreiche Familien, auch hier bei uns, eine bekannte Realität abbilden. Eine frische Analyse vom Statistischen Bundesamt macht es deutlich: Die Geburt von Kindern führt dazu, dass insbesondere Mütter im Job zurückstecken. Der Abstand zu den Vätern ist enorm.
Die Erhebung für 2023 liefert unmissverständliche Ergebnisse: Nicht einmal die Hälfte (39,7 Prozent) aller Mütter mit wenigstens einem Kleinkind unter drei Jahren war erwerbstätig. Im Gegensatz dazu waren 88,7 Prozent der Väter in der genau gleichen familiären Lage berufstätig – ein Wert, der mehr als das Doppelte beträgt. Eine gewaltige Diskrepanz, die aufzeigt, auf wessen Schultern die Sorgearbeit hauptsächlich lastet.
In den letzten zehn Jahren hat sich wenig getan
Zumindest ein geringfügiger Aufwärtstrend lässt sich bei den Müttern erkennen. Im Vergleichsjahr 2015 betrug ihre Beschäftigungsrate lediglich 36 Prozent. Bei den Vätern gab es im selben Zeitraum dagegen kaum eine Bewegung. Ihr Anteil verringerte sich nur unwesentlich von 89,5 Prozent im Jahr 2015 auf die jetzigen 88,7 Prozent.
Mit zunehmendem Alter des Nachwuchses finden mehr Mütter den Weg zurück ins Arbeitsleben, das belegt die Statistik, deren Grundlage der Mikrozensus ist. Im Jahr 2023 waren beinahe drei von vier Müttern (71,2 Prozent) mit wenigstens einem minderjährigen Kind berufstätig.
Expertin mit bitterem Fazit: „Ausbaden müssen das vor allem die Mütter“
Für die Berufstätigkeit von Vätern ist das Alter ihrer Kinder im Gegensatz dazu fast unerheblich. Mit 91,4 Prozent war ihre Beschäftigungsrate nur unwesentlich höher als die von Vätern mit sehr jungen Kindern.
Dieses Resultat kommt für Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI), nicht unerwartet. „Diese Zahlen spiegeln einerseits die von der Forschung oft belegte ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen“, äußert sich die Fachfrau von der der Gewerkschaft nahestehenden Hans-Böckler-Stiftung.
Kohlrausch macht auf Vorschläge aufmerksam, das Elterngeld derart zu reformieren, dass Anreize für eine partnerschaftliche Teilung der Elternzeit geschaffen werden. Ferner bestünden in Deutschland Mängel bei der Versorgung mit Kitaplätzen, obwohl ein Rechtsanspruch nach Vollendung des ersten Lebensjahres existiert. Ihre ernüchternde Schlussfolgerung: „Ausbaden müssen das vor allem die Mütter.“ (dpa/red)
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