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DIYs im HerbstZahnpasta, Creme oder Putzmittel selber machen – aus Kastanien

Das Symbolfoto zeigt mehrere Kastanien, deren stachelige grüne Hüllen aufgeplatzt sind. Im Hintergrund sind Äste und blauer Himmel zu sehen.

Ist es Herbst, dauert es nicht mehr lange, bis die Kastanien auf den Boden fallen.

Kastanien eignen sich nicht nur zum Basteln. Wir verraten, warum es sich lohnt, die Früchte zu sammeln, und wofür man Kastanien alles verwenden kann.

von Lara Hamel (hl)

Endlich Herbst! Neben Spaziergängen in buntem Laub ist es auch wieder Zeit für Kastanien. Spricht man von Kastanien, meint man meist die, die nicht essbar sind, aus denen sich aber lustige Figuren basteln lassen – und die sich für viele weitere DIY-Projekte eignen. Die sogenannte Rosskastanie, die Frucht des gleichnamigen Baums, reift in einer stacheligen grünen Hülle heran. Im Herbst fallen die Früchte dann auf den Boden, die Hülle platzt auf und gibt die braune, kugelige Kastanie frei.

Weil Kastanien auf dem kühlen Herbstboden und oder unter feuchtem Laub liegen, schimmeln sie schnell. Um die Früchte für die DIY-Projekte haltbarer zu machen, ist es sinnvoll, sie nach dem Einsammeln direkt zu zerkleinern und anschließend zu trocknen. Für die meisten Anwendungen benötigt man sowieso kleinere Stückchen oder Pulver und nicht die Frucht als Ganzes. Was kann man mit Kastanien machen? Wir verraten die besten DIY-Ideen mit Kastanien.

Kastanienfrucht: Wie sie wirkt und was man mit ihr machen kann

Die Rosskastanie enthält Aescin, eine Mischung aus mehreren seifenähnlichen Stoffen (Saponinen), und wirkt dadurch entzündungshemmend. Außerdem sorgt das Aescin dafür, dass Gefäßwände wasserundurchlässig werden und ist somit gut geeignet für die Behandlung geschwollener Gliedmaßen. Auch gegen Blutergüsse und Prellungen lässt sich die Rosskastanie einsetzen.

Alles zum Thema Pflanzen

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Aber damit nicht genug: Im folgenden Artikel finden Sie viele weitere Ideen für die Verwendung von Kastanien, aufgeteilt in die drei Bereiche „Gesundheit“, „Kosmetik“ und „Haushalt“.

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Was kann man mit Kastanien machen?

1. Gesundheit: Tinktur und Salbe aus Kastanien

Ob aus Frucht, Schale oder Blüten: Ein selbstgemachter Kastanien-Sud lässt sich sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden und dient zudem als Basis für die Herstellung einer wohltuenden Salbe. Durch das in der Kastanie enthaltene Aescin wirkt sich die Tinktur vor allem bei Durchblutungsstörungen, Rheuma und Hämorrhoiden positiv aus. Die Kastanien-Salbe ist hilfreich bei schmerzenden Gelenken, Venen- und Hautproblemen.

2. Kosmetik & Co.: Kastanien für Gesicht, Zähne und Körper

  • Gesicht: Wie viele andere Kosmetika aus der Drogerie verursachen Gesichtsmasken unnötigen Verpackungsmüll – von den leeren Wirkungsversprechen ganz zu schweigen. Eine gute (und günstigere!) Alternative ist es daher, Gesichtsmasken selbst herzustellen, beispielsweise mit Kastanienpulver und Wasser. Die in der Kastanie enthaltenen seifenähnlichen Stoffe reinigen die Haut und vermindern das Spannungsgefühl.
  • Zähne: Eine ähnliche Wirkung hat das Kastanienpulver übrigens auch beim Zähneputzen: Neben dem genannten Reinigungseffekt stärken und beruhigen die Inhaltsstoffe der braunen Baumfrucht das Zahnfleisch und desinfizieren den Mundraum.
  • Körper: Das „Team Badewanne“ kann einen Kastanien-Sud nutzen, der sich leicht vorbereiten und als Zusatz ins Badewasser geben lässt. Duschliebhaberinnen und -liebhaber können die gesammelten Kastanien in selbstgemachtes Duschgel und Shampoo verwandeln. Durch die enthaltenen Saponine und die damit verbundene Fettlösekraft eignet sich die Rosskastanie sehr gut für Reinigungen aller Art.

3. Haushalt: Nützlicher Allzweckreiniger aus Kastanien

Waschen: Der Kastanien-Sud eignet sich auch als Waschmittel-Alternative. Gut zu wissen: Je länger die Kastanien-Wasser-Mischung vor dem Gebrauch zieht, desto mehr Saponine lösen sich und desto stärker ist die Reinigungswirkung. Bei Kastanien-Pulver lösen sich tendenziell noch mal mehr Saponine als bei Kastanien-Stückchen. Das selbst hergestellte Waschmittel ist geruchlos und eignet sich für die Säuberung normal verschmutzter Textilien.

Auch lesen: Waschmittel selber machen: Wie gut ist die DIY-Alternative?

Putzen: Unterschiedliche „Produkte“, dieselbe Zubereitung: Der Kastanien-Sud eignet sich nicht nur als Badezusatz oder Waschmittel, sondern auch als Allzweck-Reinigungsmittel zum Putzen und Spülen.

Blattläuse: Sind Pflanzen von lästigen Blattläusen befallen, füllt man den (abgekühlten!) Kastanien-Sud einfach in eine Sprühflasche und benetzt damit die Blätter. Wegen der seifenähnlichen Stoffe in der Flüssigkeit können sich die Blattläuse nicht mehr auf den Pflanzen halten oder sich überhaupt auf ihnen niederlassen.

Spinnen: Neben Lavendel haben auch Kastanien den „Geruchs-Vorteil“, wenn es um das Fernhalten von Spinnen geht. Damit sich der Duft der Früchte gut verbreiten kann und die Achtbeiner auf Abstand hält, sollten die Kastanien stückchenweise drapiert werden (nicht als Ganzes). Frische Kastanien haben außerdem einen intensiveren Duft und eignen sich daher besser als ältere Früchte.

„Allzweckwaffe“ Kastanie: Kostenlos und umweltschonend

Dass sich Rosskastanien für allerlei Anwendungen eignen, müsste nun bewiesen sein. Die reinigende Wirkung der enthaltenen Saponine ermöglicht es, diverse Haushalts- und Kosmetikprodukte aus Drogerie & Co. gegen selbstgemachte Mittelchen auszutauschen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Verpackungsmüll, was der Umwelt zugutekommt.

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass sich Kastanien aller Art hervorragend dazu eignen, kleine Figuren zu bauen. Mit Zahnstocher-Armen, kleinen Wackelaugen und einem Eichelhüllen-Hut bringen die Bastelprojekte Kinderaugen zum Leuchten und eine herbstliche Stimmung in die eigenen vier Wände.