Ihr Schicksal geht ans HerzDie traurige Geschichte von Emily (7) – „wie sagt man das einem Kind?“

Ein kleines Mädchen ohne Haare hält ein Kissen mit einem Katzenbild vor sich.

Emily (7) aus dem Kreis Düren hat Krebs. Ihr Onkel hat für das kleine Mädchen eine Spendenaktion gestartet. 

Die siebenjährige Emily hat Krebs. Damit ihre letzten Wochen so schön wie möglich sein können, hat ihr Onkel eine Spendenaktion gestartet.

von Iris Klingelhöfer (iri)

Emily ist erst sieben Jahre alt und kämpft bereits seit drei Jahren gegen den Krebs. Inzwischen ist klar, dass sie diesen Kampf verlieren wird.

Das kleine Mädchen aus Jackerath (Kreis Düren) hat nicht mehr viel Zeit. Einige Wochen, wenige Monate. Ihr Onkel Georg Scholl, der in Elsdorf im Rhein-Erft-Kreis wohnt, hat daher eine Spendenaktion für Emily „Emy“ ins Leben gerufen.

Kranke Emily (7) aus dem Kreis Düren: Onkel startet Spendenaktion

„Wir wollen ihr so viele schöne Erlebnisse schenken wie möglich“, erklärt er am Dienstag (21. Mai 2024) im Gespräch mit EXPRESS.de. Jeder von Emilys letzten Tagen solle etwas Besonderes sein. 

Wie sehr die Zeit drängt, sei der Familie am 15. Mai 2024 bewusst gemacht worden. „Es kam die Info, dass wir uns drauf vorbereiten sollen, wenn Emy noch was erleben möchte, sollten wir das innerhalb der nächsten zwei Monate machen“, so Georg Scholl. Der Onkel kämpft mit den Tränen. „Wie sagt man einem Kind, dass es nur noch ein paar Wochen zu leben hat?“, sagt er leise. 

Nach drei Jahren, in denen Emily fast nur im Krankenhaus gewesen sei, tapfer und stark gekämpft und nie ihren Mut und ihre Lebensfreude verloren habe, sei die Diagnose gekommen, dass die Ärzte nichts mehr machen können. Georg Scholl: „Der Tumor hat wieder gestreut. Es war ein Riesenschock für uns alle, als sie palliativ nach Hause geschickt wurde.“ 

Krebskranke Emily liebt das Lied „Kämpferherz“ von Pietro Lombardi

Die Leidensgeschichte des kleinen Mädchens begann 2021. „Meine Nichte hatte plötzlich Beschwerden in den Beinen“, erklärt Georg Scholl. Im Krankenhaus sei dies zunächst als Wachstumsschmerzen abgetan worden. Scholl: „Meine Schwester blieb aber hartnäckig, sodass es zu weiteren Untersuchungen kam.“

Im Juni sei bei Emily dann die Diagnose „Neuroblastom Stadium 4“ gestellt worden, erklärt der Onkel auf der Spendenseite bei GoFundMe. Der Tumor saß auf der Niere und hatte bereits gestreut. 

Für Emily begann ein Behandlungs-Marathon, darunter Chemotherapie, Stammzelltransplantation mit ihren eigenen Stammzellen, Bestrahlung und Antikörpertherapie in Kombination mit Chemo. Alles ohne Erfolg. Eine Therapie führt bei ihr zu so starken Nebenwirkungen, dass sie auf die Intensivstation musste.

Ihr Onkel: „Schon da sah es so aus, dass sie es nicht schaffen würde. Die Eltern sollen sich schon darauf vorbereiten, sich zu verabschieden.“ Aber Emily, die ein großer Fan von Pietro Lombardi ist und dessen Song „Kämpferherz“ liebt, kämpfte und schlug dem Tod tatsächlich noch mal ein Schnippchen. Das war Ende 2023. 

GoFundMe-Aktion für Emily (7) – drei Jahre fast nur im Krankenhaus

Doch für das so tapfere Mädchen, das drei Jahre lang fast nur im Krankenhaus war, dort Weihnachten verbrachte, Fahrradfahren lernte und vieles nicht erleben durfte, was für andere Kinder ganz normal ist, gibt es kein Happy End.

Ein kleines Mädchen fährt im Krankenhaus Fahrrad.

Emily (7) aus Elsdorf war die letzten drei Jahre fast nur im Krankenhaus, hat dort auch Fahrradfahren gelernt. 

„Der Tumor sitzt jetzt auch auf den Knochen. Noch können wir mit Emy Sachen unternehmen, aber bald wird sie nicht mehr gehen können“, so ihr Onkel. Er hofft nun über GoFundMe, wo unter anderem auch für Postbotin Katharina (28), die nach einer Covid-Erkrankung am chronischen Fatigue-Syndrom erkrankt ist, gesammelt wurde, auf Spenden.

Denn da Emilys Eltern in den letzten Jahren täglich im Krankenhaus waren und ihrer Tochter zur Seite standen, die monatlichen Kosten dennoch weiterliefen, sieht es bei ihnen finanziell nicht gut aus.

Emilys Onkel Georg Scholl hat als Spendenziel 20.000 Euro angegeben. Große Herzenswünsche habe seine Nichte nicht, erklärt er. „Wenn man etwas nicht kennt, sehnt man sich auch nicht danach.“ So sei sie noch nie in den Urlaub geflogen oder nur im Schwimmbad gewesen.

Wie Emilys letzten Wochen auf Erden auch aussehen werden – für ihn und die ganze Familie ist es wichtig, dass diese Zeit so schön wie möglich ist. Georg Scholl sagt: „Wir sind jetzt schon von der Anteilnahme überwältigt.“