Die Bluttat im Stadtpark von Pulheim hat viele geschockt. Jetzt ist von der Staatsanwaltschaft Köln Anklage erhoben worden.
Anklage nach Bluttat in Pulheim28-Jähriger tot, weil er schlichten wollte

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Feuerwehr und Polizei sind am 12. April 2026 nach einer Auseinandersetzung in einem Stadtpark im Einsatz.
Aktualisiert:
Als sein Kumpel angegriffen wurde, ging er dazwischen – und bezahlte seinen mutigen Einsatz mit dem Tod …
Fast fünf Monate nach der Bluttat im Stadtgarten in Pulheim (Rhein-Erft) hat die Kölner Staatsanwaltschaft gegen vier Angeschuldigte (zum Tatzeitpunkt 20, 24, 28 und 34 Jahre alt) Anklage vor der Jugendkammer des Landgerichts Köln erhoben. Das hat Landgerichtssprecher Hans Logemann am Freitag (4. September) gegenüber EXPRESS.de bestätigt.
Anklage der Kölner Staatsanwaltschaft nach
Drei der Männer wird demnach Totschlag vorgeworfen, sie schmoren seit ihrer Festnahme in U-Haft. Zudem lautet die Anklage gegen alle vier auf gefährliche Körperverletzung.
Die Angeschuldigten sollen sich in der Nacht zum 12. April 2026 im Auto auf den Weg zum Stadtpark gemacht haben. Ziel soll gewesen sein, dort einen 35-Jährigen zu treffen. Der Grund des Treffens: unklar. Womöglich ging es um ausstehende Geldforderungen.
Zwei von ihnen sollen ein Messer dabei gehabt haben. Denn laut Anklage sollen die beiden (24, 28) spontan den Entschluss gefasst haben, dass es bei dem Treffen auch zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter Einsatz der Messer kommen soll. Von diesem Plan soll auch der 20-Jährige gewusst haben. Daher wird auch ihm Totschlag zur Last gelegt.
Kaum aus dem Auto raus, soll einer mit dem Messer in der Hand dann auch direkt auf den 35‑Jährigen losgegangen sein. Dieser soll sich zwar mit einer Flasche gewehrt haben, doch sein Begleiter (28) wollte offenbar schlichten.
„Er soll dazwischen gegangen sein, um die beiden zu trennen“, so Landgerichtssprecher Logemann.
Bluttat in Pulheim: 28-Jähriger stirbt noch vor Ort
Mit schlimmen Folgen, denn der 28-Jährige „kassierte“ mehrere Messerstiche. Während er um sein Leben kämpfte, sollen alle vier Angeschuldigten den 35-Jährigen, den sie eigentlich im Visier hatten, angegriffen haben. Auch da soll es zum Messereinsatz gekommen sein, aber auch zu Schlägen und Tritten.
Als das Quartett schließlich flüchtete, sollen sich die beiden Opfer noch ein Stück weitergeschleppt haben. Doch der 28-Jährige starb kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte. Der 35-Jährige kam mit schweren Stichverletzungen ins Krankenhaus.
Der 20- und der 24-Jährige wurden noch in Tatortnähe festgenommen. Zeugen hatten die Polizei alarmiert. Die Festnahme des 28-Jährigen erfolgte wenige Stunden später. Alle Drei kamen in U-Haft. Lediglich der 34-Jährige, der nicht wegen Totschlags angeklagt wurde, ist auf freiem Fuß.
Das Hauptverfahren in dem Fall ist noch nicht eröffnet. Sobald dies erfolgt ist, könnte der Prozess noch im Herbst beginnen. Und zwar vor der Jugendkammer, weil der 20-jährige Angeschuldigte als Heranwachsender gilt. (iri)
