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Zoff um Bürgermeister-Spruch„Schönste Frauen und dickste Rohre“ – jetzt hagelt es Kritik

Elsdorfer Bürgermeister Andreas Heller beim Signieren eines der Rohre.

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Zum Baustart im März 2026 signierte der Elsdorfer Bürgermeister Andreas Heller eines der Rohre.

Eine Bemerkung entfacht riesigen Zoff! Der Bürgermeister von Elsdorf, Andreas Heller, wollte einen Scherz machen. Aber seine Gegenüberstellung von Frauen mit Rohren löst jetzt heftige Reaktionen aus.

Normalerweise kennt man Andreas Heller (49) für sein unkompliziertes Auftreten. Der Politiker der CDU trägt kaum Anzug mit Krawatte, sondern sucht mit lockeren Sprüchen den Kontakt zu den Leuten in Elsdorf. Unter dem Slogan „Elsdorf läuft!“ postet er sein Leben auf Social Media. Mit einer Äußerung ist er diesmal aber deutlich zu weit gegangen.

Während eines Besuchs auf der Baustelle für die künftige Rhein-Pipeline zum Tagebau äußerte Heller: „Wir haben in Elsdorf nicht nur weit und breit die schönsten Frauen, sondern auch mit Abstand die dicksten Rohre.“ Diesen Satz verzierte er auf Facebook zusätzlich mit einem schwitzenden Grinse-Emoji sowie einem Bizeps-Icon.

Facebook-Post des Bürgermeisters sorgt für Wut

Die Antwort kam prompt. Diverse Frauenorganisationen und Politikerinnen zeigen sich außer sich. Der Fall ist für Sonja Seidel vom Frauenforum Rhein-Erft eindeutig: Der Satz spiele mit einer „sexistischen und sexualisierten Doppeldeutigkeit“. Ihre Warnung lautet: „Auch wenn sie humorvoll gemeint sein mag, ist aus unserer Sicht entscheidend, welche gesellschaftlichen Bilder durch solche Aussagen weitergetragen und normalisiert werden.“

Laut Seidel zementiert Sexismus die ungleiche Machtverteilung zwischen Männern und Frauen und bereitet den Boden für Gewalt. Insbesondere Personen in öffentlichen Positionen tragen eine spezielle Verantwortung, klischeehafte Vorstellungen abzubauen anstatt sie zu bestärken.

Gegenwind kommt sogar aus der eigenen Partei. Die Gegenüberstellung sei „unglücklich formuliert“ und bediene „Stammtischklischees“, findet Anita Breit von der Frauen Union der CDU im Rhein-Erft-Kreis. Der Verband fordert in einem Statement alle Beteiligten auf, „bei der öffentlichen Kommunikation das nötige Fingerspitzengefühl zu wahren.“

Die Leitung, die das Wasser aus dem Rhein in den Tagebau transportiert, wird aus Rohren mit Durchmessern von 2,20 und 1,40 Metern bestehen.

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Die Leitung, die das Wasser aus dem Rhein in den Tagebau transportiert, wird aus Rohren mit Durchmessern von 2,20 und 1,40 Metern bestehen.

Die stellvertretende Vorsitzende der Kreis-CDU, Gudrun Baer, hält die Wortwahl ebenfalls für missglückt. Selbst bei witziger Kommunikation seien Respekt und Anerkennung zentral. Sie ruft aber auch zu Besonnenheit auf: „Gleichzeitig sollte die Äußerung aus unserer Sicht angemessen eingeordnet werden – entscheidend ist, künftig bei solchen Formulierungen die notwendige Sensibilität walten zu lassen.“

Gudrun Baer ist stellvertretende CDU-Vorsitzende im Rhein-Erft-Kreis.

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Gudrun Baer ist stellvertretende CDU-Vorsitzende im Rhein-Erft-Kreis.

Noch klarer äußern sich die Grünen in Elsdorf. Sie bezeichnen den Spruch als eine „plumpe, sexistische Doppeldeutigkeit“. Im Namen des Vorstands erklärt Anna Riese: „Frauen auf ein billiges Wortspiel und optische Attribute zu reduzieren, gehört in die Mottenkiste der Altherrenwitze“. Von Heller verlangt die Partei, seine Wortwahl zukünftig genauer abzuwägen.

Heller kontert: „Damit kann ich gut leben“

Und was sagt Heller dazu? Er ließ über seinen Sprecher mitteilen, dass der Beitrag offensichtlich scherzhaft gemeint war. Dies würden auch andere Sätze wie „Hier küsst in Zukunft der Rhein unser Städtchen“ belegen. Auf die Vorwürfe der Grünen antwortete er ohne Umschweife: „Damit kann ich gut leben. Schließlich hat uns die grüne Moral in diesem Land erst an diesen katastrophalen Punkt gebracht.“

Danach setzte er noch einen drauf: Wer ihm vorwirft, Stammtisch-Sprüche zu klopfen, solle sich häufiger dort blicken lassen – „dann wüssten sie, was los ist im Land“. Unterstützung erhält Heller von seinem Vize Harald Könen (SPD), der den „humorvollen Beitrag“ in Schutz nimmt. (red)

Es gäbe laut Könen bedeutendere Herausforderungen im Strukturwandel, „statt den Menschen scheinbar nicht erlaubte Formulierungen oder künstliche Empörung zu diktieren.“ Melanie Heller, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Elsdorf, gab sich bedeckt und möchte den Vorfall erst einmal intern untersuchen. (red)

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