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Zum 150. GeburtstagBewegende Hommage an kölsche Legende

Willi Ostermann Rennbahn

Copyright: Daniela Decker (Repro)

Eine der wenigen (undatierten) Aufnahmen, die es von Willi Ostermann gibt.

Er ist einer der bedeutendsten Liedermacher Kölns, sein Erbe ist bis heute in aller Munde. Und zum 150. Geburtstag heißt's darum: „Leeve Ostermann“.

Er starb bereits vor 90 Jahren, aber sein Name, seine Lieder sind unvergessen. Am 1. Oktober 2026 hätte Willi Ostermann (1876-1936), einer der bedeutendsten Liedermacher und Karnevalskomponisten, seinen 150. Geburtstag gefeiert. Grund genug für eine Kölner Kultband, ihn mit einer Hommage zu ehren.

Nein, diese Karriere war ihm nicht in die Wiege gelegt. Willi Ostermann wuchs als Kind eines Eisenbahners in ärmlichen Verhältnissen auf, aber seine kreative Ader zeigte sich schon früh. Während Schulfreunde sich auf dem Bolzplatz trafen, zog er sein eigenes Puppentheater auf. Aber weil das Kind ja was Anständiges lernen sollte, machte er eine Ausbildung als Stereotypeur und Galvanoplastiker. Doch die Kunst hatte ihn längst in seinen Bann gezogen. Er trat in seiner Freizeit auf Familienfeiern und in Kneipen auf.

Willi Ostermann: Mit kölschen Tön zum großen Erfolg

Der große Durchbruch dann 1907 im Kölner Karneval mit dem Lied „Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt“. Das Stück wurde ein großer Erfolg, nicht nur bei den Jecken, und Ostermann beschloss bald, sich ganz der Musik und dem Komponieren zu widmen. Ein mutiger Weg, denn obwohl der Wahlkölner Willi Ostermann einer der erfolgreichsten deutschen Liedermacher seiner Zeit wurde, konnte er Zeit seines Lebens weder Noten lesen noch schreiben. Er pfiff und sang seine Melodien, darunter kölsches Kultgut wie „Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“, „Die Mösch“, „Denn einmal nur im Jahr ist Karneval“ Notenschreibern vor, die sie dann aufschrieben und umsetzten.

De Familich hat eine Hommage an Ostermann aufgenommen.

Copyright: Marco Sack

Die Band De Familich  – von links Michael Tamme, Volker Becker, Tanja Krämer, Josef Loup – hat eine musikalische Hommage an den großen Kölner Willi Ostermann (†59) aufgenommen.

Sein wohl bekanntestes Werk, „Heimweh nach Köln“, bis heute selbst auf Spotify millionenfach gestreamt, verfasste er angeblich noch auf dem Sterbebett. Seine Lieder machten ihn und die kölsche Sproch unsterblich. Grund genug für De Familich, dem kölschen Urgestein eine Hommage zu widmen. Denn auch für diese Band gilt: Totgesagte leben länger. Bis 2018 war die Band im Kölner Raum legendär für ihre Mitsingkonzerte, doch nach 15 Jahren löste sie sich auf – bis zum Tod des ehemaligen Bandmitglieds und Songschreibers Wolfgang Anton. Im Sommer 2025 sollte es zum Gedenken an den Bandgründer ein einziges Konzert geben.


„Leeve Ostermann“ – Text und Link zum Anhören

„Leeve Ostermann, wenn ich froge darf, sach wie jeht et dir do boven, wo de bess?

Luurst du jraad vom Hemmelspözje: Wat sich deiht in dinger Stadt?

Komm doch flöck noch ens he bei ons vorbei Froch dä Petrus, jo dä jitt dir sicher frei!

Hä es ne jode Mann un weed janz bestemmp verstonn, dat do Heimwih häs noh Kölle he am Rhing.

Sing ons e Leedche wie et wigger jeiht, es et Stina ungerm Häubche, kütt däm Schmitz sing Frau zoröck, hätt et Schmitze Billa längs Langwiel en Poppelsdorf, müsse Katze immer noch Angs vör Wienands han?

Dun dir die Baustell hück he ens beluure. Opjeresse Stroße un de Oper suwiesu!

Am Eng däste laache „Jung, die Stadt wor immer su!“

Wor et fröher schöner en Colonia?“


Die Begeisterung der Fans führte jedoch schnell dazu, dass die Band wieder auflebte. Für den Geburtstag von Willi Ostermann am 1. Oktober) hat De Familich sich etwas Besonderes ausgedacht, ihr Lied „Leeve Ostermann“ extra als Studioversion aufgenommen – eine Einladung an Ostermann („Kumm doch flöck noch ens he bei ons vorbei…“) nochmal vom Himmelspöözje nach Köln zu kommen und zu fragen, was er wohl von seinem heutigen Kölle halten würde. Für Text und Musik zeichnet sich der Sänger der Band, Josef Loup, verantwortlich.