Weihnachtsmärkte KölnBoom trotz Inflation: Am dritten Advent kann es heikel werden

Weihnachtsmarkt am Dom

Kölner Weihnachtsmarkt am Dom, aufgenommen im Dezember 2022.

Die Kölner Weihnachtsmärkte sind wieder richtig da – und ziehen eine erste vorsichtige Halbzeitbilanz für 2022. Kommen die Menschen trotz Inflation auf die Märkte? EXPRESS.de sprach mit den handelnden Personen.

von Bastian Ebel (bas)

Das geht richtig ab! Als Studentin Tamara (22) nach dem Besuch auf der Eisbahn auf dem Kölner Heumarkt am Dienstag (6. Dezember) wieder festen Boden unter den Füßen hat, schwärmt sie von ihrem ganz persönlichen Wintermärchen.

„Endlich wieder Weihnachtsmarkt“, so die gebürtige Mindenerin. So wie sie sehen es offenbar viele Menschen, denn trotz Inflation und Preiserhöhungen jubeln die Märkte.

Weihnachtsmärkte Köln 2022: Wie laufen die Geschäfte? 

„Ich freue mich sehr für die Händlerinnen und Händler“, strahlt beispielsweise Britta Putzmann vom „Markt der Engel“ auf dem Kölner Neumarkt. Die Menschen kämen wieder gerne auf den Weihnachtsmarkt und lassen die Krise fast vergessen. „Wir sind noch nicht bei den Zahlen von vor Corona, aber knapp dran“, freut sich die Organisatorin.

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Krieg und Inflation – die Besucherinnen und Besucher würde das nicht abhalten. Auch nicht am dritten Adventssonntag (11. Dezember), wo ein neuer Höchststand erwartet wird. Bereits am Samstag (10. Dezember) waren kaum mehr Parkplätze in der Innenstadt frei - viele Touristinnen und Touristen aus dem benachbarten Ausland gönnten si einen Köln-Trip. Das freut die Markt-Leute:  „Natürlich hatten wir ein bisschen Sorge, dass vor allen Dingen die Stände nicht durch die Krise kommen würden. Sie sind aber da und durchaus zufrieden.“

Die Kölner Weihnachtsmärkte im Überblick – hier im Video:

Klar: Ein bisschen stöhnen gehört immer zum Handwerk. Aber wohin man hört: Nur zufriedene Händlerinnen und Händler. „Vom ersten Tag an hatten wir eine tolle Stimmung und einen sehr guten Zuspruch“, freut sich auch Birgit Grothuis vom „Weihnachtsmarkt am Dom“.

Ihre Vermutung: „Ich glaube, die Leute hatten einfach Sehnsucht nach der Normalität.“ Nach Corona und den damit verbundenen Begleiterscheinungen suchten die Menschen gezielt die Abwechslung.

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Das bestätigt auch Kölntourismus-Chef Jürgen Amann im Gespräch mit EXPRESS.de. „Wir sind wieder auf dem Weg zur Normalität“, lautet sein erstes Fazit. Die Buchungszahlen seien wieder auf einem sehr guten Weg. „Für das kommende Wochenende sieht es sehr gut, nur ein paar Betten sind noch frei.“ Auch für ihn steht fest: „Die Weihnachtsmärkte werden wieder neu entdeckt. Die weihnachtliche Stimmung, die Adventsbeleuchtung – da spielen viele Faktoren eine Rolle.“

Vom Kölner Weihnachtsmärchen zu sprechen, ist (noch) etwas verfrüht. Aber alles deutet darauf hin, dass die anfängliche Skepsis der Freude weicht.

Kölner Eisbahn: 20 Prozent mehr Besucher und Besucherinnen

Das sieht auch Anika Schön so. Die Sprecherin von „Heinzel’s Wintermärchen“ auf dem Heumarkt und Alter Markt schaut derzeit in viele glückliche Gesichter. „Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir schon jetzt 20 Prozent mehr Besucher und Besucherinnen auf der Eisbahn“, rechnet sie vor.

Und: „Beim Weihnachtspostamt sind dreimal so viele Briefe abgegeben worden, wie letztes Jahr.“ Oh du Fröhliche – Köln feiert das schöne Weihnachts-Comeback!