Lenny Kravitz gilt als einer der heißesten Rockstars unter der Sonne. Am Mittwoch heizte der Amerikaner seinen Fans in der Kölner Lanxess-Arena ein.
US-Star rockt Kölner ArenaLenny Kravitz überzieht die Sperrstunde

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Lenny Kravitz bei der Arbeit. Hier bei einem Konzert in Bologna 2025. Bei seinem Auftritt in Köln ließ er keine Fotografen zu.

Und dann gab’s noch mal richtig was auf die Ohren: Erst füllte „American Woman“ die Lanxess-Arena, dann „Fly away“ und schließlich hämmerte Lenny Kravitz den Fans „Are you Gonna go my Way“ ein.
Drei Songs voller Wucht, purer Ekstase und reiner Botschaft, die lautet: Rock stirbt nicht aus! Ein Finale, wie es nicht besser hätte sein können, kann nach zwei Stunden vom Allerfeinsten sein.
Lenny Kravitz krönt Konzert mit XXL-Version von „Let Love Rule“
Es ist in diesem Moment 23 Uhr, eigentlich das übliche Ende für Konzerte in Deutz. Doch das Licht will nicht angehen, und nach vier langen Minuten des Wartens taucht der 62-Jährige noch einmal auf mit seiner Band, sprengt damit die abgesprochene Deadline und legt noch einmal eine Viertelstunde obendrauf.
„Der Lenny mag Köln“, meinte Arena-Boss Stefan Löcher, entspannte sich und ließ das letzte Lied abperlen wie einen kühlen Luftzug in diesen heißen Tagen. Und das letzte Lied hatte es noch einmal in sich. „Let Love Rule“ vom Debütalbum 1989 ist die Kernbotschaft, die Kravitz auch am Mittwoch verbreitet. Er mischt sich vor der Bühne unter die Fans, macht Fotos, gibt Autogramme und jamt mit seiner Band fast 15 Minuten lang.
Bis zum letzten Ton gibt der 62-Jährige an diesem Abend wie immer alles und beweist nachdrücklich, warum dreimal Krafttraining à 30 Minuten pro Woche auch im höheren Alter Wirkung zeigt. Kravitz ist fitter denn je, stimmlich auf der Höhe und fegt bei einem Konzert, das ohne Schnickschnack auskommt, wie ein Irrwisch über die Bühne.
Unterstützt dabei von berühmten Bläsern, coolen Backgroundsängern und seinem langjährigen Gitarrenpartner Craig Ross, der mit seiner 70er-Frisur locker als einer der Ramones-Brüder durchgehen könnte. Heimlicher Star war aber Jas Kayser, von der nur die Mähne zu sehen war, dafür jedoch ordentlich was zu hören war.
Die 30-Jährige bearbeitet über zwei Stunden lang ihr Schlagzeug, dass es eine wahre Freude war. Sie treibt die Truppe um Kravitz herum, der als einer der letzten Rocker die Welt bereist. Krachende Soli, knallende Rhythmen, epische Riffs, fetter Sound und herrliche Balladen, die ans Herz gehen.
Dazu das Kravitz-Outfit. Enge Lederhose, enge Jacke, nur das Netzhemd fehlt. Dafür sitzt die Bug-Eye-Sonnenbrille wie angegossen, nur einmal gelüftet. Kurz, aber nur ganz kurz. Kurz danach rief er einem Unbekannten auf der Tribüne zu, dass er den nächsten Song nur für sie spielt.
Heiß, heißer, Kravitz. So hat der Amerikaner aus New York endgültig alle Herzen eingefangen und die überzogene Viertelstunde ist am Ende nur das i‑Tüpfelchen. Dass vor der Arena dann der Vicky-Leandros-Klassiker „Ich liebe das Leben“ aus den Boxen zu hören ist, rundet den Abend perfekt ab.
