Unwetter-Lage in Köln Die Lager sind voll: Dringende Bitte des DRK an Spendenwillige

Hochwasser in Köln: Das Rheinufer bei einem Wasserstand von 7,42 Meter.

Der Rhein, hier am Samstag (17. Juli) bei etwa 7,42 Meter, geht langsam zurück.

Langsames Aufatmen, zumindest in Köln: Nach der Unwetter-Katastrophe ist die Lage in der Stadt mittlerweile unter Kontrolle. Auch der Rheinpegel sinkt deutlich. 

Köln. Was für ein katastrophales Wetter mitten im Sommermonat Juli: Kräftige Regenfälle im Einzugsgebiet haben den Wasserstand des Rheins in Köln seit vergangenem Samstag, 10. Juli, deutlich steigen lassen. Seit Mittwoch (14. Juli) war die Lage in Köln und vor allem im Umland bedrohlich. Erst seit Samstag (17. Juli) geht der Rheinpegel langsam zurück.

Die aktuellen Meldungen vom 19. Juli:

  • Die Lage in Köln entspannt sich weiter. Am Montagmorgen um 8.30 Uhr stand der Rheinpegel 7,06 Metern, er wird schon bald die Marke von sieben Metern unterschreiten.
  • Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes hat sich mit einer dringenden Bitte an die Kölnerinnen und Kölner gewandt: Die Lagerkapazitäten des DRK sind dank der zahlreichen Spenden aktuell ausgeschöpft. Die Annahmestelle solle deshalb nicht mehr angefahren werden. Spenden können jetzt unter info@drk-koeln.de sowie telefonisch unter 0221/5487-0 angeboten werden, sodass diese dann koordiniert und terminiert werden können.

Die aktuellen Meldungen vom 18. Juli:

  • Wie die KVB am Sonntagvormittag bekanntgab, fahren die Bahnen nach Beseitigung der schwersten Unwetter-Schäden nun wieder ihre normalen Linienwege. Auch die zwischenzeitlich überflutete Haltestelle Geldernstr./Parkgürtel der Stadtbahn-Linie 13 ist leer gepumpt. Sie kann aber derzeit nur durchfahren werden, dort findet kein Halt zum Ein- und Ausstieg statt. Auch die Schäden entlang der Linie 18 im Bereich Hürth sind so weit behoben, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte.
  • Wie erwartet, bringt auch der Sonntag weitere Entspannung in Sachen Rheinpegel. Um 9.15 Uhr wurde der Pegelstand mit 7,50 Meter gemessen. Am Samstag war der Wert nach einem Höchststand von etwas über acht Metern bereits langsam wieder gefallen.

Die aktuellen Meldungen vom 17. Juli:

  • Nach dem Bruch des Damms im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg (Regierungsbezirk Köln) wurde dort die Ortschaft Ohe vollständig evakuiert, wie eine Sprecherin der Kölner Bezirksregierung der Nachrichtenagentur AFP sagte. Dort und im Ort Ophoven waren insgesamt 700 Menschen von den Evakuierungen betroffen.
  • Der Rheinwasserstand am Kölner Pegel fällt wieder. Nach einem Höchstwert von über acht Metern am Samstag (17. Juli) zieht sich das Hochwasser offenbar langsam zurück. Um 16.45 Uhr wurde der Pegel mit 7,91 Metern gemessen. Der langsame Abfall im Laufe es Samstags entspricht den Vermutungen der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB). Auch in den kommenden Tagen soll es keine relevanten Niederschläge mehr geben, der Pegel soll weiter zurückgehen.
  • Wie die Kölner Feuerwehr am Samstag mitteilte, hat sich die Einsatzlage in der Stadt mittlerweile normalisiert. Gut 3750 Einsätze waren innerhalb von drei Tagen gemeldet worden. Jetzt aber gilt für Köln langsam Entwarnung, viele Einsatzkräfte der Feuerwehr helfen aktuell in Erftstadt und Umgebung.

Die aktuellen Meldungen vom 16. Juli:

  • Wie die Stadt Köln am Nachmittag bekanntgab, werden vorläufig 80 der evakuierten Menschen aus Erftstadt in eine Notunterkunft nach Köln gebracht. „Es selbstverständlich, dass wir besonders betroffenen Bewohner*innen aus dem Nachbarkreis Rhein-Erft nach diesem Katastrophenfall auf schnellstem Wege helfen und sie unterstützen“, sagt Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
  • Zunächst soll ein Objekt in der Sinnersdorfer Straße in Roggendorf/Thenhoven sowie ein weiteres Objekt in der Geisbergstraße in Klettenberg genutzt werden. Sollten mehr Plätze benötigt werden, stünde in der Boltensterstraße in Riehl ein weiteres Objekt bereit. Insgesamt stehen bis zu 250 Plätze zur Verfügung. Vor Ort werden die Erftstädter Bürger vom Deutschen Roten Kreuz versorgt.
  • Die Bürgermeisterin von Erftstadt, Carolin Weitzel, hatte sich am Freitag mit einem Hilfeersuch an die Stadt Köln gewandt.
  • Wie die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) vermuten, wird der Rheinpegel in der Nacht von Freitag auf Samstag etwa die Marke von 8,10 Metern erreichen. Im Laufe des Samstages soll er dann langsam wieder fallen. Das soll auch für die nächsten Tage gelten, da mit keinen relevanten Niederschlägen zu rechnen ist.
  • Wie die Feuerwehr am Freitagmorgen (16. Juli) mitteilt, sind alleine im Kölner Stadtgebiet immer noch mehr als 700 Einsätze nicht erledigt. Bis Donnerstagabend wurden etwa 3000 Einsätze abgearbeitet, nach einer kurzen Pause ist die Feuerwehr nun wieder im Dauereinsatz.
  • Aktuell gibt es fünf Schwerpunkteinsätze in Köln: Die Haltestelle Geldernstraße ist noch meterhoch überflutet, in der von-Bodelschwinghstraße stehen 300.000 Liter in einem Keller, auch die S-Bahnunterführung in der Vitalisstraße ist noch überflutet, in der Sporthochschule Müngersdorf steht ein Technikraum unter Wasser und in der Emmy-Nöthen-Straße ist eine 40 mal 20 Meter große Fläche etwa ein bis zwei Meter überflutet.
  • Über das Gefahrentelefon gingen seit Donnerstag um 10 Uhr rund 1100 Anrufe ein. Der Notruf wurde seit Mittwoch mehr als 11.500 Mal gewählt.
  • Neben den Einsätzen in Köln sind Feuerwehr-Kräfte auch weiterhin über die Stadtgrenzen hinaus helfend vor Ort, vor allem in Erftstadt und Umgebung.
  • Gegen 9.20 Uhr meldeten Anrufer auf Höhe des Kennedy-Ufers eine Person im Rhein. Eine Frau war offenbar ihrem Hund hinterher gesprungen, der in die Fluten geraten war. Polizei und Feuerwehr konnten Mensch und Tier retten, beide sind unverletzt.

Die aktuellen Meldungen vom 15. Juli:

  • Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben auch den Wasserstand des Rheins deutlich ansteigen lassen. In Köln lag der Pegelstand am Donnerstagabend bei 7,42 Metern mit stark steigender Tendenz, wie die Stadt im Internet mitteilte. Ob der Wasserstand am Kölner Pegel 8,30 Meter und damit die Hochwassermarke II erreichen wird, ist noch offen. Die Wasserstraßenverwaltung des Bundes (WSV) schätzte, dass der höchste Wasserstand am Kölner Pegel am späten Freitagabend erreicht wird und zwischen 7,93 und 8,25 Meter liegen wird. Für die Tage danach gehen die Schätzungen von wieder sinkenden Wasserständen aus. Bei der Marke II würde die Schifffahrt komplett eingestellt.
  • Schlimme Nachricht der Polizei am Morgen: Am späten Mittwochabend seien bei Einsätzen der Feuerwehr in Köln-Bocklemünd-Mengenich und in Köln-Longerich zwei Tote in ihren vollgelaufenen Kellern gefunden worden. Die Leiche einer Frau (72) sei kurz nach 21.30 Uhr in der Unteren Dorfstraße entdeckt worden. Um kurz nach 23.30 Uhr hätten Feuerwehrleute den Bewohner (54) eines Einfamilienhauses in der Graseggerstraße gefunden. In beiden Fällen hat die Polizei Ermittlungen zur genauen Todesursache aufgenommen. Nach ersten Informationen starb die 72-Jährige möglicherweise infolge eines Stromschlages. „Das wird unter anderem geprüft“, so Polizeisprecher Carsten Rust am Donnerstagnachmittag gegenüber EXPRESS.
  • Rund 200 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 380 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr haben bislang 2.907 Einsätze abgearbeitet. Rund 1.000 Einsätze sind noch offen (Stand: 16.47 Uhr). Insgesamt 9.147 Notrufe sind eingegangen (Stand: 7 Uhr).
  • Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Ich danke allen, die seit eineinhalb Tagen unermüdlich arbeiten, um diese Lage zu meistern – zum Teil unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Ich bitte alle Kölner, sich gegenseitig dort zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird und gefahrlos geleistet werden kann.“
  • Die Feuerwehr hat ein Gefahrentelefon unter 0800/221 00 01 eingerichtet, an das sich Kölner bei Wasserschäden (vollgelaufene Keller, Wohnungen etc.) oder Meldungen in Verbindung mit dem Starkregen wenden können. So wird der Notruf 112 für medizinische Notfälle und Brände freigehalten.
  • Die Hilfe der Kölner Feuerwehr wurde auch von anderen Kommunen angefordert. Ahrweiler: Die Höhenretter waren mit Hubschrauber im Einsatz, um Menschen von Dächern zu retten. Leverkusen: Rettungskräfte evakuierten mit einem Patiententransportzug (PTZ10) Altenheime und Krankenhäuser.  Leverkusen: Mit dem Kölner Feuerwehrkran wurde ein Gastank gesichert.       Rhein-Erft-Kreis: Aktuell wurden die Strömungsretter der Kölner Feuerwehr mit Hubschrauber zur Menschenrettung in Erftstadt-Bliesheim angefordert, vier Personen werden vermisst.
  • Die Kundenzentren Chorweiler und Rodenkirchen sind aufgrund der Wetterlage derzeit geschlossen. In Chorweiler ist der Keller vollgelaufen, in Rodenkirchen läuft Wasser aus Decken und Wänden. Bürger, die in den beiden Kundenzentren bereits Termine vereinbart haben, können diese in den anderen Kundenzentren wahrnehmen. Das Kundenzentrum in Chorweiler kann am Freitag, 16. Juli, wieder öffnen.
  • Um 18.30 Uhr wurde der Pegelstand des Rheins mit 7,35 Metern angegeben, Tendenz steigend mit 8 bis 15 Zentimetern in der Stunde. Die Hochwasserexperten schließen nicht aus, dass der Rhein in Köln am Wochenende die 9-Meter-Marke erreicht.
  • Da Hubtor in der Kirchstraße in Köln-Rodenkirchen ist geschlossen. Das Querschott an der Uferstraße/Barbarastraße ebenfalls.
  • In der Nacht auf Donnerstag ist in Köln-Esch im Bereich der Orrer Straße/Ecke Amselweg ein oberirdisches Regenwassergerinne gebrochen. Dieses Gerinne mitsamt Erddamm  ist ein Teil des Ableitungsgrabens von nicht behandlungsbedürftigem Abwasser – also überwiegend Regenwasser – der Ortsteile Köln-Esch, -Pesch und -Auweiler zum Kölner Randkanal. Das Regenwasser hat die anliegenden Felder überflutet. Noch in der Nacht haben die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) Köln die Bruchstelle provisorisch gesichert. Ab Freitagmorgen, 16.07.2021 beginnen die Baufirmen damit, den Erddamm wieder aufzufüllen und den Ableitungsgraben wieder herzustellen.
  • Weiter melden Bürger in Teilen der Stadt Stromausfälle. Wie die RheinEnergie meldet, sind die mobilen Teams unterwegs, um die Störungen zu beheben. Es wird darum gebeten, von Anrufen bei der Stör-Hotline abzusehen, alle Ausfälle seien registriert und werden bearbeitet.
  • Die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und der Anschlussstelle Köln-Bocklemünd ist etwa seit Mitternacht in beiden Fahrtrichtungen wieder befahrbar. Für etwa drei Stunden hatte die Autobahn GmbH Rheinland den Tunnel zuvor sperren müssen.
  • Die Stadt Hürth warnt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Hautreizungen durch Kontakt zum ausgetretenen Wasser. Nach dem Überlaufen einer Abwasserbehandlungsanlage im Chemiepark Knapsack haben einige Anwohner in den Stadtteilen Alt-Hürth und Hermülheim Hautreizungen erlitten. Welche Stoffe die Hautreizungen ausgelöst haben, ist bisher nicht klar.

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