Hammer-Studie Krebs im „Schlummerzustand“ besiegen? Kölner Forscher mit Durchbruch

Forscher schaut auf Monitor.

Der Kampf gegen den Krebs, hier ein Symbolfoto aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg im Januar 2020, wird auch in Köln weiter vorangetrieben.

Kölner Forscher haben eine Entdeckung zur Entwicklung neuer Krebs-Therapien gemacht. Krebszellen können in einen „Schlummerzustand“ geraten und dann auch mit dem körpereigenen Immunsystem bekämpft werden.

Köln. Spannende Entdeckung von Forschern der Uniklinik Köln: Das Team hat in einer aktuellen Studie, die am 17. September veröffentlicht wurde, neue Erkenntnisse für die Krebsbehandlung der Zukunft gewonnen.

Während man Krebspatienten früher vor allem mit der konventionellen Chemotherapie behandelt hat, gab es bereits in den vergangenen Jahren Erkenntnisse und Studien darüber, wie die Krebstherapie mit weiteren Medikamenten noch zielgerichteter werden kann.

„Viele Patienten entwickeln im Verlauf der Behandlung Resistenzen gegen die personalisierten Medikamente, sodass die Tumore erneut zu wachsen beginnen. Welche Gründe es dafür gibt, ist aktuell eine zentrale Forschungsfrage“, so die Kölner Forscher in ihrer Mitteilung zur Studie.

Kölner Forscher: „Krebszellen können Schlummerzustand einnehmen“

Einer der Gründe für Krebs, der plötzlich wieder zurückkommt? Laut der Kölner Forscher werden manche Krebszellen nicht komplett abgetötet, sondern geraten in einen sogenannten „Schlummerzustand“.

„Wir konnten zeigen, dass Krebszellen anstatt zu sterben als Reaktion auf zielgerichtete Krebstherapien auch einen inaktiven Schlummerzustand einnehmen können. Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Krebszellen in diesem Zustand die Therapie überlebt, und später zu einem Rückfall des Patienten führen kann“, erklärt Dr. Johannes Brägelmann, Erstautor der Studie.

Kölner Uniklinik-Forscher: Eigenes Immunsystem für Krebstherapie nutzen

Aus dieser Erkenntnis können sich laut den Kölner Forschern von der Uniklinik Köln komplett neue Behandlungsansätze für Krebspatienten ergeben.

Denn bei den „Krebszellen im Schlummerzustand“ wird das angeborene Immunsystem aktiviert und damit auch für das körpereigene Immunsystem sichtbar. Diese Erkenntnis können Behandler zukünftig nutzen und in einer Kombination aus einer Therapie mit Medikamenten und der Nutzung des körpereigenen Immunsystems gezielt anwenden, um Krebszellen zu bekämpfen.

Kölner Forscher entwickeln neuen Krebs-Therapieansatz

„Zusammengefasst können Tumorzellen anstatt zu sterben als Reaktion auf zielgerichtete Krebstherapien auch einen inaktiven Zustand einnehmen, welcher sie die Therapie überleben lässt, aber neue Angriffspunkte schafft. Durch die molekulare Analyse dieses Zustands haben wir einen neuen Therapieansatz entwickelt, in welchem wir zielgerichtete Krebsmedikamente mit einer passenden Immuntherapie kombinieren und so das Therapieansprechen verbessern“, fasst Prof. Sos das Ergebnis der Studie zusammen.

Inwiefern diese neue Kombinationsbehandlung das Überleben von einzelnen Patienten verbessert, werden künftige und darauf aufbauende Studien klären müssen, so das Forschungsteam abschließend.

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