Stolz an Kölner Schule Irrer Lebensweg: Ex-Abiturient wird in Corona-Zeit zum Weltstar

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Die Leiterin des Erich-Kästner Gymnasiums Ursula Borstell und ihr Kollege Mario Althans. Hier ging bis 1984 auch Ugur Sahin zur Schule.

Köln – Es ist ein Satz von Erich Kästner, der in die Welt hinausging. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Ein Satz des berühmten Namensgebers, den man am Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl lebt.

Erich-Kästner-Gymnasium in Köln: Ex-Schüler Ugur Sahin wird heute zum Weltstar

Diese Arbeit zahlt sich aus, denn ein gefeierter Weltstar ist tatsächlich ehemaliger Mitschüler: Biontech-Chef Ugur Sahin drückte einst hier in Niehl die Schulbank. Dass er mal in die Medizin gehen würde, war seinen Abi-Kumpels sofort klar. EXPRESS auf den Spuren des Mannes, den die Welt für den Corona-Impfstoff feiert.

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Dr. Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von BioNtech, in seinem Labor. BioNtech will schon bald einen Corona-Impfstoff mit mehr als 90-prozentigem Schutz vor Covid-19 auf den Markt bringen.

„Wir haben sein Wirken in der Pandemie natürlich sehr genau beobachtet und die Daumen gedrückt“, sagt Schulleiterin Ursula Borstell. Und es war das Wirken des berühmten Ex-Pennälers Ugur Sahin, welches sie dem letzten Abi-Jahrgangs in Erinnerung gerufen hatte.

Erfolg von Ugur Sahin: Biontech-Gründer ist Ansporn für Schüler von heute

Denn dieser Jahrgang litt besonders unter den ersten Corona-Maßnahmen: „Einer von unserer Schule forscht für die Welt“, hatte sie ihnen gesagt und sie damit motiviert. „Das ist doch unglaublicher Ansporn für uns. Deshalb packt ihr auch das Abitur.“

Das zog. Denn sie packten das Abi. Dass Sahin ebenfalls am „EKG“ paukte, erfüllte die 730 Schüler schon damals mit großem Stolz. Aber auch mit Motivation. Schulleiterin Borstell, die erst viel später die Leitung übernahm und Sahin natürlich noch nicht kennenlernte: „Es ist auch deshalb eine schöne Nachricht, weil wir feststellen: Unser Tun lohnt sich.“

Ugur Sahin: Biontech soll Impfstoff für Corona fertig haben

Insbesondere im Fall Ugur Sahin. Denn er war Jahrgangsbester beim Abitur 1984, hatte Mathe und Chemie in den Leistungskursen. Und: Gelebte Integration ist am Erich-Kästner-Gymnasium auch durch Sahin zum festen Bestandteil geworden: Denn er war es auch, der als erstes türkischstämmiges Gastarbeiterkind ein Abitur am EKG ablegte. Mit vier Jahren war er nach Köln gekommen, sein Vater arbeitete bei Ford.

Einer seiner Abi-Kumpels ist übrigens nach dem Studium wieder an die Niehler Schule als Lehrer zurückgekehrt: Mario Althans (56) unterrichtet heute Mathe und Sozialwissenschaften. Dass ihr Kumpel Ugur mal in die Medizin geht, war für seine Mitschüler sonnenklar.

Ugur Sahin ist an Kölner Schule in bester Erinnerung geblieben

„Ich erinnere mich noch an die Abi-Feier. Einer hat gesagt: Warum sollen wir mit dem Rauchen aufhören? Ugur geht doch eh in die Medizin.“ Es sollte so kommen.

Freundlich, wissbegierig, hilfsbereit – Sahin ist am EKG in wirklich bester Erinnerung geblieben. Kein Streber, sondern einer, den man einfach gern hatte. Außer vielleicht auf dem Fußballplatz, denn Sport stand hoch im Kurs und auch dort war Sahin top.

Ihn als Gegner zu haben, konnte mit einer Niederlage enden. Mitschüler Althans: „Der FC war immer Thema bei uns. Ugur war technisch ein wirklich sehr versierter Spieler.“

Ugur Sahin: Abitur 1984 und Besuch in der nahen Zukunft?

Später nach dem Abi, so erzählt Althans, habe man sich noch zwei oder drei Mal bei Ehemaligentreffen gesehen. Aber wie es immer im Leben so ist: Lebenswege sind manchmal verschlungen. Sahin studierte an der Uni in Köln – der Rest ist spätestens seit der Corona-Pandemie bekannt.

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Das Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl: Hier legte Ugur Sahin im Jahr 1984 sein Abitur ab.

Stolz, Ansporn und einfach ein gutes Gefühl. Das sind momentan Dinge, die beim Kölner Erich-Kästner-Gymnasium völlig zurecht an der Tagesordnung sind. Es sind schöne Momente im aktuell doch sehr stressigen Corona-Alltag. Und wer weiß: Vielleicht kehrt Ugur Sahin selbst noch einmal für einen Besuch zurück. „Das wäre natürlich toll“, frohlockt die Schulleiterin.

Dann kann der gefeierte Weltstar selbst mal erzählen, wie es damals war. 1984, am guten alten Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl.

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