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Toter Säugling vor Kölner Babyklappe Kleiner Elias in weißem Sarg zu Grabe getragen

Ein Mann trägt einen kleinen, weißen Sarg. Zahlreiche Menschen folgen ihm.

Der Säugling, der tot vor einer Babyklappe gefunden wurde, wurde am Donnerstag (22. Juli) zu Grabe getragen. 

Ein toter Säugling wurde vor der Babyklappe in Bilderstöckchen abgelegt. Jetzt wurde der kleine Elias auf dem Nordfriedhof beerdigt. 

Köln. Es ist ein Bild, das einem das Herz zerreißt. Auf dem Nordfriedhof wurde am Donnerstag, 22. Juli, Baby Elias zu Grabe getragen. Dem kleinen, weißen Sarg folgten mehr als 30 Trauernde – tief betroffenen vom Schicksal des Säuglings, der letzte Woche tot vor der Babyklappe des Hauses Adelheid in Bilderstöckchen gefunden worden war. 

Unter den Trauernden auch Mitarbeitende des Frauenhauses und zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Letztere waren nach dem Fund des kleinen Jungen am 12. Juli alarmiert worden, doch für den Säugling war jede Hilfe zu spät gekommen. 

Zwei weiße Teddys, eine Plüschmaus sowie weiße Blumen liegen auf dem Grab.

Auf dem Grab von Elias, der am Donnerstag, 22. Juli, seine letzte Ruhe fand, wurden Blumen und Plüschtiere niedergelegt.

Kölner Nordfriedhof: Würdevolle Beerdigung für Säugling Elias

„Wir schenken Elias heute die Würde, die er verdient hat“, sagte die Pfarrerin in einer vorangegangenen Trauerzeremonie. Bereits im Vorfeld hatte ein Sprecher des Bestattungsunternehmens Leo Kuckelkorn gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger angekündigt, dass es eine würdevolle Beerdigung werde. Teilnehmen konnte jeder, der das Bedürfnis verspürte.

Nach Elias' Beisetzung nahmen zwei weiße Teddys auf seinem Grab Platz, lehnte sich eine Plüschmaus an das weiße Kreuz, auf dem Geburts- und Todestag des kleinen Jungen stehen. Nur ein Datum, der 12. Juli 2021 ... 

Kölner Mordkommission ermittelt und veröffentlicht Handtuch-Foto 

Seit der furchtbaren Entdeckung des toten Säuglings laufen die Ermittlungen der Mordkommission auf Hochtouren. Am Dienstag, 13. Juli, traten die Fahnder mit einem Foto an die Öffentlichkeit. Es zeigt das Handtuch, in welches der kleine Leichnam eingewickelt war. 

Das verschmutzte Handtuch hat ein Blumenmuster mit grüner sowie lilafarbener Umrandung.

Nach dem Fund des toten Säuglings veröffentlichte die Kölner Polizei ein Foto des Handtuchs, in das der kleine Junge eingewickelt war. 

Das stark verschmutzte und verschlissene, 90 mal 40 Zentimeter große Handtuch ist aus weißem Frottee und hat ein Blumenmuster mit grüner sowie lilafarbener Umrandung. „Ein Wäschezeichen mit Hersteller- oder Materialangaben ist nicht vorhanden“, erklärte ein Polizeisprecher. 

Mit Hilfe des Foto fahndet die Mordkommission nun nach den Eltern des Säuglings, dem die Mitarbeiter des Hauses Adelheid den Namen Elias gaben. Die Ermittler fragen: Wer kennt das Handtuch und/oder weiß, wem es gehört? Erste Hinweise sind bereits eingegangen. 

Kölner Mordermittler: Säugling bewusst so an Babyklappe abgelegt, dass Alarm nicht ausgelöst wurde

Der kleine Junge war Montag (12. Juli) gegen 10.45 Uhr von Mitarbeitern des Hauses Adelheid vor der Babyklappe an der Escher Straße im Stadtteil Bilderstöckchen gefunden worden. Ein Notarzt hatte wenig später den Tod festgestellt. Nach der Obduktion geht der Rechtsmediziner davon aus, dass das Kind zum Zeitpunkt der Geburt gelebt hat. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdeliktes durch Unterlassen ein. 

Die Polizei hat die Babyklappe mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Am 12. Juli wurde der kleine Elias vor der Babyklappe des Frauenhauses an der Escher Straße in Bilderstöckchen gefunden.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag (13. Juli) ebenfalls bekannt gaben, hat eine technische Überprüfung der Babyklappe keine Hinweise auf einen Defekt ergeben. „Das Verhalten der Mitarbeitenden des Frauenhauses hat ebenfalls keinen Anlass zu Beanstandungen ergeben“, so der Polizeisprecher. „Die Ermittler gehen daher davon aus, dass der Säugling bewusst so abgelegt wurde, dass der Alarm nicht ausgelöst wurde.“

Nach dem Fund des toten Säuglings appellieren die Kölner Mordermittler an mögliche Zeugen

Die Mordermittler wenden sich an mögliche Zeugen. Sie bittet insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen, Krankenhäuser und Frauenarztpraxen mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, wenn eine Frau mit Symptomen einer kürzlich erfolgten Entbindung vorstellig geworden ist, ohne dass ein Säugling vorhanden war. Oder aber, wenn die betroffene Frau keine Angaben zur Herkunft der Symptome gemacht hat oder macht. 

Möglicherweise, so die Fahnder, hat die Kindsmutter nach der Geburt keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, befindet sich in einer psychischen Ausnahmesituation und nimmt die dringend erforderliche postnatale Behandlung nicht in Anspruch. Die Ermittler empfehlen dringend, dass sich die Kindseltern an eine Beratungsstelle wenden. 

Hinweise, auch zu verdächtigen Beobachtungen im Bereich der Babyklappe in Bilderstöckchen, nimmt das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer 0221/229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen.

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