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„Tatort“-Star ganz privat Wotan Wilke Möhring verrät sein süßes Köln-Geheimnis

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Wotan Wilke Möhring lebt seit Jahren in Köln. Eigentlich stammt der Schauspieler aus dem Ruhrgebiet. 

Köln – Nicht nur sein Name ist ungewöhnlich: Wotan Wilke Möhring (53) war Punk, Türsteher und Model, eher er zu einem der bekanntesten deutschen Schauspieler wurde. Seit 1998 stand er in über 100 Produktionen vor der Kamera.

Kommenden Sonntag (24. Januar) ist er als Kommissar Falke im „Tatort“ zu sehen. Wilke Möhring lebt zwar von seiner Frau getrennt, aber beide kümmern sich in Köln um ihre Kinder, zwei Töchter und ein Sohn. 

Das Köln-Gespräch entstand bei einem Spaziergang rund um den Kahnweiher in Lindenthal.

Tatort-Star fühlt sich mit Köln und dem FC verbunden

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Wotan, Sie sind Borussia Dortmund-Fan. Haben Sie kein Herz für den FC?

Aber ja doch. Erstens gibt es zwischen beiden Vereinen eine Fan- Freundschaft. Und zweitens könnte ich mir keinen besseren Verein für meine drei Kinder wünschen. Die wurden von ihrer Mutter als Mitglieder beim 1. FC Köln angemeldet – ohne mein Wissen (lacht).

Haben Sie eine besondere Beziehung zu Köln?

Mittlerweile ja. Ich bin wegen der Liebe nach Köln gekommen und wegen der Kinder geblieben. Gerade für Pänz ist die Stadt super. Es ist nicht zu laut, und Köln hat genau die richtige Größe.

Im Tatort „Tödliche Flut“, der am Sonntag ausgestrahlt wird, stehen Sie in einer Szene bis zum Bauch in der Nordsee. Wie war das beim Dreh?

Kalt! Das Wasser hatte höchstens vier oder fünf Grad. Alle um mich und die Kollegin Franziska Hartmann herum hatten Wärmeanzüge an. Wir hatten zwar Neoprenanzüge unten drunter, aber selbst die halten die Kälte nicht dauerhaft ab.

Wenn Sie wie wir jetzt durch Lindenthal spazieren, werden Sie natürlich erkannt. Sind die Kölner nett zu Ihnen?

(grinst) Mein Motto ist: Wer gute Filme macht, hat gute Fans. Manchmal hilft aktuell auch die Maskensituation, dass ich nicht direkt erkannt werde. Aber wenn man dann meine Stimme hört, hat sich das auch erledigt.

Haben Sie sich der hiesigen Mentalität angepasst?

Die kölsche Art, die Freundlichkeit und der Hang zur Gemütlichkeit tun mir, aber vor allem auch meinen Kindern gut. Es ist nicht nur die Stadt, sondern auch die Umgebung. Das Rheinland, die Eifel und all das hatte ich vorher gar nicht auf dem Zettel.

Wie weit geht die Identifikation, beispielsweise an Karneval?

Als Ruhrgebietskind habe ich den Karneval erst in Köln richtig kennengelernt. Und ihn durch meine Kinder akzeptiert. Bei denen merkt man: Karneval muss man mit der Muttermilch aufsaugen. Das ist mehr als sich zu verkleiden. Die Kinder leben das auch aus, gehen zum Beispiel bei den Schul- und Veedelszügen mit.

Frei sein bedeutet für Sie sehr viel, haben Sie mal gesagt. Was heißt das in Corona-Zeiten?

Freiheit bedeutet die Möglichkeit, für sich selbst zu entscheiden. Jetzt im Corona-Lockdown erleben wir eine seltsame Form der Freiheit: das Nichtstun. Ich musste erst einmal lernen, das anzunehmen. Man hat das Gefühl, als würde die Zeit angehalten.

Sie haben früher als Punk gegen jede Art von Uniform gekämpft, um sie dann als Zeitsoldat täglich anzuziehen. Wie geht das zusammen?

Erstens wurde ich irgendwann auch unter den Punks auf eine gewisse „Kleiderordnung“ hingewiesen, die mich erschrocken hat. Und ich bin jemand, der gerne Dinge aus eigener Erfahrung beurteilt.

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„Tatort“-Star Wotan Wilke Möhring ist seit Jahren Wahl-Kölner. Im EXPRESS-Interview verriet der Schauspieler was ihn damals wirklich in die Rheinmetropole zog.

Beim Bund habe ich viel gelernt, zum Beispiel: Wenn alle das Gleiche anhaben, gibt es auch nicht mehr diese Beurteilung über die Kleidung. Das spricht übrigens für die Schuluniform.

Köln: Wotan Wilke Möhring kann Corona-Gegner nicht verstehen

Sind Sie heute weniger rebellisch als zur Punker-Zeit?

Nein, ich bin mehr denn je gegen ein spießiges Establishment und gegen Regeln, die man nicht hinterfragen darf. Es macht mich nach wie vor wütend, wenn sich Menschen hinter diesen selbstgemachten Regeln verstecken. Wir fühlen uns viel zu oft ohnmächtig, wo wir es nicht sein müssen. So ist zum Beispiel  die Argumentation pro Marktwirtschaft kein Naturgesetz!

Wie schwer fällt es Ihnen, die Corona-Einschränkungen zu akzeptieren?

Naja, ich muss ja in dieser Situation den Wissenschaftlern vertrauen, die das hoffentlich besser beurteilen können. Ich muss eine Maske tragen. Na und? Dadurch sehe ich meine Freiheit nicht eingeschränkt.

Gegen eine Maßnahme zu protestieren, die mich und andere schützt, wie es die sogenannten Querdenker tun – das verstehe ich überhaupt nicht. Macht die Regierung also alles richtig? Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt geht. So sind unter anderem die Schließungen im Kulturbetrieb für mich nicht nachvollziehbar. Eine Studie aus den USA belegt, dass ein Kinosaal in diesen Zeiten ein sicherer Raum ist.

Aber Kunst und Kultur haben bei uns leider nicht die Lobby, die sie verdient hätten, auch wenn sie eine riesige Wirtschaftskraft haben. Gleichzeitig bekommt die Lufthansa als privates Unternehmen acht Milliarden an Steuergeldern, die wir gezahlt haben, damit wildfremde Leute aus allen Regionen im Flugzeug dicht an dicht sitzen? Das ist nicht nachzuvollziehen

Mal weg von den schlechten Nachrichten: Haben Sie ein Bezug zu kölscher Musik?

Ich muss anerkennen, dass die Fan-Gesänge im Müngersdorfer Stadion bundesweit zu den Besten gehören! Ich kenne keine Stadt, über die es so viele Lieder gibt, wie Köln. Mein Sohn ist ein großer Kasalla-Fan.

Was bedeuten Ihnen Ihre Kinder?

Sie sind das wichtigste. Sie sind die Erben. Sie sind die Zukunft. Durch sie verändert sich alles. Man ist nie mehr nur allein, und sie sind wichtiger als man selbst. Für meine Kinder würde ich alles geben, alles.

Sind Sie ein guter Vater?

Ich denke, ich gebe mir Mühe. Aber nur weil man als der Vater schon länger auf der Erde ist, hat man nicht die Wahrheit mit dem Löffel gefressen. Es gibt fürs Vatersein kein Diplom, das muss man lernen. Jeden Tag.

Bei meinen Töchtern ist ein ganz starkes Umweltbewusstsein vorhanden. Ich denke oft: Gott, was waren wir früher unbedarft und unwissend im Vergleich zu den Jugendlichen heute. Dass unsere Kinder uns daran erinnern müssen, dass unsere Umwelt am Abgrund steht, das ist schon sehr traurig. Corona bekommen wir irgendwie in den Griff. Aber dass unser Planet vor die Hunde geht und nichts passiert, das ist eine Schande.

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