Hauptschulen in Kalk, Porz und der Innenstadt nehmen womöglich bald keine neuen Jahrgänge auf.
Umstrittene PläneStadt Köln will mehrere Haupt- und Realschulen dichtmachen

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Blick auf die Hauptschule Großer Griechenmarkt: Auch sie spielt in den Änderungsplänen der Stadtpolitik eine Rolle.
Für Kölns Haupt- und Realschulen wird es immer enger. Die allermeisten Eltern wollen ihre Kinder nicht auf diese beiden Schulformen schicken. Deshalb debattieren Stadt und Politik schon länger darüber, die Zahl der Plätze zu verringern. Jetzt hat die Stadt im neuen Schulentwicklungsplan weitere Vorschläge zum Abbau gemacht. Die ersten Schulen könnten sogar schon im kommenden Jahr dichtmachen.
Noch handelt es sich um erste Pläne des Schulentwicklungsamtes. Konkrete Vorschläge müsste das Amt dem Stadtrat vorlegen. Und dort ist die Frage, wie es mit den Hauptschulen in Köln weitergeht, unter den Fraktionen seit Langem umstritten.
Stadt Köln will mehrere Haupt- und Realschulen schließen
Betroffen wäre etwa die Kurt-Tucholsky-Schule in Kalk. Für den Stadtbezirk würde nach Einschätzung der Stadt künftig eine zweizügige Hauptschule reichen, also zwei Klassen pro Stufe. Bisher ist sie dreizügig. Aktuell kommen die Kurt-Tucholsky-Schule am Helene-Weber-Platz und die Adolph-Kolping-Schule gemeinsam auf 5,5 Züge mit 120 Plätzen. Zum Schuljahr 2025/26 gab es dafür aber nur 45 Anmeldungen. Allein an der Kurt-Tucholsky-Hauptschule waren 81 Plätze frei. Angemeldet wurden dort ganze 28 Kinder. Der Standort, der dann frei würde, könnte später eine Grundschule aufnehmen. Die Adolph-Kolping-Schule könnte auf drei Züge wachsen.
Die SPD wollte das Aus für die Kurt-Tucholsky-Hauptschule schon früher – und an ihrer Stelle eine neue Gesamtschule. Damit scheiterte sie jedoch an der Mehrheit im Rat. In der September-Sitzung des Schulausschusses wagten SPD, Linke und Volt einen neuen Anlauf. Ihr Argument: Im Stadtbezirk Kalk bewerben sich weiterhin viel mehr Kinder um einen Platz an einer Gesamtschule, als aufgenommen werden können. An den Hauptschulen dagegen bleiben Plätze leer.
Oliver Seeck, schulpolitischer Sprecher der SPD, hatte in diesem Jahr die fehlenden Gesamtschulplätze kritisiert. Er sagte: „Eltern und Kinder wollen an die Gesamtschulen. Die Mütter und Väter stimmen mit den Füßen ab.“ Die Stadt sieht das anders. In Mülheim gebe es an den Gesamtschulen mehr Plätze als nötig. Dazu komme die Gesamtschule, die gerade gebaut wird und ins frühere Kalker Polizeipräsidium zieht.
Gemeinschaftshauptschule Bilderstöckchen in Nippes: Auch hier soll das Angebot an Hauptschulplätzen schrumpfen. Die Gemeinschaftshauptschule an der Reutlinger Straße soll von heute 3,5 auf zwei Züge verkleinert werden, nach Möglichkeit zum Schuljahr 2027/28. Zum Schuljahr 2025/26 haben die beiden Nippeser Hauptschulen zusammen gerade einmal 28 Kinder aufgenommen. Rein rechnerisch ist das ungefähr eine einzige Eingangsklasse.
Parallel wird darüber nachgedacht, das Hauptschulangebot in Nippes und Ehrenfeld grundsätzlich neu zu ordnen. Die Hauptschule an der Reutlinger Straße, die nach diesem Plan nicht mehr gebraucht würde, könnte dann zum Beispiel als Teilstandort des benachbarten Dreikönigsgymnasiums genutzt werden.
Haupt- und Realschule in Zündorf: In Porz steht ebenfalls eine Hauptschule auf der Kippe. Ab dem nächsten Schuljahr soll sie auslaufend geschlossen werden. Bisher gab es dort zwei Eingangsklassen. In Eil existiert zudem die Kopernikusschule mit drei Eingangsklassen. Beide Schulen boten zusammen 120 Plätze an – im Schuljahr 24/25 war nur die Hälfte davon besetzt, nämlich 60. Werden die Gesamtschulplätze weiter ausgebaut, dürften die Hauptschulen nach Erwartung der Stadt noch weniger gefragt sein. Die Kopernikusschule könnte daher saniert und die Zündorfer Hauptschule aufgegeben werden.
Hauptschulen in Köln: Nur wenige Kinder angemeldet
Wie es mit der Hauptschule in Zündorf weitergeht, war ohnehin schon offen. Ursprünglich wollte die Stadt sie zusammen mit der Wilhelm-Busch-Realschule, die ebenfalls am Schulzentrum Heerstraße untergebracht ist, in eine neue Gesamtschule für Porz umwandeln. Diese Gesamtschule ist nun aber aus der Planung geflogen. Für die Realschule schlägt die Verwaltung vor, dass sie spätestens ab 2031/32 auslaufend geschlossen wird. Zu diesem Zeitpunkt soll in Deutz an der Adresse Im Hasental voraussichtlich eine neue Gesamtschule starten. Sie soll das rechtsrheinische Köln abdecken.
Die Katholische Hauptschule Großer Griechenmarkt soll ab dem kommenden Sommer von drei auf zwei Eingangsklassen reduziert werden. Die Verwaltung argumentiert mit dem prognostizierten Bedarf. Zuletzt hatte der Rat die von der Verwaltung vorgeschlagene Schließung der KHS am Rhein verhindert. Dort werden nun 30 Fünftklässler unterrichtet.
Auch bei den Realschulen gibt es Veränderungen. So soll die Peter-Ustinov-Realschule in Nippes auslaufend geschlossen werden. Die Verwaltung rechnet mit einem sinkenden Bedarf an der Peter-Ustinov-Schule und der Edith-Stein-Schule in Nippes.
Geprüft wird derzeit noch, ob die Peter-Ustinov-Realschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden kann. Das Ergebnis dieser Prüfung steht noch aus. Bei den Plänen handelt es sich zunächst nur um erste Überlegungen des Schulentwicklungsamtes. Konkrete Vorschläge müssen dem Stadtrat noch zur Entscheidung vorgelegt werden. (red)

