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„Ernsthaft?“Sehbehinderte Kölnerin bekommt Post vom LVR – Inhalt macht sie wütend

Eine Frau sitzt am Computer

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Mit einem Schreiben wollte der LVR den Behindertenstatus einer Sehbehinderten Kölnerin abfragen. Hier ein undatiertes Symbolfoto, das in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall steht.

Aktualisiert:

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) wollte den Sehbehinderten-Status einer Kölnerin per Brief abfragen. Auf Twitter beschwert sie sich ... 

Die Kölner Journalisten Amy Zayed (48) ist sehbehindert und bekam jetzt Post vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) – der Inhalt sorgt für Diskussionen.

Darin wird Zayed von der Behörde aufgefordert, innerhalb von vier Wochen ihren Behindertenstatus mitzuteilen. Das Problem: Sie solle das in Druckschrift abgeben und per Hand.

Sehbehinderte Kölnerin bekommt Post – ob sie noch blind ist?

Auf Twitter macht Zayed ihrem Ärger Luft: „Ernsthaft? Ihr schickt mir einen Brief, der für mich erst mal vorgelesen werden muss, um mir mitzuteilen, dass Ihr in vier Wochen Rückmeldung von mir braucht, ob ich noch blind bin? Und dann soll ich meine Unterschrift leserlich in Druckbuchstaben wiederholen?“

Ursprünglich dachte Zayed, der Brief käme von der Stadt Köln, deshalb adressierte sie den Tweet zunächst an die Stadt.

Der LVR hat inzwischen auf Twitter zu dem Vorfall Stellung bezogen: „Wir können Ihren Ärger sehr gut verstehen. Leider sind derzeit noch nicht alle Prozesse so digital und barrierefrei, wie wir uns das beim LVR manchmal selbst wünschen würden. Aber wir arbeiten dran und sind zuversichtlich.“

Kölnerin Amy Zayed berichtet von Arztbesuch

„Die UN-Behindertenrechtskonvention sagt ganz klar, dass behinderte Menschen am öffentlichen Leben teilhaben sollen“, äußert sich Amy Zayed gegenüber „t-online“. „Aber ich habe das Gefühl, Behinderte werden oft nicht mitgedacht.“

Ein weiteres Beispiel für fehlende Barrierefreiheit: Zuletzt sei sie bei einem Arzt gewesen. Dort sei sie gezwungen gewesen, den Anamnesebogen mithilfe einer dritten Person auszufüllen.

„Liebe Ärzte und Ärztinnen, wenn Ihr Aufnahmebögen als PDF ins Netz stellt, macht sie doch bitte auch barrierefrei! Nur weil ich blind bin, möchte ich meine Krankheitsgeschichte nicht jedem beliebigen Menschen erzählen, nur weil ich das Ding nicht selbstständig ausfüllen kann“, beklagt sie auf Twitter.

„Beim Arzt geht es um richtig intime Daten, die möchte ich nicht jedem erzählen“, erklärt Zayed gegenüber „t-online“. Sie habe das Glück gehabt, dass ihre Mutter gerade in der Nähe gewesen sei und helfen konnte. Aber – viele Menschen mit Behinderung haben dieses Glück nicht und sind auf sich alleine gestellt. (mt)

Nicole Schulze war 24 Jahre alt, als sie 2004 auf dem Straßenstrich an der Geestemünderstraße anfing.
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