1

Dose kostet zwischen 20 und 70 EuroRiesentrend in Köln, aber was steckt wirklich drin?

Die Ehrenstraße in Köln. Hier gibt es zahlreiche Matcha-Läden.

Copyright: Alexander Schwaiger/imago

Die Ehrenstraße in Köln. Hier gibt es zahlreiche Matcha-Läden.

Aktualisiert:

Auch in Köln – Matcha gilt als gesundes Trendgetränk. Gleichzeitig ist der Begriff rechtlich nicht geschützt, Gesundheitsversprechen sind nicht ausreichend belegt und bei regelmäßigem Konsum gibt es wichtige Hinweise zu Schadstoffen und Koffein.

Matcha ist auch in Köln längst ein Trend: in Cafés als Latte, in Eisdielen und als Bestandteil weiterer Trendprodukte. Das leuchtend grüne Pulver gilt als modern, hochwertig und gesund. Doch was steckt wirklich darin?

Ein ZDF-Beitrag mit dem Titel „Matcha: Teuer – Fake – Gefährlich?“ nimmt den Hype unter die Lupe. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie gesund Matcha tatsächlich ist und ob ein hoher Preis automatisch für gute Qualität steht.

Matcha ist kein geschützter Begriff

Lebensmittelrechtlich geschützt ist der japanische Begriff Matcha – also „gemahlener Tee“ – hierzulande nicht. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin. Für Käuferinnen und Käufer bleibt deshalb unklar, ob das verwendete Grüntee-Pulver tatsächlich den traditionellen, aufwendigen Herstellungsprozess durchlaufen hat.

Dazu gehört unter anderem, dass die Teepflanzen vor der Ernte beschattet werden. Dieses Verfahren beeinflusst die Farbe, den Geschmack und den Preis des Pulvers. Eine Dose kostet laut ZDF-Ratgeber je nach Anbieter meist zwischen 20 und 70 Euro. Die Produktion ist aufwendig: Pro Granitstein werden demnach etwa 30 Gramm Matcha pro Stunde gemahlen.

Auch wie sich der hierzulande angebotene Matcha von herkömmlichen Grüntee-Produkten abgrenzt, lässt sich durch die Bezeichnung allein nicht erkennen. Manchmal steht groß Matcha auf der Verpackung, tatsächlich ist aber nur eine kleine Menge des Pulvers enthalten, so die Verbraucherschützer.

Wer zu Matcha-Latte, Matcha-Tee und Co. greift, sollte deshalb einen genauen Blick auf die Zutatenliste sowie die Zubereitungs- und Verzehrempfehlungen auf der Packung werfen.

Gesundheitsversprechen nicht ausreichend belegt

Matcha wird häufig als Superfood beworben. Dem Pulver werden unter anderem eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs, ein Schutz des Herz-Kreislauf-Systems und Hilfe beim Abnehmen zugeschrieben.

Für diese Gesundheitsversprechen gibt es laut ZDF und Verbraucherzentrale allerdings keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Die häufig nachgesagte gesundheitsfördernde Wirkung des Grüntee-Pulvers ist demnach nicht ausreichend nachgewiesen.

Auch beim Thema Schadstoffe ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Teepflanzen können je nach Anbaugebiet Aluminium aufnehmen. Eine langfristig hohe Aufnahme kann das Nervensystem und die Knochen schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte 2019 in einzelnen Matcha-Proben hohe Aluminiumgehalte festgestellt. Daraus folgt nicht, dass jedes Matcha-Produkt gefährlich ist.

Matcha-Pulver kann außerdem Blei enthalten. Eine hohe Bleibelastung kann unter anderem die Nieren und das Herz-Kreislauf-System schädigen. Anders als bei herkömmlichem Tee wird Matcha nicht nach dem Aufbrühen abfiltriert. Das Pulver wird verrührt oder schaumig geschlagen und vollständig mitgetrunken. Dadurch werden auch mögliche im Pulver enthaltene Stoffe vollständig aufgenommen.

Die Verbraucherzentrale rät deshalb, Matcha nicht öfter als dreimal am Tag und nicht mit mehr als jeweils einem Gramm eingerührtem Matcha-Grünteepulver pro Tasse oder Glas zu trinken. Regelmäßig sollten Produkte und Marken gewechselt werden, um eine einseitige Schadstoffbelastung zu vermeiden. 

Matcha: Vorsicht bei Kindern und Koffein

Matcha kann je nach Rezeptur mehr Koffein als herkömmlicher Grüntee enthalten. Der Koffeingehalt kann laut ZDF sogar ähnlich hoch wie bei einem Espresso sein. Für Kinder sind Produkte mit hoher Matcha-Konzentration deshalb nicht geeignet. Auch Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren, sollten vorsichtig sein. Das gilt insbesondere für Schwangere und Stillende.

Matcha ist also nicht automatisch gefälscht und auch nicht automatisch gefährlich.

Klar ist aber: Der grüne Trend ist auch in Köln angekommen. Wer das Pulver kauft, sollte sich deshalb nicht allein vom Preis oder vollmundigen Superfood-Versprechen leiten lassen, sondern Zutatenliste und Verzehrempfehlung prüfen.

Menschen besuchen im Kölner Rheinpark das größte musiksynchrone Feuerwerk Europas.
Rhein-Tiefstand und Terror-Sorge
Kölner Lichter: „Wir werden alles durchziehen“