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Noch vor Groß-SanierungMillionen teure Not-OP für Kölner Pannen-Garage

Eine Tiefgarage ist mit Zäunen abgesperrt.

Copyright: Arton Krasniqi

Die Tiefgarage unter Dom und Roncalliplatz (hier am 27. Oktober 2025) ist ein Sanierungsfall.

Aktualisiert:

Die Dom-Tiefgarage ist ein Pulverfass. Für 4,1 Millionen Euro gibt's jetzt nur eine Not-Reparatur. Die große Sanierung? Völlig unklar. Ein Wettlauf gegen die Zeit für Kölns Herzstück.

Ein tiefes Loch im Stadtsäckel: Die Verwaltung pumpt rund 4,1 Millionen Euro in die marode Tiefgarage unter der Domplatte sowie dem Roncalliplatz, um die übelsten Schäden zu beheben. Aber das ist nur ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde, nicht die dringend erwartete Komplettsanierung.

Akute Probleme mit der Statik und dem Brandschutz erfordern sofortiges Handeln. Bis zum Herbst 2026 soll dieses erste Flickwerk abgeschlossen sein. Wann die eigentliche Generalsanierung startet, weiß niemand. Aktuell ist die Zufahrt an der Trankgasse dicht, Autofahrer müssen den Kurt-Hackenberg-Platz nutzen und viele Parkplätze sind unbenutzbar.

Städtisches Parkhaus mit 520 Plätzen

Es geht um das städtische Parkhaus direkt am Dom, das 520 Fahrzeuge fasst. Der Komplex, der aus vier Abschnitten besteht, wurde bereits 1971 errichtet. Die Parkgebühren variieren je nach Tageszeit zwischen 80 Cent und 1,20 Euro pro Stunde, mit einem Tageslimit von 24 Euro. Der Betrieb läuft rund um die Uhr und wird im Namen der Stadt von der Firma Contipark sichergestellt.

Die Bedeutung dieser Garage ist riesig. Nicht nur wegen der zentralen Parkmöglichkeiten. Viel brisanter: Ihr Dach bildet die Domplatte sowie den Roncalliplatz – das pulsierende Herz von Köln, über das täglich unzählige Touristen und Einheimische zwischen Hauptbahnhof und Shoppingmeilen flanieren. Hier finden Konzerte mit Tausenden von Gästen statt.

Ein Problem mit der Deckenkonstruktion hätte katastrophale Folgen. Und der Zustand ist desolat. Das Bauwerk ist ein klarer Sanierungsfall. Besonders im Abschnitt D, unmittelbar unter dem Domvorplatz, herrschte laut Stadtverwaltung „dringender Handlungsbedarf im Bereich der Stützenstruktur“.

Statik und Brandschutz waren so kritisch, dass im Herbst bereits Abschnitte der Domplatte abgeriegelt und notdürftig repariert werden mussten. Anschließend wurden die übrigen drei Sektionen des Parkhauses geprüft.

Auf der Domplatte sind einzelne Stellen abgesperrt worden, Menschen laufen drumherum.

Copyright: Arton Krasniqi

Die Domplatte wurde bereits teilweise gesperrt (Foto vom 27. Oktober 2025).

Das Ergebnis der Prüfung: Die Stadt hat sofort neue Vorschriften zur Lastenverteilung auf dem Roncalliplatz und der Domplatte erlassen. Diese gelten laut Rathaus „bis auf Weiteres für alle Veranstaltungen, Befahrungen und Aufbauten“. Organisatoren von Events wie den Konzerten oder dem Weihnachtsmarkt müssen sich daran halten – falls die Mängel nicht vor Beginn behoben sind.

Was „Herbst 2026“ genau bedeutet, bleibt offen. Konkrete Details zu den Beschränkungen nannte die Verwaltung nicht. Es wurde lediglich klargestellt, dass die Auflagen für schwere Lasten wie Fahrzeuge, Kräne oder auch Bühnen gelten. Für Menschenmengen gibt es keine neuen Grenzen, die Plätze dürfen also weiterhin voll werden.

Erst Not-OP, dann die große Sanierung

Einige Brandherde, wie die Betonschäden unter der Domplatte, hat die Stadt bereits gelöscht. Nun folgt der nächste Schritt: die dringendsten Reparaturen im Inneren der Garage, die absolut nicht mehr warten können. Parallel dazu soll ein Gutachter den Zustand der vier Bauteile A, B, C und D noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Kosten dafür werden auf 4,1 Millionen Euro geschätzt. Über diese Summe müssen der Hauptausschuss am 20. April und der Stadtrat am 12. Mai entscheiden. Der Rat soll bei dieser Gelegenheit auch die bereits angefallenen Ausgaben nachträglich absegnen.

Einfahrt in die Tiefgarage am Dom

Copyright: Arton Krasniqi

Die Einfahrt in die sanierungsbedürftige Tiefgarage am Dom.

Alles, was nicht als absolut kritisch eingestuft wird, muss auf die große Generalsanierung warten. Doch die liegt in weiter Ferne. Die Stadtverwaltung erklärt dazu in bürokratischem Ton: „Beginn, Art und Umfang der weiteren Sanierung werden Gegenstand der entsprechenden Ausführungsplanung sein. Diesbezüglich wird die Verwaltung dem Rat eine separate Vorlage zur Beschlussfassung vorlegen.“

Einen Zeitplan oder eine Kostenschätzung gibt es nicht. Man versichert lediglich, dass keine Arbeiten doppelt gemacht werden. Georg Plesser, Chef des benachbarten Excelsior Hotel Ernst, findet klare Worte für das Chaos: „Wir leben seit Jahren in einer Dauerversuchs- und Baustellensituation.“

Wie konnte es nur so weit kommen?

Das Desaster hat auch Auswirkungen auf andere Großprojekte wie das Dom-Hotel und die geplante Erneuerung des Dom-Sockels. Laut Stadtverwaltung besteht hier „ein Zusammenhang“. Man befinde sich „mit allen internen und externen Akteuren in intensiven Abstimmungen“. Die Verantwortung für das Chaos ist aufgeteilt: Das Liegenschaftsdezernat unter Dezernent William Wolfgramm ist für die Verwaltung zuständig, während die Gebäudewirtschaft unter Baudezernent Markus Greitemann die Sanierung plant.

Doch wie konnte ein städtisches Gebäude so verkommen, dass plötzlich „Gefahr in Verzug“ herrscht? Die Erklärung der Stadt klingt abenteuerlich: Schuld sei sogenannter Lochfraß. Dabei dringt im Winter Wasser in den Beton ein und zersetzt ihn von innen. „Dies ist von außen kaum bis gar nicht erkenn- beziehungsweise feststellbar“, verteidigt sich die Verwaltung. „Erst durch tiefgreifendere Untersuchungen kann hierzu eine Bewertung erfolgen. Je nach Fortschritt des Lochfraßes hat dies Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der Betonbauteile.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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