Köln – Hure sein – wahrlich kein Traumjob. Die Überwindung, den eigenen Körper und häufig auch die Seele zu verkaufen.
Das Rotlicht-Millieu aus Gewalt und Ausbeutung. Die Angst vor fiesen Freiern. Und doch gibt es Frauen, die sich freiwillig für diese Tätigkeit entscheiden – oft aus finanziellen Motiven.
Eine von ihnen ist Yoel. Schlimm sei der erste Tag im Bordell gewesen, erzählt die 20-Jährige. „Ich saß an der Bar und traute mich nicht, die Männer anzuschauen.“
Bevor sich Yoel für die Prostitution entschied, hatte sie als Telefonistin in einem Call-Center gearbeitet. Bekanntermaßen ein Ausbeuter-Job. Eine anständig bezahlte normale Anstellung war nicht zu finden. Und da waren zwei Freundinnen, die in einem Bordell anschafften. „Ich konnte sehen, wie sehr sich ihr Lebensstill veränderte. Sie trugen schicke Klamotten und konnten sich eine bessere Wohnung leisten.“
Die Freundinnen legten einen Kontakt zu dem Bordell-Chef. „Ich wollte mir den Club erst mal anschauen. Schließlich wollte ich den Ort sehen, wo ich mich ausziehen soll.“
Noch am gleichen Tag stieg sie ein. „Nachdem ich eine Weile an der Bar gesessen hatte, kam ein älterer Mann auf mich zu“, erzählt die junge Frau über ihren ersten Tag im „Samya“. „Wir haben uns ganz nett unterhalten. Er war dann auch der erste Mann, mit dem ich aufs Zimmer ging. Da er mir sympathisch war, hatte ich keine Angst, mit ihm zu schlafen.“
Seit diesem Tag arbeitet sie fast täglich in Rodenkirchen. Drei bis sechs Männer beglückt sie täglich. Neben dem Eintritt bezahlen die Männer 50 Euro, wenn sie Sex haben wollen. Dieses Geld können die Frauen behalten.
Alles lässt Yoel nicht mit sich machen. „Es gibt Grenzen!“ Und sie gehe auch nicht mit jedem rauf, behauptet sie.
Die Arbeit im Puff – alles für ihren Traum. „Ich will noch fünf Jahre arbeiten und hoffe, dann genug Geld für ein Häuschen zu haben.“ Träume, die allerdings oft Träume blieben...

