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+++ EILMELDUNG +++ Angeklagte schweigen zum Prozess-Auftakt „Kölner Drogenkrieg“ – brisantes Video als Schlüsselbeweis?

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Angeklagte schweigen zum Prozess-Auftakt„Kölner Drogenkrieg“ – brisantes Video als Schlüsselbeweis?

Ein Angeklagter (r) wird von einem Justizbeamten in den Gerichtssaal gebracht. Der Raubüberfall in einer Hürther Lagerhalle gilt als Auslöser einer massiven Gewaltspirale, die als „Kölner Drogenkrieg“ bekannt wurde und im Sommer 2024 Köln und die Region in Atem hielt.

Copyright: Christoph Reichwein/dpa

Ein Angeklagter (r) wird von einem Justizbeamten in den Gerichtssaal gebracht. Der Raubüberfall in einer Hürther Lagerhalle gilt als Auslöser einer massiven Gewaltspirale, die als „Kölner Drogenkrieg“ bekannt wurde und im Sommer 2024 Köln und die Region in Atem hielt.

Auftakt im Prozess um den „Kölner Drogenkrieg“: Sieben Männer stehen vor Gericht – und schweigen zu den Vorwürfen. Ein brisantes Video soll sie überführen.

Vor dem Landgericht in Köln hat der Prozess gegen sieben Männer begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, bei einem Diebstahl von 350 Kilo Marihuana mitgemischt zu haben – der Auftakt zum sogenannten „Kölner Drogenkrieg“.

Das Verbrechen beschäftigt seit Montag (5. Oktober) das Landgericht der Domstadt. Den sieben Männern wird vorgeworfen, in unterschiedlichem Ausmaß am Diebstahl von 350 Kilogramm Marihuana aus einem Lagerhaus in Hürth beteiligt gewesen zu sein.

Zum Start des Verfahrens hüllen sich alle in Schweigen

Der mutmaßliche Drogen-Pate Sermet A. soll im Anschluss alles versucht haben, um das Rauschgift zurückzubekommen. Eine Welle der Gewalt mit Entführungen, Misshandlungen und Detonationen erschütterte daraufhin die Domstadt.

Im Saal 210 des Justizpalastes in Köln herrschte zu Beginn des Prozesses eisernes Schweigen. Einige der Beschuldigten befinden sich schon seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft. Im Juni 2024 sollen sie von einer Anlieferung von 700 Kilo Marihuana erfahren und den Entschluss gefasst haben, sich das Rauschgift zu schnappen.

Die Anklageschrift besagt, dass sie den Aufbewahrungsort – ein Gebäude in Hürth – zuvor ausspioniert hätten. Anschließend sollen drei der Männer, bewaffnet mit einer Maschinenpistole, die Halle gestürmt haben.

Der Mann, der das Rauschgift bewachte, wurde laut Anklage getreten und gefesselt. Danach sollen die Angreifer ihm den Lauf der Waffe in den Mund gerammt haben. Ungefähr die Hälfte des dort lagernden Marihuanas luden die Beschuldigten anschließend in einen weißen Lieferwagen und fuhren es zuerst zu einer Werkstatt nach Godorf. Das Ziel der vermutlichen Gruppe war es, die Beute mit Profit zu veräußern, wie Staatsanwältin Stefanie Steeger ausführte.

Ein explosives Video könnte die Wende bringen

Lange Zeit waren die Umstände des Drogen-Diebstahls unklar, und auch der Ort des Marihuanas ist unbekannt. In den Mittelpunkt der Ermittlungen rückten die Angeklagten wohl durch ein heikles Video.

Einer der Männer soll darin die Namen seiner Komplizen verraten haben. Sein Mandant habe diese Angaben jedoch unter Druck gemacht, teilte Verteidiger Thomas Koll am Rande des Verfahrens mit. Er will in der Verhandlung Einspruch gegen die Verwendung des Videos einlegen. Der Anwalt ließ durchblicken, dass die Beweise ohne die Aufnahme recht mager seien. Es scheint daher alles auf einen langwierigen Prozess auf Basis von Indizien hinauszulaufen.

Unter dem Vorsitz von Stephan Aderhold hat die 8. Große Strafkammer schon 17 Verhandlungstermine bis Januar festgelegt. Gleichzeitig wird am Landgericht das riesige Verfahren gegen den vermutlichen Drogen-Paten Sermet A. fortgesetzt. A. steht seit Dezember vor den Richtern. Ein Richterspruch könnte noch 2024 erfolgen. (red)