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Olympia-Krimi in Baden-BadenNRW oder München – wer macht das Kandidaten-Rennen?

Olympische Ringe sind an der Fassade des Sport- und Olympiamuseums zu sehen vor der Vorstellung des Konzepts einer Olympia-Bewerbung mit der Rhein-Ruhr-Region für die Olympischen Spiele durch Ministerpräsident Wüst.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Olympische Ringe sind an der Fassade des Sport- und Olympiamuseums zu sehen.

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Wer darf für Deutschland um Olympia kämpfen? NRW und München liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Jetzt gilt's! In Baden-Baden wird am Samstag (26. September) entschieden, wer für Deutschland ins Rennen um Olympia geht. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Köln-Rhein-Ruhr und München. Die Spannung ist zum Greifen nah.

Äußerlich friedlich, innerlich ein harter Kampf. Die Limousinen von NRW-Chef Hendrik Wüst (CDU) und Bayerns Markus Söder (CSU) parkten am Freitagabend (25. September) direkt nebeneinander vor der Kongresshalle in Baden-Baden. Doch drinnen wurde bis zur letzten Sekunde gefeilscht, um noch unentschlossene Stimmen für die eigene Seite zu gewinnen.

Berlins Rückzug mischt die Karten neu

Die Frage, die ganz Sport-Deutschland elektrisiert: Welcher Kandidat darf für die Nation um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 kämpfen – Köln-Rhein-Ruhr oder doch München?

An diesem Samstag wird das Geheimnis bei einer Sondersitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gelüftet. Um circa 14.30 Uhr verkünden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert die mit Spannung erwartete Nachricht. Wir sind für euch live dabei!

Ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen wird prognostiziert. Aus diesem Grund liefen die Drähte beim vertraulichen Empfang am Freitagabend heiß. Jedes Gespräch zählte, denn es gab plötzlich neue Karten im Spiel: Die Stimmen, die eigentlich für Berlin reserviert waren, sind wieder auf dem Markt.

Einträchtig nebeneinander: Die beiden dunklen Dienstwagen der Ministerpräsidenten aus NRW und Bayern vor der Kongresshalle in Baden-Baden.

Copyright: Susanne Rohlfing

Einträchtig nebeneinander: Die beiden dunklen Dienstwagen der Ministerpräsidenten aus NRW und Bayern vor der Kongresshalle in Baden-Baden.

Erst am Donnerstag hatte die Hauptstadt ihre Bewerbung offiziell beendet. Der Grund: Nach den jüngsten Wahlen zum Abgeordnetenhaus fehlt der politische Rückhalt für das Großprojekt. Zuvor war bereits Hamburg aus dem Wettbewerb ausgeschieden, nachdem sich die Bürgerinnen und Bürger in einem Referendum dagegen ausgesprochen hatten.

Die Abstimmung in Baden-Baden folgt klaren Regeln. Ihre Stimme abgeben dürfen die 42 olympischen Fachverbände, die jeweils als Block votieren. Zusätzlich haben die zehn Präsidiumsmitglieder des DOSB und acht persönliche Mitglieder ein Stimmrecht.

Baden-Baden. Hier findet am Samstag (26.09.26) der Entscheid um die Kandidatur zu den Olympischen Spielen statt.

Copyright: Susanne Rohlfing

Baden-Baden. Hier findet am Samstag (26.09.26) der Entscheid um die Kandidatur zu den Olympischen Spielen statt.

Da drei Personen – Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka, Ex-Monoski-Athletin Anna Schaffelhuber und Kanupolo-Spielerin Elena Gilles – voraussichtlich fehlen, werden am Ende 141 Stimmen den Ausschlag geben. Wichtig zu wissen: Die Landessportbünde selbst dürfen nicht mitentscheiden.

In einer internen Analyse des DOSB wurden beide Konzepte mit „sehr gut“ bewertet, doch es gab feine Unterschiede. München lag mit 87 zu 85 Punkten knapp vorn. Die bayerische Landeshauptstadt glänzte besonders durch kurze Distanzen und das weltbekannte Flair des Olympiaparks von 1972. Die Rhein-Ruhr-Region konnte hingegen bei der potenziellen Anzahl an Tickets und Zuschauern pro Tag überzeugen. Ein gewaltiges Pfund für NRW war zudem die enorme Erfahrung mit der Organisation von Sport-Großveranstaltungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

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Olympia-Bewerbung

Köln & das Rheinland – wir sind klar die bessere Wahl!
München – die kennen sich damit aus

Baden-Baden selbst ist ein geschichtsträchtiger Boden für die olympische Bewegung. Vom 23. bis 28. September 1981 wurde hier beim 11. Olympischen Kongress Sportgeschichte geschrieben. Unter der Leitung des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch wurde der Weg für die Kommerzialisierung der Spiele und die Zulassung von Profis geebnet. Sportlegenden wie Kip Keino, Sebastian Coe und Vladislav Tretyak erhielten damals das Wort.

Eine Kölnerin verbindet ebenfalls triumphale Momente mit der Stadt: Hockey-Olympiasiegerin Marion Rodewald wurde in Baden-Baden 2004 mit dem Nationalteam zur Mannschaft des Jahres geehrt. Inzwischen ist sie Vizepräsidentin Leistungssport beim Landessportbund NRW und fiebert vor Ort mit. Eine Stimme hat sie nicht, aber eine klare Meinung: „Köln-Rhein-Ruhr hat einfach das spannendere Konzept.“ (red)