Wer darf für Deutschland um Olympia kämpfen? NRW und München liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wir sind für euch live dabei!
Olympia-Krimi Köln oder München?Entscheidung fix – jetzt warten alle auf die Verkündung

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Die beiden Olympiasieger Boris Becker (r) und Michael Groß verfolgen die Abstimmung live in Baden-Baden.
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Jetzt gilt's! In Baden-Baden wird am Samstag (26. September) entschieden, wer für Deutschland ins Rennen um Olympia geht. Die Spannung ist zum Greifen nah.
Die Entscheidung ist inzwischen gefallen! Die Abstimmung ist durch und es gibt einen Sieger – doch die Verkündung findet erst am frühen Nachmittag statt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll verraten, ob die Kandidatur aus Bayern oder aus Nordrhein-Westfalen für das weitere Verfahren beim Internationalen Olympischen Komitee gemeldet wird. Wir sind für euch live dabei!
Drei Personen ohne Handy eingeschlossen
Mit einem „Moin“ hatte Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an diesem Samstagmorgen um kurz nach 9 Uhr die außerordentliche Mitgliederversammlung des Verbands eröffnet.
Die achte deutsche Olympiabewerbung nach sieben Niederlagen sei bislang „ein langer, sicher nicht immer einfacher Weg“ gewesen, sagte Weikert. Ziel des DOSB sei gewesen, „die Bewerbungswunden der Vergangenheit“ zu schließen und einen international konkurrenzfähigen Kandidaten zu küren.
Im Laufe der Sitzung hatten die stimmberechtigten DOSB-Mitglieder digital ihre Stimme für den deutschen Olympiabewerber abgeben. Köln-Rhein-Ruhr und München standen zur Wahl.
Bis zur Verkündung des Ergebnisses am frühen Nachmittag werden es nur drei Menschen kennen: ein Techniker, eine Notarin und eine Person aus der Wahlkommission. Damit keine Informationen vorzeitig nach außen dringen, werden sie ohne Handy in einem abgeschirmten Raum eingeschlossen.
Boris Becker: „Wir haben bis zum Halbfinale nicht miteinander gesprochen“
In Baden-Baden tummeln sich auch zahlreiche Olympiasieger. Darunter unter anderem „Albatros“ Michael Groß und Tennis -Legende Boris Becker. Der schwelgt in Erinnerungen an seinen Olympiasieg 1992 mit seinem damaligen Erz-Rivalen Michael Stich: „Wir haben bis zum Halbfinale nicht miteinander geredet.“ Danach wurde gesprochen und zusammen gewonnen – aber nicht gemeinsam gefeiert. Vor dem von ihm organisierten Abendessen sei Stich bereits abgereist, sagte Becker.
In diesem Jahr, fast 35 Jahre später, hätten sie das gemeinsame Essen aber nachgeholt. Über den Sieg von damals sagte Becker: „Im Alter bedeutet die olympische Goldmedaille mehr als die Wimbledonsiege.“ Das deutsche Vorhaben, Ausrichter Olympischer und Paralympischer Spiele zu werden, unterstütze er, sagte Becker: „Sport ist grenzenlos, Sport hat keine Religion, Sport bringt Menschen zusammen.“ Und das könne das Land aktuell gut gebrauchen.
Olympia-Bewerbung
Im gut gefüllten Kurhaus in Baden-Baden dabei: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Kölns OB Torsten Burmester mit der Köln-Rhein-Ruhr-Delegation sowie die Konkurrenz aus Bayern mit Ministerpräsident Markus Söder mit Münchens OB Dominik Krause. Auch Vertreter der beiden bereits ausgeschiedenen Bewerber Hamburg und Berlin sind anwesend.
Am Vorabend standen die beiden dunklen Dienstwagen der Ministerpräsidenten aus NRW und Bayern einträchtig nebeneinander vor der Kongresshalle in Baden-Baden. Drinnen gingen NRW-Landeschef Hendrik Wüst (CDU) und sein bayrischer Amtskollege Markus Söder (CSU) ihrer Mission nach, dem jeweils anderen kurz vor der Olympiaentscheidung noch ein paar Stimmen abzujagen.

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Einträchtig nebeneinander: Die beiden dunklen Dienstwagen der Ministerpräsidenten aus NRW und Bayern vor der Kongresshalle in Baden-Baden.
Die Frage, die ganz Sport-Deutschland elektrisiert: Welcher Kandidat darf für die Nation um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 kämpfen – Köln-Rhein-Ruhr oder doch München?
An diesem Samstag wird das Geheimnis bei einer Sondersitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gelüftet. Um circa 14.30 Uhr verkünden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert die mit Spannung erwartete Nachricht.
Ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen wird prognostiziert. Aus diesem Grund liefen die Drähte beim vertraulichen Empfang am Freitagabend heiß. Jedes Gespräch zählte, denn es gab plötzlich neue Karten im Spiel: Die Stimmen, die eigentlich für Berlin reserviert waren, sind wieder auf dem Markt.

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Baden-Baden. Hier findet am Samstag (26.09.26) der Entscheid um die Kandidatur zu den Olympischen Spielen statt.
Erst am Donnerstag hatte die Hauptstadt ihre Bewerbung offiziell beendet. Der Grund: Nach den jüngsten Wahlen zum Abgeordnetenhaus fehlt der politische Rückhalt für das Großprojekt. Zuvor war bereits Hamburg aus dem Wettbewerb ausgeschieden, nachdem sich die Bürgerinnen und Bürger in einem Referendum dagegen ausgesprochen hatten.
Die Abstimmung in Baden-Baden folgt klaren Regeln. Ihre Stimme abgeben dürfen die 42 olympischen Fachverbände, die jeweils als Block votieren. Zusätzlich haben die zehn Präsidiumsmitglieder des DOSB und acht persönliche Mitglieder ein Stimmrecht.
Da drei Personen – Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka, Ex-Monoski-Athletin Anna Schaffelhuber und Kanupolo-Spielerin Elena Gilles – voraussichtlich fehlen, werden am Ende 141 Stimmen den Ausschlag geben. Wichtig zu wissen: Die Landessportbünde selbst dürfen nicht mitentscheiden.
In einer internen Analyse des DOSB wurden beide Konzepte mit „sehr gut“ bewertet, doch es gab feine Unterschiede. München lag mit 87 zu 85 Punkten knapp vorn. Die bayerische Landeshauptstadt glänzte besonders durch kurze Distanzen und das weltbekannte Flair des Olympiaparks von 1972. Die Rhein-Ruhr-Region konnte hingegen bei der potenziellen Anzahl an Tickets und Zuschauern pro Tag überzeugen. Ein gewaltiges Pfund für NRW war zudem die enorme Erfahrung mit der Organisation von Sport-Großveranstaltungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Baden-Baden selbst ist ein geschichtsträchtiger Boden für die olympische Bewegung. Vom 23. bis 28. September 1981 wurde hier beim 11. Olympischen Kongress Sportgeschichte geschrieben. Unter der Leitung des damaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch wurde der Weg für die Kommerzialisierung der Spiele und die Zulassung von Profis geebnet. Sportlegenden wie Kip Keino, Sebastian Coe und Vladislav Tretyak erhielten damals das Wort.
Eine Kölnerin verbindet ebenfalls triumphale Momente mit der Stadt: Hockey-Olympiasiegerin Marion Rodewald wurde in Baden-Baden 2004 mit dem Nationalteam zur Mannschaft des Jahres geehrt. Inzwischen ist sie Vizepräsidentin Leistungssport beim Landessportbund NRW und fiebert vor Ort mit. Eine Stimme hat sie nicht, aber eine klare Meinung: „Köln-Rhein-Ruhr hat einfach das spannendere Konzept.“ (red)

