Kölner Aushang Er strahlt in die Kamera, aber sein Leben verlief bisher ganz anders

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Mehrere Zettel mit einem Foto von Alejandro Chamorro Camacho hängen am Kölner Ebertplatz.

Köln – Die Tat ist schockierend: Am Samstag (5. Dezember) wurde ein 44-jähriger Obdachloser in Köln im Schlaf angezündet. Der Mann erlitt lebensgefährliche Verbrennungen. Eine Mordkommission der Kölner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Das Leben auf der Straße in Köln – EXPRESS erzählt die bewegende Geschichte von Alejandro Chamorro Camacho. Er ist 26 Jahre alt, Spanier, hat keinen Job und keine Wohnung.

Alejandro aus Spanien, obdachlos in Köln

Zettel mit seinem Bild und einer kleinen Botschaft hängen derzeit an zahlreichen Ampelmasten rund um den Kölner Ebertplatz.

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Er strahlt in die Kamera, seine Augen leuchten. Er sieht so glücklich aus.  

Alejandro bittet um Hilfe, um weiterträumen zu können, heißt es da. Auf der Spendenplattform „gofundme“ beschreibt Alejandro, wie es überhaupt soweit kommen konnte. 

Alejandro kommt aus Cádiz in Spanien. Seit dem 7. April 2020 lebt er in Köln.

Als Alejandro zehn war, wurde bei seinem Vater Krebs diagnostiziert. Fünf Jahre später starb sein Vater und damit begann sein Leben sich gravierend zu ändern. Zu seinem Vater, schreibt Alejandro, hatte er eine „perfekte Beziehung – er war ein großartiger Mensch“. Seine Mutter beschreibt der 26-Jährige dagegen als ein „echtes Monster“.

Alejandros Vater stirbt an Krebs 

Mit dem Tod seines Vater begann Alejandro zu stottern. Er wurde gemobbt, sein Alltag wurde komplizierter. „Ich musste mich nicht nur jeden Tag in der Schule mit Scherzen und Mobbing auseinandersetzen – mein Bruder beleidigte mich und schlug mich.“

Sein großer Traum: Alejandro wollte in Spanien studieren. Doch dafür brauchte er Geld. Geld, das seine Mutter offenbar hat. Denn, so erklärt der 26-Jährige: Die wirtschaftliche Situation sei gut, weil wir drei Häuser haben und viel Geld auf der Bank gespart haben.

Über Dublin führte ihn sein Weg nach Köln

Doch das Martyrium zu Hause wollte Alejandro nicht weiter ertragen. So verließ er Spanien. Über Dublin führte ihn sein Weg nach Köln. 

Er rutschte immer weiter ab. In Spanien wurde ihm sogar zur Last gelegt, er habe eine Arbeitskollegin seiner Mutter bedroht. Die Polizei ermittelte gegen Alejandro, ließ ihn später wieder auf freien Fuß.

Doch zurück zu seiner Mutter wollte Alejandro nicht mehr. Trotz aller Vorfälle – Groll gegenüber seiner Mutter verspürt er nicht. Sie sei halt psychisch krank und deshalb so lethargisch. Der Kühlschrank sei immer leer gewesen, aber Geld zum Einkaufen habe er auch nicht von ihr bekommen.

Und was nun? Wie soll es weitergehen? 

Alejandro möchte in erster Linie auf sein Schicksal aufmerksam machen und er will weiterkämpfen. „Ich sage immer, das Geheimnis des Glücks besteht darin, Träume zu haben und ich habe viele.“

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