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Kölner Hähnchen-König NhasStaatsanwaltschaft ermittelt: Es geht um brutale Folter

Omar Nhas wird in Köln gefeiert wie ein Popstar. Doch gegen den Hähnchen-Grill-Star ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin.

Lange Schlangen auf der Breite Straße. Hunderte Fans, die stundenlang auf ein halbes Hähnchen warten.

Omar Nhas (32) ist mit „Nhas City Chicken“ der Social-Media-Star der Kölner Gastro-Szene. Was viele seiner jungen Fans nicht wissen: Gegen den gefeierten Gründer ermittelt seit Jahren die Staatsanwaltschaft Berlin.

Es geht um Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung

Auf EXPRESS.de-Anfrage bestätigt ein Sprecher der Behörde: „Die Ermittlungen wegen Menschenraubs, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung dauern an. Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden. Wann diese abgeschlossen werden, ist nicht absehbar.“

Der Vorwurf gegen Nhas reicht zurück ins Jahr 2021 – in eine Zeit, bevor er seine heutige Imbisskette gründete. Damals führte er gemeinsam mit einem Geschäftspartner, Ramtin A., das Familiengeschäft „City Chicken“ auf der Berliner Sonnenallee. Im Mai 2021 soll Ramtin A., der auch in der Logistikbranche als Unternehmer aktiv war, einen Subunternehmer, der ihn zuvor mit einem gefälschten Vertrag getäuscht hatte, ins Büro gerufen und dort über Stunden gefoltert haben. Mit einem Hammer soll er auf Knie, Hände und ins Gesicht geschlagen haben.

Eine Überwachungskamera zeichnete die Tat auf. Neben Ramtin A. und seinem Opfer sind auf den Aufnahmen zwei weitere Männer zu sehen. Einer davon: Omar Nhas.

Gegenüber der „Zeit“ bestätigte Nhas im Juni 2026 selbst, dabei gewesen zu sein. Er habe sogar den Ort organisiert, an dem A. die Sache mit seinem Subunternehmer habe „klären“ wollen.

EXPRESS.de hat Omar Nhas um eine Stellungnahme zu den Ermittlungen gebeten. Bis heute hat er nicht geantwortet.

Omar Nhas erklärte vor Gericht, warum er nicht half

Warum er dem gefolterten Mann nicht zu Hilfe kam, erklärte Nhas laut „Zeit“ vor Gericht mit der Angst, selbst zum nächsten Opfer zu werden: „Ich möchte denjenigen sehen, der anders reagiert in so einer Situation, die nicht geplant ist, die dir einfach passiert, in der du von einem Menschen mit einem Hammer bedroht wirst“, zitiert die Zeitung ihn.

Zwei Jahre nach der Tat, 2023, ging Nhas selbst zur Polizei und zeigte Ramtin A. an. Er übergab den Ermittlern die Videoaufnahmen, auf denen er selbst zu sehen ist.

Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen Ramtin A. Im Dezember 2025 wurde er wegen der Tat zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Auf EXPRESS.de-Anfrage stellt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft aber klar: „Das Urteil gegen Ramtin A. ist nicht rechtskräftig. Er befindet sich in Untersuchungshaft.“ Das Verfahren ist in Revision.

Die Imbisskette, die Ramtin A. einst von Nhas übernahm, ist längst insolvent – die Gesellschaft dahinter wurde laut Unternehmensregister bereits im Sommer 2024 aufgelöst.

In Köln läuft das Geschäft unterdessen prächtig

Die Ermittlungen scheinen sich auf den Erfolg der neuen Marke „Nhas City Chicken“ bislang nicht auszuwirken. Ganz im Gegenteil.

Erst am 18. September eröffnete die erste Filiale außerhalb Berlins auf der Breite Straße in der Kölner Innenstadt – seither reißt der Andrang nicht ab. Der Standort macht inzwischen rund 35.000 Euro Umsatz am Tag, Nhas selbst spricht von einem möglichen Potenzial von 70.000 Euro. Weitere Filialen in ganz Deutschland sollen folgen.